Jahresstart 2022 – Kaufen, nicht kaufen oder lieber Spiele?

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Kalendarische Jahresanfänge sind immer spannend: Viele Menschen suchen sich verschiedene Vorsätze, die sie spätestens in der dritten Januarwoche ohnehin wieder fallen lassen. Die meisten Unternehmen kommen ebenfalls mit neuen Zielen daher und versuchen, ihre Reichweite zu steigern oder neue Produkte auf den Markt zu planen. In der Videospielindustrie ist das demnach auch nichts Neues.

Die großen drei: Sony, Microsoft und Nintendo

Das Jahr 2022 gestaltet sich bisher bereits sehr aufregend, wenn man einen Blick auf die großen bekannten Player wirft. Die ersten beiden Wochen verliefen üblich: Viele Unternehmen und Presseagenturen waren noch so ein bisschen im Neujahrsrausch – bis Microsoft zunächst mit einem leisen Murmeln und anschließend mit einem großen Knall das Internet und die Branche wach rüttelte. Microsoft kaufte „mal eben“ Activision, die unter anderem für Call of Duty bekannt sind. Das Ganze hat rund 60 Milliarden Euro gekostet, also eine ordentliche Stange Geld für den großen Konzern. Die Übernahme von Activision soll bis Mitte 2023 abgeschlossen sein, die Spiele werden wohl weiterhin für mehrere Plattformen verfügbar bleiben. Man könnte fast sagen, dass 2022 am 18. Januar mit einem Knall für die Gamingbranche begann.

Nachdem nun alle wach waren, warf ich zumindest immer mal wieder einen Blick auf Sony: Microsoft baut sich ziemlich laut ein eigenes Imperium auf, während Sony gefühlt an seinen beiden einzigen Spielen des Jahresanfangs baut. Doch der große Riese aus Japan, der sich derzeit fast nur auf Smartphones und PlayStation konzentriert, überraschte am 31.01.2022 mit der Meldung, dass Bungie aufgekauft wurde. Bungie gehörte ursprünglich mal zu Activision, war jedoch nun schon seit Jahren unabhängig. Dieser Deal zwischen Sony und Bungie war nicht ganz so teuer und kostete „nur“ 3,6 Milliarden Dollar. Auch die Spiele wie Destiny sollen weiterhin für mehrere Plattformen erscheinen, vermutlich wird es jedoch exklusive Inhalte geben, kann ich mir vorstellen. Sonys Deal war schon gut, allerdings kann das Unternehmen noch nicht mit Microsofts Shoppingtour mithalten. Witzig an beiden Deals ist jedoch: Activision besitzt die Rechte an Crash Bandicoot und Spyro, beides mal ehemalige PlayStation Maskottchen, während Bungie für die Halo Reihe bekannt war. Ein Tausch der Maskottchen?

Und Nintendo? Dieser Big Player brauchte weitere 9 Tage: Am 9.02.2022 gab es eine Direct, die das Gamingjahr für Nintendo ausleuchtete. Im Gegensatz zu Sony und Microsoft gibt es bei Nintendo allerdings keine Unternehmen, die aufgekauft werden, um in X Millionen Jahren neue Spiele zu veröffentlichen, sondern dieser japanische Big Player brachte mal eben Spiele mit. Und was für Spiele! Da wurden ziemlich spontan Xenoblade Chronicles 3, Fire Emblem Warriors: Three Hopes und ein neues Mario Strikes angekündigt, und das waren nur einige der Titel, die in Arbeit sind. Der Großteil soll sogar noch 2022 erscheinen. Ganz ehrlich: Mir ist relativ egal, wer welches Unternehmen kauft, ich freue mich eher über Content, der geliefert wird. Und zumindest wenn ich mir die Direct im Vergleich zu den Einkäufen anschaue, hat Nintendo gerade mal wieder die Nase vorn. Sicherlich wird sich vermutlich über die Qualität einiger Titel *hust* Fire Emblem Warriors *hust* streiten lassen, doch das sei erstmal dahingestellt.

Gibt’s da nicht noch mehr?

Richtig: So langsam können wir nicht mehr von den großen Drei sprechen, sondern müssen das Ganze vermutlich auf mindestens Fünf erweitern, denn da brauen sich zwei größere Gegner auf, die nicht mehr versteckt im Hintergrund agieren. Die Rede ist von NACON und Tencent. Tencent ist vor allem im asiatischen Raum vertreten, besitzt jedoch schon einige Aktienanteile an wichtigen Unternehmen der Branche und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis das Unternehmen auch wirklich weltweit wahrgenommen wird. Erst kürzlich hat Tencent bekannt gegeben, dass ein Harry Potter Handy Spiel, das es bislang nur in China gab, in Zusammenarbeit mit Warner Bros. auch für den Rest der Welt freigegeben wird. Ich denke, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis auch Tencent genauso gehandelt wird wie ein Sony, Microsoft oder Nintendo.

Und dann gibt es da noch NACON, das früher unter dem Namen Big Ben lief. Neben verschiedener Hardware, die das Unternehmen vertreibt, wächst es jedoch auch im Videospielbereich. Erst dieses Jahr kaufte es das Midgar Studio, das gerade ein halbes Jahrzehnt an Edge of Eternity arbeitete. Doch das ist noch nicht alles für den französischen Publisher: Erst gestern wurde bekannt, dass NACON auch Daedelic Entertainment kaufte. Im Vergleich zu den Deals von Sony und Microsoft ging dieser Deal fast schon als Schnäppchen durch, denn das Ganze kostete lediglich 53 Millionen Euro. Daedelic Entertainment ist unter anderem für einige coole Adventures wie die Deponia Reihe, Harveys neue Augen oder The Whispered World bekannt. Somit erweitert der französische Publisher sein Portfolio allein in diesem Jahr um einige spannende Zukunftsmöglichkeiten.

Was bedeutet das für mich?

Ich finde die Branchenentwicklung sehr interessant, weiß jedoch auch, dass viele Deals nicht von heute auf morgen die Welt verändern. Trotz dieser Deals soll vieles gleich bleiben, vermutlich wird es ohnehin einige Jahr dauern, bis es wirklich erkennbare Veränderungen gibt. Allein die Masse, die Microsoft jetzt besitzt, könnte in den nächsten Jahren für die eine oder andere größere Überraschung sorgen. Könnte. Für mich sind die großen Titel, die Microsoft so auf den Markt wirft, nicht weiter spannend, eher schiele ich auf die Indiedeals, die das Unternehmen sichert. Wie beispielsweise den Release von Drake Hollow, dessen Unternehmen The Molasses Flood übrigens letztes Jahr durch CD Projekt Red aufgekauft wurde. Microsoft ist für mich persönlich nur durch den Game Pass interessant – und vermutlich wird es dann spannend, wenn das Unternehmen mal Sony aufkaufen sollte.

Sony hingegen ist schon immer eher meine Marke gewesen. Die meisten Präsentationen des Unternehmens sind gut und setzen weniger auf Sports oder Shooter – blöd, dass zu dieser Aussage nun Bungie gekauft wurde. Ich hoffe, dass Sony nicht die Richtung ändert und mal wieder Spiele bringt, die mir auch gefallen. Und ich bin auch gespannt, was sich nun wirklich hinter Projekt Spartacus verbirgt. Und obwohl ich eigentlich ein PlayStation Kind bin, schlägt mein Herz für Nintendo, zumindest in diesem Jahr.

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Beatrice Eichhorn
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