LEGO Bricktales (Xbox) im Test – Es muss nicht alles perfekt sein

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Die Macher:innen der Bridge Constructor Reihe bringen als nächstes ein LEGO Videospiel. LEGO Bricktales ermutigt dich zum kreativen Bauen, während du in verschiedenen LEGO Welten aushilfst und einen Freizeitpark wieder aufbaust. Das ist ein vielfältiges Abenteuer, doch ausgerechnet das Bauen mit LEGO Steinen geht nicht so angenehm von der Hand wie gewünscht. Unsere Review zur Xbox Series S Version von LEGO Bricktales verrät mehr.

Ein Freizeitpark aus LEGO Steinen

LEGO Bricktales versucht den Humor, den bekannten Humor aus anderen LEGO Videospielen und den LEGO Filmen zu zünden. Heraus kommt der eine oder andere auffallende Gag und teilweise auch die eine oder andere Spitze auf die LEGO Gruppe selbst, zum Beispiel wenn es um die Eigenheiten von Rechtsabteilungen von Großkonzernen geht. Insgesamt wäre aber mehr drin gewesen.

Was die meisten Figuren im Spiel zu sagen haben, bleibt ebenso überschaubar wie die Geschichte: Du besuchst deinen Opa und möchtest den alten Freizeitpark wieder aufbauen. Doch dazu benötigt es spezielle Kristalle, die aus verschiedenen LEGO Welten zurückgeholt werden müssen. Zum Glück gibt es Rusty, einen alten, aber mächtigen Roboter, der uns in ebenjene Welten bringen kann und der verschiedene Fähigkeiten lernen kann.

Mit jedem Kristall der fünf Welten kann eine andere Attraktion wieder aufgebaut werden und der Park so wieder zum Leben erwachen. So erzählt LEGO Bricktales eine ganz nette Geschichte und die einzelnen Welten für sich präsentieren sich auch ganz gut, aber insgesamt bleibt die Erzählung genauso oberflächlich wie in anderen LEGO Spielen, lässt aber etwas des Humors und der Lacher vermissen. Angenehm ist dagegen der Spielumfang: Die fünf Welten bieten mit ihren optionalen Inhalten und der Geschichte an sich geschätzt rund zehn Stunden Spielzeit. Es ist aber sehr davon abhängig, wie lang man sich mit den einzelnen Bauwerken beschäftigt, es können sicher auch sieben oder acht, oder auch zwölf Stunden sein. !B

LEGO Figur vor einem kleinen See unter Palmen.
Die LEGO Welten überzeugen mit ihrer Stimmung

Bau dich zum Ziel

Natürlich ist die Geschichte auch nicht das Wichtigste an LEGO Bricktales, viel entscheidender ist, wie sich das Abenteuer mit unserer individuell baubaren Minifigur spielt. Verliebt habe ich mich auf jeden Fall in die fünf LEGO Welten, die LEGO Bricktales präsentiert: Diese Sandboxen zu erleben, die tatsächlich alle aus LEGO Steinen zusammengebaut wurden, macht wirklich Spaß. Die Welten sind detailreich und egal ob Dschungel, Stadt oder Mittelalter, sie repräsentieren alle ihre eigene Atmosphäre, nicht nur optisch, sondern auch durch die gelungene Musikuntermalung.

Ein Element kennt man gut aus anderen LEGO Videospielen: Beim ersten Besuch einer Welt wirst du sie nicht abschließen können, stattdessen gibt es in jeder Welt Elemente, die du erst später erledigen kannst. Das liegt daran, dass du in jeder Welt auch eine neue Fähigkeit bekommst, die du eben vorher schon benötigst. Kannst du erst mal alles, ist es gar nicht mehr so schwer, alle Geheimnisse in LEGO Bricktales zu finden, auch wenn es wichtig ist, jeden Winkel der Welten zu erkunden. Dazu steht auch eine Erkundungsperspektive jeder Welt zur Verfügung, in der man die Kamera frei drehen kann. Läuft man gerade herum, wird diese (leider) automatisch gedreht, was teilweise den Überblick etwas verlorengehen lässt.

Davon abgesehen sind alle Welten natürlich auf deine Expertise als Baumeister:in angewiesen: Es müssen Brücken gebaut werden, Dinge repariert werden, Waren zum Ziel gebracht werden oder auch einfach nur für Deko gesorgt werden. Eine Sache zieht sich recht oft durch und kann teilweise auch etwas nerven: Der Bau von Brücken. Da fiel mir dann immer wieder ein, dass eben das Bridge Constructor Team LEGO Bricktales entwickelt hat. Das heißt aber nicht, dass es nicht genügend Abwechslung gibt: Es gibt viele verschiedene, abwechslungsreiche Bauaufgaben. Teilweise unterscheiden sich diese deutlich vom Schwierigkeitsgrad, was sich nicht unbedingt absehen lässt, doch es gibt auch keinen Weg ums Bauen herum: Außer bei einigen optionalen Sachen musst du sie erledigen, um weiterzukommen. !B

LEGO Figur neben einem Kratzbaum für eine Katze aus LEGO Elementen.
Zu den Aufgaben gehört es auch mal, einen Kratzbaum für eine Katze zu bauen.

