Kitty Powers’ Matchmaker (Switch) im Test – Liebe braucht eine Agentur

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Es ist schon eine Weile her, da habe ich mit Miss Kitty Powers auf dem PC eine Datingagentur eröffnet und war relativ erfolgreich damit. Nun erschien Kitty Powers’ Matchmaker auch für die Nintendo Switch und ich war hellauf begeistert. Ob man die Agentur auch unterwegs führen kann, verrate ich euch in meiner Review zum Spiel selbst.

Die Rückkehr zur Agentur

Kitty Powers’ Matchmaker erschien ursprünglich im Jahr 2015 für Steam und begeisterte mich schon damals durch seine aufgeschlossene und frische Art – was unter anderem sehr an Namensgeberin und Drag Queen Miss Kitty Powers liegt, die einfach einzigartig unter Videospielentwicklern ist. Im Spiel selbst bittet euch Kitty darum, ihrer Datingagentur zu Glanzleistungen zu verhelfen. Das bedeutet, dass ihr immer zwei Menschen nach ihren Vorlieben miteinander matcht und sie anschließend auf ihr erstes (oder manchmal auch zweites) Date begleitet. Ihr seid dann der Mann im Ohr, sozusagen, und gebt die entsprechenden Antworten und Anweisungen, was euer Klient tun oder sagen soll. Das macht Spaß und ist immer noch genauso innovativ wie 2015. Und dabei lässt Miss Kitty Powers nie ihren Humor hinten runterfallen, sondern punktet an den richtigen Stellen mit genau den richtigen Sprüchen.

Und sogar noch einen kleinen Tacken innovativer, da sich Kitty Powers’ Matchmaker in den letzten fünf Jahren noch ein bisschen weiterentwickelt hat. Neben den mir schon bekannten Minispielen von damals sind einige neue Spielchen dazu gekommen, die einen ganz schon in den Wahnsinn treiben können…

Die Minispielen – Segen und Fluch zugleich

Jedes Date, das ihr in Kitty Powers’ Matchmaker erlebt, setzt sich aus verschiedenen Minispielen zusammen. Die meisten davon haben etwas mit eurer Erinnerung zu tun, denn so müsst ihr euch mal an das Aussehen eures Kellners erinnern oder wie euer Partner aussah, bevor er für fünf Minuten im Bad verschwunden ist ja (Ja, in fünf Minuten kann man sich auch mal die Haare färben ;)). Manchmal seid ihr auch gefordert und müsst dann ausrechnen, wie viel Trinkgeld ihr den Kellnern zahlen wollt. Je weiter ihr im Spiel kommt und je mehr und schwierigere Restaurants ihr freispielt, desto herausfordernder werden die Aufgaben und können einen ganz schön ins Schwitzen bringen.

Für mich neu gibt es ein Minispiel, das ich einfach nicht verstehe. Es geht dabei darum, dass euer Datepartner kürzlich im Kino war und einen ziemlich coolen Film mit seinem Lieblingsschauspieler gesehen hat – die Filmtitel selbst sind hierbei übrigens ziemlich amüsant und kreativ. Euer Date hat sogar ein Filmplakat dabei und ihr müsst erraten, welcher Schauspieler darauf nun der Lieblingsschauspieler eures Dates ist. Ich habe bisher noch nicht rausgefunden, wie genau man das nun eigentlich erkennen kann, weswegen ich zu 90 % daneben liege und mir somit einen Strike für das Date einfahre. Bei drei Strikes ist das Date vorbei und euer potentieller Partner verzieht sich – was unschön für eure Reputation ist.

Dennoch macht ein Date unheimlich viel Spaß und zeigt, wie divers Kitty Powers’ Matchmaker auch heute immer noch ist. Auch wenn es mittlerweile einige Spiele gibt, die auf der LGBTQ-Schiene schwimmen, so ist Miss Kitty Powers mit ihren Spielern immer noch meine Nummer 1, denn diese Spiele sind ohne Wenn und Aber sehr queer und divers, ohne dabei aufdringlich zu sein. Alles fühlt sich einfach immer noch unheimlich natürlich an.

Doch einen Haken haben die Dates auch. Jeder Charakter wird zufällig erstellt und dann einem Typ zugeordnet, sodass es zum Beispiel ein Hipster oder ein Geek sein kann. Dies erkennt man wiederum unter anderem am Kleidungsstil oder an den entsprechenden Hobbies der Menschen, doch nicht immer ist das wirklich leicht auseinander zu halten, weswegen es nicht immer einfach ist, die richtigen Typen miteinander auf ein Date zu schicken.

Der Vergleich zwischen PC und Switch

Da ich beide Versionen gespielt habe, kann ich kaum einen Unterschied ausmachen. Das einzige, was sich wirklich verändert hat, ist mein Augenmerk auf Spiele, weswegen ich heute einige Dinge anders bewerte als noch vor fünf Jahren. Auf dem PC wird vieles angezeigt, was man klicken muss, was einfach auf der Switch durch die Anzeige des entsprechenden Buttons ersetzt wurde.

