FATE/EXTELLA Link (PS4) im Test – Große Ritter, kleine Gegner und Gefahren im virtuellen Raum

Zu viele Gegner, einzelne Bosse, Attacken, die so richtig reinhauen, überschaubare Maps, Charaktere mit Rang und Namen und ich mitten drin im Geschehen. Wenn es irgendwo ein Game mit vielen Gegnern gibt, bin ich prinzipiell am Start und dieses Mal habe ich mich an FATE/EXTELLA Link auf der PlayStation 4 versucht – zugegeben, es ist mein erstes richtiges FATE Spiel. Ich ließ mich also einmal mehr von einem Spiel überraschen und verrate euch, ob sich aus meiner Sicht FATE/EXTELLA Link auf der PlayStation 4 lohnt.

Irgendwas mit Weltrettung…

Am Anfang der Story habe ich mich gefragt, in was für eine Visual Novel ich hier hineingeraten bin. Alles bestand nur aus Texten, die mir die Welt erklärten – was an sich cool ist, da ich keine Ahnung hatte, dass alles in einer Art virtuellen Welt namens SE.RA.PH. stattfindet. Es war ein bisschen too much am Anfang und ich wusste nicht recht, was ich damit anfangen sollte. Doch diese Phase dauerte nicht lange, denn schon bald wurde ich angegriffen und ein Ritter in einer weißen Rüstung eilte mir zu Hilfe. Dass es sich hierbei um einen legendären historischen Krieger handelt, der in seiner spielerischen Darstellung auch noch sehr nice aussieht, verrät einem das Spiel erst später.

Ich habe mich wirklich versucht, auf die Story zu konzentrieren, wirklich! Aber ich kann sie irgendwie nicht wiedergeben. Es geht wohl darum, dass das SE.RA.PH angegriffen wird und dass ich das irgendwie verteidigen muss, aber wisst ihr was? Steinigt mich, doch mich interessiert die Story nicht so richtig, besonders bei Spielen dieser Art bin ich doch eher für das Gameplay zu haben.

Treffen sich Sir Francis Drake, Charlemagne und Artoria Pendragon…

Wie bereits erwähnt, hatte ich keine Ahnung, worum es in der FATE Reihe wirklich geht, war also demzufolge auch sehr positiv überrascht, als ich plötzlich in einer Stage gegen Sir Francis Drake kämpfen sollte – hier gespielt von einer Frau. Mir gefällt dir Darstellung der einzelnen Figuren sehr gut, ebenso auch der Wandel in der Geschichte. So ist King Arthur die gute Artoria Pendragon, doch nicht nur vollkommen bekannte Namen tauchen auf, sondern Charaktere wie Elizabeth Bathory, die mir bis zum Zeitpunkt des Spiels gänzlich unbekannt war. Das gefällt mir und veranlasst mich, mich mehr mit Geschichte auseinanderzusetzen.

Ich finde es gut, dass sich hier bekannte Figuren der Reihe, aber auch neue Charaktere die Klinke in die Hand geben und es somit zu einem großen Zusammenspiel vieler bekannter Persönchen kommt. Neben der Story habt ihr in FATE/EXTELLA Link die Möglichkeit, sogenannte Extra Battle zu spielen, um auf diese Weise zum Beispiel neue Kostüme für eure Charaktere freizuschalten oder um eure Enzyklopädie zu vervollständigen. Denn für jede Szene, die ihr seht, oder jedes Musikstück gibt es einen Eintrag in dieser Datenbank, sodass ihr alles noch einmal gesammelt an einem Ort habt. Was mir zudem ganz gut gefällt, ist das Gameplay an sich, denn es ist ein typisches Gemetzel, wie man es aus ähnlichen Spielen wie der Warriors Reihe kennt, jedoch mit dem Unterschied, dass es technisch deutlich besser ist und beispielsweise die Gegner nicht einfach verschwinden und wieder aufploppen.

Das gefällt mir ziemlich gut und stachelt mich an. Zudem ist es das erste Spiel dieser Art, bei dem ich es nicht schade finde, dass thomary nicht mit mir spielen kann. Es macht mir tatsächlich auch alleine Spaß, was vielleicht aber auch an dem Servant liegt, den ich gewählt habe, doch dazu gleich mehr.

Welcher Servant soll es sein?

Neben eurem ganz persönlichen Charakter, den ihr im Grunde nur innerhalb der Basis – einem fliegenden Anwesen – steuern könnt und der sonst innerhalb der Stages beschützt werden muss, wählt ihr einen Servant aus, den ihr auf den Schlachtfeldern steuert. Hier schaltet ihr im Laufe der Geschichte verschiedene Figuren frei, die ihr verwenden könnt. Wie es sich gehört, hat jeder Charakter unterschiedliche Fertigkeiten und Angriffe, die ihn im Kampf begleiten. So gibt es beispielsweise Rider, die immer bestimmte Dinge beschwören können – Astolfo zum Beispiel hat einen Greifen dabei. Das ist ziemlich cool, jedoch auch sehr gewöhnungsbedürftig, denn nicht alle Charaktere gehen leicht von der Hand.

Auch das ist für ein Hack & Slay üblich, denn andererseits wäre es wirklich langweilig. Neben Charlemagne habe ich viele Figuren ausprobiert, doch so wirklich warm wurde ich mit keinem, liegt vielleicht auch daran, dass ich an ihm einen Narren gefressen habe und er mit seiner hell-dunklen Art irgendwie unheimlich niedlich ist. Für jeden Gegner erhält euer Servant übrigens auch Erfahrungspunkte, doch keine Sorge. Ihr müsst nicht jeden Servant von Level 1 auf Level 100 von Hand leveln, denn in FATE/EXTELLA Link gibt es ein cooles System, sodass ihr einfach euer Geld (=QP) in Level umwandeln und auf diese Weise im Grunde eure Charaktere auf das jeweils aktuell höchste Level anpassen könnt. Das finde ich ziemlich cool, da es viel Zeit erspart. Weniger cool ist dabei das Wechseln der Charaktere selbst, denn das fühlt sich noch ein wenig altbacken an.