Hauptsache, es funktioniert

Wenn du eine Brücke bauen musst oder irgendwas anderes, das funktioniert, ist nicht entscheidend, dass es hübsch ist – es muss nur funktionieren. Das kommt mir persönlich wirklich sehr gelegen, denn hübsche Sachen aus LEGO Steinen bauen kann ich nicht. Aber solche, die funktionieren, das hat in LEGO Bricktales schon geklappt.

Du hast während der Story für jede Aufgabe eine Auswahl an Steinen zur Verfügung, die dann verwenden musst. Einen Sandbox-Modus gibt es davon abgesehen auch, allerdings kannst du während der Story eben nicht frei auf Bausteine zugreifen. Teilweise habe ich mich gefragt: „Warum ausgerechnet mit diesem Teil?“, aber das gehört ja zum Bauen irgendwie dazu. Eine Bauanleitung hast du natürlich nicht, außer, du musst mal etwas nachbauen, dann siehst du aber nur das Objekt, das nachgebaut werden muss, und keine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Etwas Kreativität und Erfinder:innentum ist also gefragt!

Was mich bei den Bauaufgaben am meisten gestört hat: Die Bedienung von LEGO Bricktales ist nicht besonders eingängig und funktioniert nicht besonders gut. Ein Stein wird am besten durch die Orientierung an den Schatten anderer Objekte platziert, doch den Stein exakt an die richtige Stelle zu bringen, ist gar nicht so leicht. Möchte man ihn nur um einen Stud verschieben, so ändert sich meist auch die Höhe und man fängt irgendwie wieder von vorne an.

Was mich auch etwas genervt hat: Steine lassen sich nur an die bestehende Konstruktion anfügen. Manches Mal habe ich mir gewünscht, unabhängig vom eigentlichen Gebilde etwas bauen zu können und das Ganze extra gebaute dann an die Konstruktion klemmen zu können – aber das geht nicht. Extra bauen geht zwar schon, aber dann nimmst du hinterher jeden Stein wieder einzeln. Insgesamt hat mir das Bauen in LEGO Bricktales meist dennoch Spaß gemacht – vor allem, weil es schön ist, sein Bauwerk hinterher exakt so in der Welt zu sehen und vielleicht sogar dabei zu sehen, wie es eine Aufgabe verrichtet. Dennoch verhält sich aber ausgerechnet das zentrale Element von LEGO Bricktales etwas bockiger, als ich es mir wünsche. !B

Fazit: In echt baut es sich besser

In vielerlei Hinsicht habe ich LEGO Bricktales genossen: Ein Abenteuer in digitalen LEGO Welten ist durchaus ein spannendes Erlebnis. LEGO Bricktales überzeugt mich mit der Gestaltung seiner fünf verschiedenen Welten, die auch genügend Geheimnisse für die Erkundung über die Story hinaus bereithalten. Von der Geschichte selbst brauchst du nichts Großartiges zu erwarten, sie hat ihre guten Momente, doch vor allem der Humor zündet nicht so, wie man es aus anderen LEGO Spielen oder Filmen kennt. Ausgerechnet das zentrale Element, nämlich das Bauen mit LEGO Steinen, konnte mich in LEGO Bricktales aber nicht ganz überzeugen: Die Bedienung beim Bauen mit dem Xbox Controller ist einfach zu komplex und nicht besonders eingängig, vor allem das genaue Platzieren von LEGO Steinen fällt schwer. Dabei sind die Bauaufgaben bis auf ein paar zu viele Brücken eigentlich ziemlich cool und vielfältig – doch mit echten LEGO Steinen baut es sich einfach wesentlich besser. Dennoch glaube ich, dass LEGO Bricktales ein schönes Spiel für alle LEGO Fans ist und mit seinen Welten gut unterhält.

ProContra
+ Schöne LEGO Welten– Komplexe Bedienung beim Verbauen der LEGO Steine
+ Gute Musikuntermalung– Humor zündet nicht so gut, wie er könnte
+ Prinzipiell abwechslungsreiche Herausforderungen…– … an machen Stellen dennoch leicht eintönig
+ Gelungene Optik– Überblick geht bei Erkundung manchmal verloren
+ Angenehmer Spielumfang

Offenlegung

Wir haben einen Reviewkey zu LEGO Bricktales erhalten.

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Manuel Eichhorn
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