Submerged: Hidden Depths (Stadia) im Test – Alte Formel, alte Stärken

4.7
(3)

Fünf Jahre ist es schon her, dass ich Submerged auf der Xbox One getestet habe – ein Spiel, welches sich zwar nicht besonders spektakulär präsentiert hat, was die spielerische Seite angeht, dafür aber als atmosphärische Rettungsmission begeisterte. Etwas überraschend ist nun der Nachfolger Submerged: Hidden Depths erschienen, der im Rahmen eines Deals zwischen Google und dem verantwortlichen Studio Uppercut Games exklusiv für Stadia erschienen ist. Ich habe mir den Titel angesehen und herausgefunden, ob sich auch diese Reise lohnt. Mehr in der Review.

Bekannte Formel

Es ist schon faszinierend: Wenn ich meinen Testbericht zum ersten Submerged lese, stelle ich fest, dass ich große Teile einfach übernehmen könnte. Eigentlich trifft fast alles auch auf den Nachfolger zu – keine Sorge, das ist auch wirklich nicht schlecht, bedeutet aber, dass Submerged: Hidden Depths vor allem bei der Gameplayformel wenig Neues wagt.

Auch Submerged: Hidden Depths ist ein absolut gewaltfreies Spiel ohne Kämpfe, in dem es hauptsächlich um die Erkundung geht. Die größte Herausforderung liegt darin, den richtigen Weg und alle Sammelobjekte zu finden und dabei gegebenenfalls winzige Rätsel zu lösen – diese bestehen meist nur darin, eine Plattform in der Spielwelt zu finden und sie mit dem Boot an die richtige Stelle zu ziehen. Es gibt wirklich keine großen Überraschungen, Herausforderungen oder Frust schon gar nicht: Submerged: Hidden Depths ist ein Spiel zum Erkunden, Entspannen. Und obwohl man viel klettert, besteht keine Gefahr, in die Tiefe zu stürzen.

Dafür gibt es Geheimnisse und Sammelobjekte an jeder Ecke der Spielwelt, ja beinahe schon zu viele: In jedem Gebiet der überfluteten Stadt gibt es Tagebücher und sonstige Sammelobjekte zu finden, wie Upgrades fürs Schiff, Aussichtspunkte, die Teile der Karte offenlegen, oder auch Teile für Kleidungsstücke. Immerhin habe alle Objekte ihren Sinn: Sie schalten optische Anpassungen für Figur oder Boot frei, erzählen die Geschichten durch die Tagebücher oder sorgen dafür, dass man mit dem Boot länger schnell fahren kann. In welcher Reihenfolge ihr die Orte erkundet und was du zuerst erledigst, ist dabei übrigens ganz dir überlassen.

Gewaltfrei, aber wunderschön.

Alte Stärken

Wer ein Spiel ohne unnötige Kämpfe sucht, wird mit Submerged: Hidden Depths dabei voll und ganz fündig, und die sonstigen Stärken des Vorgängers bringt dieses Spiel gleich auch noch mit: Dazu gehören vor allem die umwerfende Atmosphäre, richtig schöne Momente in der Spielwelt und die Erzählweise, die recht mysteriös ist, gleichzeitig aber eine Geschichte um den Kern der Menschheit erzählt.

Wir begleiten wieder ein junges Mädchen und ihren Bruder Taku. Wir erinnern uns: Im ersten Submerged mussten wir Medikamente für den schwer kranken Taku finden, nun, etwas später, versuchen die beiden eine Zuflucht zu finden – oder aber einfach nur anderen Menschen zu helfen. Doch durch eine mysteriöse Gabe der Schwester haben die Menschen eher Angst, als dass sie Hilfe annehmen möchten, geschweige denn die beiden jungen Menschen in ihren Kreis aufnehmen möchten.

Während du die Welt in Submerged: Hidden Depths mithilfe von Samen von ihrer Dunkelheit befreist, wirst du nicht nur von der Atmosphäre begeistert, sondern siehst immer wieder Überbleibsel der vorherigen, „alten“ Welt. Submerged: Hidden Depths ist an vielen Stellen einfach wunderschön und lädt zudem zum Nachdenken ein – auch über unser alltägliches Handeln.

Der Nachfolger legt dabei auch noch einen wesentlich höheren Detailgrad und auch einen größeren Umfang an den Tag als das erste Submerged – was zwar zum einen für fast schon zu viele Sammelobjekte sorgt, Hidden Depths aber andererseits auch seinen Vorgänger leicht überholen lässt, obwohl es sich wirklich um einen sehr behutsamen Nachfolger handelt, der aber vor allem mit der Welt und den kleinen, wortlosen Erzählungen darin begeistert.