Jeder sollte ein fliegendes Anwesen haben

Wie bereits erwähnt, steuert ihr zwischen den einzelnen Schlachten alles in eurer Basis, die sich in einem fliegenden Anwesen befindet. Hier könnt ihr euch mit euren Servants unterhalten, sie aufleveln, ihre Kostüme wechseln oder euer Team für die nächste Stage vorbereiten. Ärgerlich ist hierbei nur, dass man jeden Servant extra auswählen muss, wenn man ihn anpassen möchte, sodass es manchmal eure Unterstützercharaktere rauswirft, und ihr dann wieder alles zuweisen müsst, nur weil ihr diesen gerade aufleveln wolltet. Zusätzlich könnt ihr in eurem Anwesen herumlaufen, um die einzelnen Gebiete zu besuchen, oder ihr nutzt das Schnellmenü, das euch direkt in die entsprechenden Ortschaften bringt – mit dem Manko, dass ihr dann auch aus dem Bereich herauslauft, in dem ihr gerade wart. Es ist also keine wirkliche Abkürzung. Das Anwesen an sich finde ich sehr hübsch, es könnte meiner Meinung nach nur noch ein paar zusätzliche Optionen beinhalten, sodass man beispielsweise auch seinen eigenen Charakter ein wenig anders designen kann und nicht nur die Servants.

Was mir ganz persönlich nicht gefällt, ist die japanische Tonspur. Ich weiß, dass ich damit alleine dastehe, doch höre ich ganz gerne Sprachen, die ich wenigstens verstehe. Glücklicherweise ist das Spiel selbst auf Englisch, sodass ich also nicht komplett Japanisch lernen muss. Sonst gibt es nicht sonderlich viel zu jammern: Es ruckelt so gut wie gar nicht – und wenn ist es durchaus nachvollziehbar – die Charaktere sind vielseitig, die Level sind interessant aufgebaut und auch sonst läuft es relativ flüssig. Ich kann also gar nicht so viel meckern, was wiederum gut ist.

FATE/EXTELLA Link hat übrigens auch einen Onlinemodus, den ich jedoch nicht getestet habe. Ich bin einfach nicht für Modi solcher Art geschaffen, man kann allerdings wohl gemeinsam mit sieben anderen Spielern Stages absolvieren und somit gemeinsam gegen bis zu vier menschliche Gegner antreten. Das ist nicht so meins.

Fazit: Warriors Fans kommen auf ihre Kosten.

Wie hat es sich angefühlt, mein erstes FATE Spiel? Ich muss sagen, dass es mich positiv überrascht hat, nachdem mich der Anfang doch irgendwie so kalt gelassen hat. FATE/EXTELLA Link macht mir sehr viel Spaß und da ich auch sonst ein großer Fan von Warriors Spielen bin, komme ich definitiv auf meine Kosten, denn es gibt nicht nur einen Musou-Angriff, sondern irgendwie ganz viele und das ist toll. Das bedeutet für mich: Gegner vernichten so viel und so schnell ich kann, ohne dass es wirklich langweilig wird. Hervorragend! Ich habe in den letzten Tagen sehr viel Spaß mit diesem Spiel gehabt und kann es euch wirklich ans Herz legen.

Es gibt nur ein paar Kleinigkeiten, die FATE/EXTELLA Link ein wenig altbacken wirken lassen, doch ich bin mir sicher, dass dies in den nächsten Spielen bestimmt verschwindet, sodass sich die Warriors Reihe doch sehr warm anziehen kann, denn hier ist definitiv ein Konkurrent unterwegs. Nur noch den lokalen Couch-Koop einbauen, und ich bin vollends zufrieden. Sehr zu empfehlen für Musou-Fans und alle, dies mal werden möchten – und wer auf niedliche Jungs steht, ist definitiv an der richtigen Adresse.

Pro Contra
+ Viele verschiedene Charaktere und bekannte Figuren – Eine Geschichte, die mich vollends kalt lässt
+ Viele Dinge zum Sammeln – Hin und wieder kommt es zu leichten Einbrüchen der Framerate
+ Hervorragendes Gameplay – Das Anwesen und Entwickeln der Servants wirkt altbacken, die Abwechslung fehlt ein wenig
+ Viele bombastische Angriffe, die voll mit tollen Effekten sind – Leider nur japanische Tonspur (ich weiß, dass ich damit alleine da stehe)

Technik: 80
Grafik: 89
Sound: 72
Umfang: 82
Gameplay: 78

Spielspaß: 88

  • Story: Vermutlich geht es um die Rettung der virtuellen Welt, allerdings gestehe ich, dass ich nicht richtig aufgepasst habe.
  • Frustfaktor: Der ist nicht so wirklich vorhanden. Die Schwierigkeit ist in Ordnung, lediglich nervig ist, dass man jeden Servant einzeln entwickeln und auswählen muss.
  • Wiederspielwert: Noch vorhanden, ich kann jedoch hierbei nicht einschätzen, wie sich das in den nächsten Wochen verhält.
  • Design/Stil: Typischer und passender Anime-Stil gepaart mit Visual Novel Style. Ganz gut.
  • Musik: Plätscherte leider nur im Hintergrund und drang nicht zu mir durch.

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