Island Saver (PS4) im Test – Inselrettung mit Lerneffekt

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Dass die Macher des Dungeoncrawlers Brut@l einmal ein Lernspiel wie Island Saver entwickeln würden, hätte ich auch nicht gedacht – doch gerade solch unterschiedliche Werke eines Entwicklerstudios zeigen, wie kreativ die Branche ist. Die britische Bank NatWest feiert noch dazu ihr Debüt als Spielepublisher. Warum die Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen zu den wertvollsten Spielekreationen der letzten Monate und vermutlich auch des Jahres 2020 gehört, verrät der Test.

Von Dreckspatzen und Schmutzfinken

Island Saver ist völlig kostenlos erhältlich und bietet dafür schon jede Menge Inhalt: Insgesamt drei Inseln gilt es zu retten: Sie müssen von Dreck befreit werden und so die Spartiere, die dort eigentlich leben, zurückgebracht werden. Das wird erreicht, indem man den Müll beseitigt und somit verschmutzte Pflanzen wieder zum Leben erweckt oder aber neue Samen pflanzt, aus denen neue Pflanzen entstehen.

Die Tier- und Pflanzenwelt in Island Saver wurde fantasievoll umgesetzt. So gibt es zwar auch Steakfrüchte und Geflügelkeulen wachsen auf Bäumen, dennoch liefert das Spiel eine Wissensdatenbank zu allen gesammelten Tieren gleich mit und beschreibt zum Beispiel ihre Lebensumstände, ihre Geschichte und wie man eine Gruppe der Tiere bezeichnet. Im Kontext dessen, dass es sich um Spartiere handelt und man letztlich die Münzen aus ihnen herausholen muss, um sie zu retten, ist Island Saver in der Gesamtheit sicherlich auch für die Zielgruppe gut verständlich: Besonders ansprechen möchten das Entwicklerstudio und der Publisher NatWest Spieler im Alter von 7-12 Jahren.

Entsprechend recht einfach gestrickt sind auch die Kämpfe gegen die Dreckspatzen und Schmutzfinken, die bei der Reinigung der Gebiete immer wieder auftauchen, um wieder Schmutz zu verteilen. Sie lassen sich mit dem einfachen Bespritzen mit Wasser erledigen. Frust bei den Kämpfen gibt es daher nie – viel größeren Wert legt Island Saver auf einen Lerneffekt und eine Erziehung beim Umgang mit Geld. Und das schafft es ganz wunderbar und bettet es zusätzlich in das Szenario rund um Umweltschutz ein: Voraussetzung fürs Geldverdienen und Leben auf die Insel zu bringen ist es nämlich, Plastikmüll und sonstigen Müll einzusammeln und ins Recycling zu geben.

Kredite müssen rechtzeitig zurückgezahlt werden.

Von kredithaien und Marketinglügen

Manches klingt zu schön, um wahr zu sein und auf dubiose Kreditversprechen sollte man auch nicht eingehen: Island Saver möchte der jungen Zielgruppe etwas über den Umgang mit Geld beibringen und setzt das auch hervorragend um: Von Zeit zu Zeit müssen Kredite aufgenommen werden und rechtzeitig zurückgezahlt werden, auf jedes eingezahlte Geld gibt es ein paar Münzen Zinsen und schließlich muss man sogar die im Spiel enthaltenen Währungen im richtigen Moment wechseln, um zum Beispiel aus von den Spartieren gesammelten Yen möglichst viele Golddublonen zu machen, die die Hauptwährung in Island Saver darstellen.

Die Bedienung und Elemente bleiben jederzeit übersichtlich, doch manches Mal muss man schon etwas planen, zumal der Platz im Inventar begrenzt ist. Am besten fährt in Island Saver derjenige, der wirklich nur Dinge kauft, die er zum Fortschritt braucht. Auch das möchte Island Saver beibringen: Die Spielfigur kann ganz einfach Waren aus einem Shop über die eigene Armbanduhr bestellen, doch mit Geld sollte man sorgsam umgehen. Ob man die Partyausstattung für Spartiere kauft, bleibt einem selbst überlassen – wer es macht, wird manches Mal mehr Früchte sammeln und diese an entsprechenden Marktständen verkaufen müssen, sonst reicht das Geld zum Beispiel nicht mehr für die Samen, die man wirklich bestellen muss, um weiterzukommen.

