Genesis Noir (PC) im Test – Zwischen Liebe, Mord und dem Urknall

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Seit ich letztes Jahr die Demo zu Genesis Noir gespielt habe, war mir klar, dass ich die Vollversion irgendwie in die Finger bekommen muss. Nun liegt sie mir vor und ich weiß bei der Hälfte meiner Spielzeit nicht einmal, was ich wirklich erlebt habe. Was ich wirklich gesehen habe und was meine Theorien zum schwarz-weiß-gelben Point and Click Adventure sind, erfährst du in meiner Review zur PC Version von Genesis Noir.

Ich blick nicht ganz durch

Immer, wenn ich denke, die verschiedenen Stories von Genesis Noir verstanden zu haben, kommt irgendein Aspekt dazu, der alles infrage stellt. Die erste Spielstunde habe ich prinzipiell damit verbracht, mich generell darüber zu wundern, was ich hier erlebe.

Alles beginnt in Genesis Noir, das im Übrigen mit Schwarz und Weiß sehr gut spielt, mit einem mittellosen Mann, der Hunger hat und deswegen Uhren vertickt – wenig später befinde ich mich in einem kosmischen Garten und pflanze Bäume, sammle Samen und erlebe alles Mögliche. In meiner Welt gibt es in Genesis Noir viele verschiedene Geschichten, die sich am Ende zu einem großen Ganzen bilden: Ich habe die Geschichte des Urknalls und wie die Erde zur Erde wurde, wie das Leben auf den Planeten kam und wie sich alles entwickelt hat. Ich habe die Geschichte über den mittellosen Protagonisten, der sich Hals über Kopf in eine Sängerin verliebte, die dann erschossen wird und deren Mord (?) wir aufklären müssen – alles jedoch verbunden mit dem Kosmos.

Klingt seltsam? Ist es auch, gleichzeitig ist es aber auch eine der spannendsten Erfahrungen, die ich dieses Jahr gemacht habe. Auf Steam wird das Spiel übrigens als kosmische Dreiecksbeziehung beschrieben, die mit einem Pistolenschuss – also dem Urknall – endet.

Parallel zu allem lerne ich aber auch noch was über den Urknall selbst, wie die Erde erschaffen wurde und wie aus dem leeren Nichts unser Planetensystem wurde. Genesis Noir geht bei der Erzählweise und den Inhalten ganz andere Wege – und das ist genau der richtige Ansatz, um es spannend zu machen und es auf diese Weise von anderen Point and Click Adventure abzuheben.

Einfach zu verstehen

Während ich immer wieder mit der Story und den verschiedenen Aspekten hadere, ist das Gameplay dazu doch ziemlich einfach. Im Grunde verläuft Genesis Noir ziemlich linear, du kannst also nichts verpassen und dich quasi auch nicht verlaufen – außer, du heißt Bea, dann passiert das im Kapitel „Jagen“ trotzdem. Gesteuert wird Genesis Noir mit der Maus und (oder) den Pfeiltasten, wenn du den Protagonisten bewegst.

Allerdings ist es nicht nur ein Zeig-und-Klicke-Spiel, sondern manchmal auch ein Zieh-und-Lass-los-Spiel, manchmal eines, in dem ich die richtige Reihenfolge finden muss und manchmal eines, bei dem ich nur mit der Maus auf etwas zeige, ohne zu klicken. Das Positive ist, dass das Gameplay auf diese Weise recht intuitiv ist und man keine großen Tutorials oder Einführungen braucht.

Dennoch ist es manchmal sehr komplex und zeitweise haben mich die wenigen Farben verwirrt und mir ein wenig Kopfschmerzen bereitet. Die Hauptfarbe im Spiel ist Schwarz (Ja, ja, ist keine Farbe, weiß ich), während Ränder und Figuren mit Weiß dargestellt sind. Ist etwas wichtig, dann ist es gelb. Das war’s, mehr Farbtiefe gibt es nicht, was super zum Noir-Stil und auch der hervorragenden und atmosphärischen Jazz-Musik passt, aber eben bei mir zu Kopfschmerzen führt. Aktuell gibt es auch eine Warnung bezüglich Epilepsie, hier arbeitet das Entwickler:innenstudio noch an einem Patch, sodass triggernde Momente im Vorfeld deaktiviert werden können.

Auf dem PC gibt es mit der Steuerung somit logischerweise so gut wie keine Herausforderungen, da die Maus doch separat ist, auch wenn die Maus manchmal nicht das macht, was sie soll und nicht immer direkt reagiert. Ich werde mir Genesis Noir in nächster Zeit auch noch auf der Xbox One und der Nintendo Switch ansehen und bin dort gespannt, wie die Steuerung umgesetzt wurde. Ebenso wie der Stil selbst.

Man könnte denken, dass Genesis Noir Herausforderungen bei der Framerate hat und diese nicht stabil ist, doch tatsächlich gehören diese ruckelnden Bewegungen zum Stil des Spiels. Echte Einbrüche der Framerate habe ich mit meinem Laptop nur selten erlebt, unter anderem in besagtem Level „Jagen“, in dem ich mich ebenfalls verlaufen hatte. Doch das waren nur kleine Momente, in denen es mir bewusst aufgefallen ist.

Fazit: Ein kosmisches Abenteuer voller Verwirrung

Genesis Noir ist ein Spiel, auf das man sich einlassen muss. Es ist kein Spiel, das man mal eben nebenbei zockt, sondern für das man Zeit und einen klaren Kopf haben sollte, sonst versteht man das ohnehin verwirrende Geschichtendreieck noch weniger. Ich bin mir auch jetzt immer noch nicht ganz sicher, was ich da gespielt habe, ich weiß allerdings, dass es eine der spannendsten und interessantesten Erfahrungen war, die ich dieses Jahr gemacht habe. Genesis Noir ist vor allem ein schwarz-weißes Point and Click Adventure, das mit einer komplexen und verwirrenden Story und einem einfach zu verstehenden und recht gut umgesetzten Gameplay daherkommt, auch wenn die Maus manchmal leichte Startschwierigkeiten hat.

ProContra
+ Hervorragende Jazz-Musik– Steuerung nicht immer harmoniebedürftig
+ Interessantes Farbkonzept…– … das jedoch zu Kopfschmerzen führen kann (Vorsicht! Dann lieber eine Pause machen)
+ Einfaches Gameplay– Klitzekleine Einbrüche der Framerate
+ Sehr komplexe Story, die vor allem einen klaren Kopf braucht, um verstanden zu werden

Technik: 83
Grafik: 82
Sound: 94
Umfang: 85
Gameplay: 71

Spielspaß: 85

  • Story: Wenn ich die Story von Genesis Noir doch nur in einem einzigen Satz zusammenfassen könnte, wäre mir selbst viel geholfen.
  • Frustpotential: An sich nicht, nur wenn man versucht, alle Storyfäden miteinander zu kombinieren, könnte es manchmal tricky werden.
  • Nachhaltigkeit: Genesis Noir hat alles, was man braucht, um auch noch in Jahren darüber zu sprechen.
  • Design/Stil: Alles im schwarz-weiß Stil gehalten, was mir manchmal dann doch ein bisschen zu farbarm war.
  • Musik und Sound: Jazz-Musik, was will ich mehr?
  • Preis-Leistung: Genesis Noir kommt für 14,99 € daher, was für das, was man bekommt, sehr passend ist.

Offenlegung

Ich habe Genesis Noir als Key vom Publisher erhalten.

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Beatrice Vogt
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