[Preview EGX 2019] Jessika – Warum wir so sind wie wir sind

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Ich habe mir heute auf der EGX 2019 in Berlin vor allem Spiele angeschaut, mit denen ich mich zuvor noch nicht beschäftigt habe. Ich mag es, auch einmal unvoreingenommen in ein Spiel zu springen. Und genau so ein Spiel war Jessika heute auf der Messe.

Jessika erinnert mich an Orwell, weswegen es mich ganz besonders faszinierte. Zunächst loggt ihr euch in Jessika mit einem fiktiven Nutzer ein, den ihr selbst anlegt und dann geht es auch schon los: Jessika, Chads Freundin, ist verschwunden und er bittet euch um Hilfe. Ihr selbst habt ein Programm zur Verfügung, das mit Hilfe von Schlagworten Dateien durchsucht, in denen das Wort vorkommt. Also fangt ihr an.

Ich war zunächst ein wenig unsicher und tippte erstmal alles ein, was so im Gespräch mit Chad ans Licht kam: Chad, Liebe, Ort, und hatte nicht wirklich Glück. Erst als ich es mit Youtube versuchte, bekam ich Treffer angezeigt. Wichtig ist bei Jessika wirklich, dass ihr alles, was irgendwie nach einer Spur klingen könnte, in eure Suchmaschine haut, denn nur auf diese Weise findet ihr Treffer und könnt mehr entschlüsseln.

Zu Beginn findet ihr Videos, in denen sie überlegt, wie sie ihren Youtube Kanal starten möchte, welche Jessika sie sein möchte. Hier haben die Entwickler mit einer echten Theaterschauspielerin zusammengearbeitet, die auch wirklich vor der Kamera sitzt und die Videos aufnimmt. Und das macht sie wirklich verdammt gut! Besonders am Ende der spielbaren Demo war ich einfach nur baff – nachdem mich Jessika angeschrien hat. Das war verstörend, aber auch ein sehr gutes Gefühl, denn es gibt einem eine gute Erfahrung. Jessika selbst soll euch zeigen, warum Menschen so werden wie sie später sind. Besonders in diesem Beispiel erleben wir eine junge, lebensfrohe Frau, die über ihr Leben nachdenkt und auf die falsche Bahn gerät.

Doch genau solche Spiele sind wichtig, ebenso wichtig wie es bei Jugendbüchern wichtig ist, über Mental Health zu sprechen. Die Entwickler verrieten mir, dass sie Jessika auch schon an Schulen gezeigt haben und hoffen, dass es etwas bringt. Ich bin der Meinung: Es hilft, denn es regt zum Nachdenken an, bringt vielleicht die Leute dazu zu reflektieren und steigert eventuell die Awareness, um einfach ein bisschen auf die Zeichen zu achten und bin verdammt froh, dass die Spiele eine solche Gradwende aktuell vornehmen. Jessika soll 2020 erscheinen und ist derzeit auf der EGX 2019 in Berlin anspielbar – ihr solltet das definitiv nicht missen.

Seinen Ursprung hat Jessika übrigens bei den NSU Fällen, jedoch entschlossen sich die Entwickler dann doch dazu, nicht ganz so am Script zu hängen, allein schon, um mehr künstlerische Freiheit zu haben und so auch ihre eigene Geschichte zu erzählen. Jessika zählt für mich zu einem sehr, sehr, sehr wichtigen Spiel und ihr solltet es unbedingt auf dem Schirm haben.

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Beatrice Vogt
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