Und letztlich stellt Island Saver sogar Tauschgeschäfte ganz ohne Geld dar und legt so alle legalen Modelle offen, mit denen man an Waren herankommen oder sie wieder loswerden kann – auf den Kredithai im Spiel und auf einen dubiosen Händler eines Goldbaums sollte man indes nicht hereinfallen. Tut man es doch, lehrt einen das Spiel, eine solche Entscheidung in Zukunft lieber zu überdenken.

Auch das Zahlen von Steuern und was man letztlich mit den Steuermarken anstellen kann, stellt Island Saver dar und macht daher auch für junge Spieler das gesamte Finanzsystem gut verständlich. Dabei tragen Geldautomaten und Menüs zwar ein NatWest Branding, doch das sei durchaus erlaubt.

Ob’s stimmt? (Natürlich nicht!)

Ein gekonntes Lernspiel

Für Coregamer ist Island Saver sicherlich nicht das spannendste Spiel, doch für die Zielgruppe ist es hervorragend umgesetzt und es tut gerade gut, dass das Spiel sich nicht in zusätzlichen Elementen verliert, sondern sich auf das wesentliche konzentriert und Vorhandenes gut kombiniert. Im Durchschnitt braucht man ungefähr sieben bis zehn Stunden, um Island Saver durchzuspielen, alle Spartiere zu retten und etwas über die Insel zu lernen. Und lernen kann man im Spielverlauf wirklich Einiges.

Belohnt wird man auch mit der Erkundung der drei wunderschönen Insel, die spielerisch nur kleine Besonderheiten aufweisen. Hin und wieder ist es auf der Eisinsel mal glatt, aber groß eine Rolle spielt das nicht. Ein paar besondere Spartiere, mit denen man sich anfreunden kann, helfen einem dabei, versteckte Passagen zu erreichen. Wer alles erkundet, findet so auch noch die “Noteier” und tut dem Papageien, der einen begleitet, noch einen zusätzlichen Gefallen.

Technisch präsentiert sich Island Saver solide, hier und da gibt es kleine Performanceprobleme und das Landen auf Plattformen bei Sprüngen ist nicht immer ganz sauber, das Steuern der Sprünge manchmal leicht unpräzise, doch dennoch ist Island Saver insgesamt eine saubere Spielerfahrung. Optik und Soundkulisse insgesamt überzeugen auch rundherum und von der Gestaltung her merkt man dem Spiel keineswegs an, dass es sich um einen Free2Play Titel handelt.

Zusätzlich erwerben lässt sich für Island Saver die Erweiterung Dinosaur Island, die für PS4 4,99€ kostet und im PSN zur Verfügung steht. Auf sonstige Erweiterungen oder ingame Käufe verzichtet der Titel komplett.

Fazit: Viel zu lernen

Stormcloud Games und NatWest haben Island Saver in einer Zeit veröffentlicht, in der viele Eltern auf der Suche nach günstigen und hochwertigen Lernprogrammen und Beschäftigungen für ihre Kinder sind: Island Saver kommt im genau im richtigen Moment und erreicht seine Ziele. Island Saver vermittelt gekonnt Wissen rund um Geld, Steuern, Umweltschutz und Umweltverschmutzung und bietet auch spielerisch genug, um für die Zielgruppe im Alter von etwa sieben bis 12 Jahren spannend zu sein. Sogar mir hat der Titel viel Spaß gemacht und einige Stunden beschäftigen kann man sich damit auch durchaus. Dass eine Bank zum Spielepublisher wurde, war im Falle von Island Saver Gold wert.

ProContra
+ Viel nützliches Wissen– Kleine technische Probleme
+ Themenblöcke Umwelt und Finanzen– Springen nicht immer ganz präzise
+ Wissensdatenbank rund um die Tiere
+ Schöne Inseln
+ Ausreichend komplexe und dennoch übersichtliche Spielsysteme

Technik: 84
Grafik: 82
Sound: 78
Umfang: 88
Gameplay: 90
KI: 80

Spielspaß: 86

  • Story: Island Saver erzählt von der Rettung von Inseln – eine große Geschichte gibt es nicht, aber ein gutes Setting.
  • Frustfaktor: Nicht vorhanden.
  • Nachhaltigkeitswert: Der Wiederspielwert selbst ist nicht sooo hoch, wenn man alle Sammelobjekte gefunden hat, zumal die Trophäen sehr leicht sind, doch Island Saver steht für eine nachhaltige Mission und repräsentiert diese wundrbar.
  • Design/Stil: Passt sehr gut und ist sehr fantasievoll.
  • Musik: Passt gut zum Spiel.

Offenlegung

Wir haben Island Saver selbst auf der PS4 heruntergeladen und keinen Key oder Ähnliches erhalten.

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Manuel Eichhorn
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