Die Steuerung auf der Switch ist intuitiv und nicht sonderlich schwierig, sodass man sich keine schwierigen Tastenkombinationen merken muss, um Kitty Powers’ Matchmaker spielen zu können. Doch intuitiv war der Titel schon auf dem PC gewesen. Der einzige Unterschied liegt vielleicht in den verschiedenen Dingen, die immer mal durch die Dates fliegen. Ob das nun eine kleine Engels Kitty Powers ist oder eine Münze, ist dabei gleich, denn fast nie kann ich diese Dinge treffen, was frustrierend sein kann, aber an sich eigentlich nicht dramatisch.

Bisher ist Kitty Powers’ Matchmaker noch auf Englisch, doch das Team arbeitet bereits an einer deutschen Synchronisation. Die englischen Texte wiederum haben es immer noch ganz schön in sich und sind manchmal ganz schön in Mundart oder Redensarten gehalten, dass es sogar mir manchmal schwerfällt, zu verstehen, was die Figuren eigentlich gerade sagen möchten. Da bin ich wirklich auf deutschen Texte gespannt. Immer noch fallen mir dabei zu viele Wiederholungen bei den Sätzen auf, die unbedingt mehr Abwechslung benötigen, aber auch kleinere Bugs, sodass an manchen Stellen einfach nur @PlayerFirstName steht, statt mein vergebener Spielename. Doch all das beiseite, denn Kitty Powers’ Matchmaker ist für mich immer noch eines der innovativsten, intuivsten und queersten Spiele ever, weswegen alle negativen Punkte gar nicht so sehr ins Gewicht fallen.

Kitty Powers’ Matchmaker fordert nicht viel Akku, sondern nach einer Stunde waren erst knapp 18 % verbraucht, weswegen der Titel auch super für unterwegs geeignet ist und mir persönlich durch die intuitive Steuerung auf der Switch ein kleines bisschen mehr Spaß macht als auf dem PC.

Fazit: Ich will Kitty Powers’ überallhin mitnehmen

Vielleicht bin ich ein ganz kleines bisschen voreingenommen, weil ich ein großer Fan von Miss Kitty Powers bin, dennoch ist Kitty Powers’ Matchmaker auf der Nintendo Switch genau das richtige Spiel. Man kann es sowohl zwischendurch spielen (da ein Date nicht sonderlich lange andauert) als auch stundenlang auf dem Bett liegend oder bei einem angenehm heißen Bad. Es ist ein unheimlich offenes Spiel, das nicht nur im Heterobereich Paare in eurer Datingagentur zusammenbringen möchte und euch dabei bei den Dates selbst mit einigen, manchmal herausfordernden, Minispielen ins Schwitzen bringt.

Im Vergleich zum PC hat sich kaum etwas verändert, die Steuerung ist immer immer noch genauso intuitiv und das ganze Spiel ist noch immer sehr innovativ. Der Port hat Kitty Powers’ Matchmaker auf jeden Fall einen Gefallen getan, denn so kann ich die ganze Datingagentur auch überallhin mitnehmen, wo auch immer ich meine Kitty Powers brauche. Wer auf der Suche nach einem humorvollen, fordernden und kreativen queeren Spiel für die Switch ist, ist mit Kitty Powers’ Matchmaker auf jeden Fall sehr gut beraten, denn hier kommt ihr auf jeden Fall auf eure Kosten.

ProContra
+ Kitty Powers!– Englische Texte manchmal sehr in Mundart
+ Innovative Spielelemente– Vorbeifliegende Engelchen nicht immer anklickbar
+ Queere Dates möglich– Kleinere Bugs
+ Verschiedene Minispiele…– … die einen ganz schön ins Schwitzen bringen können
+ Spritziger Humor– Typen nicht immer auseinander zu halten
+ Sehr intuitiv
+ Ziemlich großer Umfang, da viele verschiedene Restaurants zur Verfügung stehen
+ Hervorragend für unterwegs geeignet

Technik: 81
Grafik: 84
Sound: 78
Umfang: 95
Gameplay: 88
KI: 58

Spielspaß: 96

  • Story: Ihr leitet eine kleine, feine Datingagentur.
  • Frustfaktor: Durch die Minispiele manchmal doch vorhanden, doch meistens gibt es einen Weg, die Situation irgendwie zu retten.
  • Nachhaltigkeitswert: Für mich hat Kitty Powers’ Matchmaker einen sehr hohen Nachhaltigkeitswert, da es sich in den letzten fünf Jahren immer mal wieder im Mund von allen befunden hat.
  • Design/Stil: Man orientiert sich am Comicstil, bringt aber eine ganz besondere Lebendigkeit ins Spiel ein.
  • Musik und Sound: Affirmative.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Auf dem PC kostet der Titel knapp 8 €, auf der Switch 13,29 €. Ich denke jedoch, dass etwa 10 € für beide Spiele passend sein sollten.
  • Akkuverhalten: In einer Stunde werden etwa 18 Prozent Akku verbraucht. Es sind also etwas mehr als vier Stunden Spielzeit mit Kitty Powers’ Matchmaker auf der Switch mit einer Akkuladung möglich.

Offenlegung

Wir haben uns Kitty Powers’ Matchmaker von Magic Notion kostenlos erhalten.

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Beatrice Vogt
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