Ruhig erzählt

Der Erzählstil ist dabei extrem ruhig, aber nicht ganz konsequent. So bleiben die Protagonisten meistens stumm, vor allem in den Sequenzen, sprechen aber dennoch immer mal wieder miteinander – in ihrer eigenen Sprache, was cool ist, aber viel zu leise vertont. Das passt nicht ganz so gut zur ansonsten großartigen Soundkulisse von Submerged: Hidden Depths. Ansonsten setzt das Spiel hauptsächlich auf Grafiken und wenig Text, um seine Geschichte zu erzählen – was ich persönlich sehr gelungen finde, denn es braucht hier auch nicht viele Worte, um dennoch eine gelungene Botschaft auszudrücken.

Technisch hinterlässt Submerged: Hidden Depths auf Stadia ansonsten einen guten Eindruck: In erster Linie wegen der detailreichen, abwechslungsreichen und audiovisuell einfach gut gelungenen Spielwelt. Die Technik an sich gehört jetzt nicht zur absoluten Oberklasse – doch da das Sehen und Hören dennoch ein Genuss ist, fällt das gar nicht weiter auf. Kleines, spannendes Feature: Während in vielen Spielen wichtige Kanten und Ecken zum Klettern pauschal weiß angemalt werden, darf man sich die entsprechende Leitfarbe in Submerged: Hidden Depths selbst aussuchen.

Kleiner Schönheitsfehler: Die Steuerung funktioniert nicht immer perfekt. Vor allem nach dem Öffnen der Karte muss man alle Tasten kurz los lassen, damit der Controller wieder auf Eingaben reagiert. Hier wäre eine bessere Optimierung wünschenswert. Vielleicht gibt es ja noch einen Patch.

Ein *wenig* Action.

Fazit: Das ruhige The Last of Us

Submerged: Hidden Depths greift auf die Formel des Vorgängers zurück: Uppercut Games liefert hier ein gewaltfreies, äußerst entspanntes und auf Erkundung ausgelegtes Spielerlebnis. Dabei gibt es an jeder Ecke der Welt etwas zu finden und zu entdecken – doch immerhin haben die fast schon zu zahlreichen Sammelobjekte einen Sinn. Den Vorgänger deutlich überholen kann Submerged: Hidden Depths im Bereich Detailreichtum der Spielwelt: Die überflutete Stadt bietet eine ausgezeichnete Atmosphäre. Dabei schlägt es in die gleiche Kerbe wie The Last of Us, spricht aber alljene Spieler:innen an, die ohne Ballerei auskommen möchten. Auch für das zweite Submerged gilt: Die großen Überraschungen bleiben aus, aber es macht einfach Spaß, diese Welt zu erkunden und die Geschichte mit viel Freiheit zusammenzusetzen.

ProContra
+ Großartige Atmosphäre– Steuerung hakt manchmal
+ Wunderschöne Spielwelt– Synchronisierung nicht ganz gelungen
+ Gute Soundkulisse– Keine großen Überraschungen
+ Gewaltfrei– Beinahe zu viele Sammelobjekte
+ Viele Details
+ Ruhige Erzählung

Technik: 83

  • Grafik: 85
  • Sound: 85
  • Umfang: 80
  • Gameplay: 80
  • KI: 85

Spielspaß: 85

Einzelspieler:

  • Story: Eine ruhig erzählte Geschichte ohne viele Worte – aber durchaus mit einigen Botschaften.
  • Wiederspielwert: Submerged: Hidden Depths ist deutlich umfangreicher als der Vorgänger und vor allem mit dem Sammeln aller Objekte ist man eine Weile beschäftigt.
  • Frustfaktor: Nicht vorhanden. In Submerged: Hidden Depths kann man sich durchgehend sicher fühlen.
  • Design/Stil: Submerged: Hidden Depths bietet eine wunderschöne Spielwelt, die mit schönen Lichteffekten, Tag- und Nachtwechseln sowie Wettereffekten aufwartet.
  • Musik/Sound: Sehr gut gelungen und unterstreicht die Atmosphäre.
  • Preis-/Leistung: Die 19,99€ sind angemessen.

Offenlegung

Wir haben Submerged: Hidden Depths im Rahmen des Stadia Pro Abos heruntergeladen.

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Manuel Eichhorn
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