Spirit of the North: Enhanced Edition (PS5) im Test

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Ich mag Füchse. Aus diesem Grund hat mich auch Spirit of the North schon immer interessiert, zum Spielen kam ich allerdings erst durch die Enhanced Edition, die kürzlich für die PlayStation 5 erschien. Warum mich der Titel mit seiner besonderen Grafik jedoch nicht einfangen konnte, lest ihr in meiner Review zum Spiel auf der PS5.

Einmal Fuchs sein

Füchse sind in der Videospielwelt schon seit einiger Zeit besonders beliebt, weswegen mich Spirit of the North: Enhanced Edition direkt ansprach. Ich hatte den Titel schon zuvor auf anderen Plattformen gesehen und ihn eine Weile bei Steam auf der Wunschliste – doch erst auf der PlayStation 5 konnte ich mir nun endlich den Wunsch erfüllen und dieses Spiel mit dem Fuchs spielen. Allerdings erhielt ich nicht das Spiel, das ich erwartet hatte.

Spirit of the North beginnt ohne große Erklärungen: Ich beobachte einen Fuchs, der durch eine verschneite Landschaft läuft und offensichtlich einem roten Nebel im Wind folgt. Wer das ist? Wieso ich diesem Nebel folge? Keine Ahnung. Spirit of the North: Enhanced Edition versucht den Reiz von Journey und Lost Ember einzufangen, scheitert jedoch vor allem beim Erzählen der Geschichte.

Sehr selten stoße ich während meiner Reise auf Fragmente, die versuchen, die Story voranzutreiben, doch einen Zusammenhang kann ich darin nicht entdecken. Und das ist schade, denn auf diese Weise steuere ich einfach nur einen Fuchs durch eine relativ ansehnliche, wenn auch sehr stark aus einem Baukasten wirkende Landschaft und kann aus dem Ziel des Fuchses nicht mein eigenes machen.

In Spirit of the North: Enhanced Edition kann ich zudem Schamanen erwecken, in dem ich ihnen gut versteckte Schamanenstöcke bringen. Wer diese Schamanen sind oder welche Bedeutung sie hatten, das erschließt sich mir nicht. Ich weiß nur, dass ich Trophäen dafür bekomme und wenn ich alle in einem Kapitel finde, schalte ich einen neuen Skin für meinen Fuchs frei. Mehr Bedeutung scheinen diese Schamanen jedoch nicht zu haben, was sehr schade ist, da sie bestimmt einen großen Teil zur Story beigetragen hätten.

Hier fehlt der Geist des Nordens

Im Laufe des Spiels entdecke ich eine Spiritform meines Fuchses. Das bedeutet, dass ich im Grunde bestimmte Spirits – also Lichtwesen – nutzen kann, um voranzukommen. Meistens nutze ich diese jedoch nur, um irgendwelche Rätsel zu lösen, die mal mehr, mal weniger übersichtlich und logisch sind. Die meisten Rätsel wirken jedoch relativ einfallslos und greifen auf kurz zuvor eingeführte Mechaniken zurück. Andere Rätsel setzen darauf, dass ich mehrmals weite Strecken laufe. Allerdings wirken für mich auch diese Rätsel wie Elemente, die nicht ganz ins Spiel passen, ähnlich wie die Schamanen.

Die Welt in Spirit of the North: Enhanced Edition ist zwar ganz nett, doch irgendwie leblos. Sie wirkt wie eine Kulisse, deren Geist abhanden gekommen ist. Da sich so gut wie nichts verbirgt, macht es mir auch keinen Spaß, die Welt zu erkunden. Denn Geheimnisse gibt es nicht.

Von der Grafik her erinnert mich Spirit of the North: Enhanced Edition irgendwie an Death Stranding, zumindest was die Berge und die darum liegende Landschaft angeht. Was mir jedoch fehlt, ist ein ganz besonderer Charme. Eine Welt, die es zu entdecken Spaß macht und die mir selbst sehr viel mehr zur Geschichte erzählt. Eine Welt, in der eine Geschichte nicht einmal aktiv erzählt werden müsste, weil sie sich selbst erklärt. Doch das fehlt mir gänzlich.

Irgendwie wirkt Spirit of the North: Enhanced Edition wie aus einem Unity Baukasten – obwohl ich weiß, dass es nicht aus einem solchen Baukasten stammen kann. Dennoch sieht es so aus und das ist schade, denn hier wäre eine lebendigere Welt bestimmt drin gewesen.

Eine schlitterige Rutschpartie

Ich hab doch gedrückt

Spirit of the North: Enhanced Edition greift auf ziemlich viele Mechaniken zurück, die relativ identisch sind. Wurde erst einmal eine Mechanik eingeführt, wird diese auch sehr häufig eingesetzt. Das wäre nicht ganz so dramatisch, wenn auch die technische Seite ganz gut funktionieren würde, doch neben Clippingfehlern hüpft mein Fuchs nicht immer so wie er soll, fällt manchmal durch Dinge einfach hindurch und auch sonst fühlt sich das Ganze nicht unbedingt hochwertig an.

Das ist sehr schade, denn besonders im Gameplay hätte man noch was reißen können. Vieles funktioniert hier einfach nicht, wie es funktionieren sollte. Daneben bin ich immer wieder von den Leveln irritiert. In der Mitte etwa trifft man auf eine große, verfallene Burg, die voll von dem roten Nebel ist. Hier hatte ich gedacht, dass es bereits das letzte Level im Spiel ist, doch Fehlanzeige. Und so gestalten sich viele Level einfach nicht richtig passend.

Irgendwie springt der Funke nicht wirklich über, obwohl Spirit of the North: Enhanced Edition einige Aspekte hat, die allein für sich gesehen schön sind, die jedoch zusammen kein großes Ganzes bauen – und das finde ich schade. Dafür punktet das Spiele mit einem tollen Soundtrack.

Fazit: Nice Try

In Spirit of the North: Enhanced Edition schlüpfst du in die Rolle eines Fuchses, der auf einer Reise ist. Er folgt einem roten Nebel, doch welchen Hintergrund das Ganze hat, erschließt sich mir nicht. Ich weiß nicht, wieso der Fuchs dort ist und was seine Aufgabe ist. Die Story ist einfach nicht greifbar, obwohl sie sich versucht, selbst zu erklären, doch sie scheitert an vielen verschiedenen Elementen, die einfach nicht zusammenzupassen scheinen.

Neben einer ganz annehmbaren Grafik, die dennoch wie aus einem Unity Baukasten wirkt, punktet Spirit of the North vor allem mit einem wunderschönen Soundtrack, der versucht, alles irgendwie positiv zu unterstützen. Vor allem jedoch auf der technischen Seite bleibt das Spiel mit dem Fuchs weit hinter anderen Vertretern des Genre zurück und so machen auch die eingefügten Rätsel mit den sich häufig wiederholenden Mechaniken nur bedingt Spaß.

Spirit of the North: Enhanced Edition ist ein ruhiges Spiel, das jedoch durch die vielen nicht passenden Elemente keine ganzheitliche Einheit, sondern eine Reise bietet, die am Ende nicht zu meiner wird.

ProContra
+ Fuchs als Protagonist– Storyelemente zusammenhangslos
+ Wunderschöner Soundtrack– Viele Elemente passen nicht zusammen
+ Ruhiges, entspannendes Gameplay– Technisch viele Fehler
– Ein großes Ganzes fehlt
– Welt wirkt leblos
– Grafik wirkt wie aus Unity Baukasten
– Viele Mechaniken wiederholen sich zu häufig

Technik: 56
Grafik: 65
Sound: 84
Umfang: 54
Gameplay: 35
KI: 40

Spielspaß: 45

  • Story: Spirit of the North: Enhanced Edition versucht eine Geschichte zu erzählen, ohne sie direkt zu erzählen, scheitert jedoch an der Umsetzujng.
  • Nachhaltigkeitswert: Spirit of the North bleibt nicht wirklich im Gedächtnis und ist auch nicht sonderlich langlebig bezüglich der Inhalte.
  • Frustpotential: Dank der technischen Umsetzung und den sich immer zu wiederholenden Mechaniken definitiv vorhanden.
  • Design/Stil: Ganz annehmbar, wirkt jedoch stellenweise wie aus einem Unity Baukasten.
  • Musik und Sound: Wunderschön, hebt jedoch kaum den Gesamtwert.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: 24,99 € sind ein bisschen hoch angesetzt. Knapp 15 oder 16 € hätten auch gereicht.

Offenlegung

Wir haben Spirit of the North: Enhanced Edition kostenlos vom Publisher erhalten.

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Beatrice Vogt
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