Sym (Steam) im Test – Masochistischer Puzzle-Platformer

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Viele kleine Indieentwickler wollen ganz gern mit den ganz Großen mitschwimmen und gehen dabei auf eine Schiene, die die meisten Spieler zur Weißglut treibt: Die sogenannten Hardcore Puzzle-Platformer sind echt nicht von schlechten Eltern und können regelmäßig dafür sorgen, dass eure Tastatur oder euer Controller den Geist aufgibt. Wir haben für euch den Puzzle-Platformer Sym, das auf Steam zur Verfügung steht, getestet und verraten euch, warum hier eigentlich kein Gerät leiden wird.

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Einsamkeit und Trauer

Auch wenn es nicht an den Anschein erwecken sollte: Sym verfügt tatsächlich über eine Geschichte, die euch allerdings nicht unbedingt sofort auffallen dürfte. Innerhalb der einzelnen Level findet ihr immer mal wieder Teilsätze, die zusammengesetzt eine Geschichte erzählen. Zwar braucht Sym allein aufgrund des Gameplays eigentlich keine Story, aber interessant ist sie dennoch, auch wenn manchmal der Zusammenhang fehlt.

Besonders zu Beginn werden diese Teilsätze als Tutorial genutzt, um euch beispielsweise zu zeigen, wie man zwischen Licht und Schatten wechselt oder mit welchen Mechanismen ihr es zu tun bekommt. Hier sollte man also doch manches Mal lesen. Etwas seltsam ist nur, dass hier einige Spielmechaniken nicht ganz zusammenpassen. Zum Beispiel gibt es große Augen, die einen beobachten und weswegen man in den Schatten wechseln sollte. Wir konnten allerdings nicht feststellen, ob diese Augen tatsächlich gefährlich sind oder nicht, da sie einfach nichts machen, auch wenn man sie anspringt. Dafür gibt es ganz andere Wesen, die einen ganz gern mal verschlingen, wenn man auf sie tritt oder in sie hinein läuft.

Später im Spiel dienen die Sätze allerdings tatsächlich zur Erzählung der Geschichte und das wird eigentlich ganz gut umgesetzt, weil viele Sätze auch zu den Tätigkeiten passen, die ihr durchführen müsst. Doch dazu gleich mehr. Die Story selbst erzählt von Einsamkeit und Verzweiflung, von Flucht und Angst, schade nur dass sie ein wenig arg in den Hintergrund gerät, da das Gameplay nun einmal ziemlich fordernd ist und man kaum Zeit hat, dem geschriebenen Wort zu folgen. Die Sätze stehen euch übrigens komplett auf Deutsch zur Verfügung, hier dürfte also nichts vom Sinn her verloren gehen.

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Licht, Schatten und Bugs

Wir schrieben bereits, dass man in Sym zwischen Licht und Schatten wechseln muss, um zum Ziel zu kommen. Das Ziel ist dabei übrigens immer eine Art Fahrstuhltür. Ganz klassisch steuert ihr eure Figur mit den Pfeiltasten, wobei Rechts und Links die jeweilige Richtung angeben, während Hoch und Runter sowohl für das Springen als auch das Wechseln der Ebenen gedacht sind. Das geht meistens ziemlich problemlos, auch wenn manchmal kleinere Nachladeprobleme zu sehen sind und die Figur manchmal doppelt zu sehen ist.

Der Unterschied zwischen den Ebenen besteht meist in den unterschiedlichen Gefahren. Wenn man sich oben, bzw. im Licht befindet, sind beispielsweise fleischfressende Pflanzen gefährlich, die man jedoch problemlos unten, bzw. im Schatten umgehen kann. Ähnlich verhält es sich mit den Häckslern, diese sind nur im Schatten gefährlich, aber nicht im Licht. Abseits dieser Unterschiede spielen sich beide Welten eigentlich genau gleich, nur das die Unterwelt auf dem Kopf gespielt wird. Außerdem unterscheiden sich noch beide Musikstücke, die gespielt werden.

Aber nicht nur diese beiden Elemente werden euch hilfreich sein im Spiel, sondern auch die offensichtlich gewollten “Bugs”, bzw. der sehr schwammige Kantenabgleich, der dafür sorgt, dass ihr eben auf manchen Flächen weitaus weiter stehen könnt als es eigentlich gewollt ist. Aber genau dieser Abgleich sorgt dafür, dass ihr beispielsweise nicht in die Häcksler geratet oder eben genau dass ihr in ihnen landet. Ob das gewollt ist oder eben nicht, ist eher unbekannt. Fakt ist, dass es sowohl ein Segen als auch ein Fluch sein kann. Allerdings kann dieser schlechte Kantenabgleich auch gelegentlich dazu führen, dass man in schmalen Öffnungen auch mal stecken bleibt und dann ganz schön schauen muss, wie man da wieder herauskommt. Auch zu Beginn eines Levels, wenn man aus seinem Kaninchenloch herausfällt, kann es immer mal wieder dazu führen, dass die Figur mitten in der Luft stecken bleibt, das löst sich allerdings nach ein paar Sekunden wieder.

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Hardcore?

Unsere Beschreibungen klangen bisher noch nicht unbedingt nach dem Hardcore Puzzle-Platformer, den wir euch versprochen haben, aber genau das ist es. Viele Level sind so aufgebaut, dass man sich erst einmal kopfüber ins Level stürzen muss, bevor man überhaupt genau weiß, wo sich denn nun der Ausgang befindet, bzw. wo denn nun Gefahren auf einen lauern. Doch was jetzt nach fiesem Trial & Error klingt, ist nicht ganz so fies, zumindest der Frustfaktor dürfte nicht allzu schnell in die Höhe gehen: Die Level sind alle recht kurz und meistens ist es die Schuld des Spielers, wenn man stirbt, da man entweder nicht rechtzeitig gedrückt hat oder einfach geschlafen hat. Das kann passieren.

Euch stehen im Übrigen 44 Level zur Verfügung, die sich je nach Art und Schwierigkeit unterscheiden. Während man in der ersten Levelwelt namens “Meine eigene kleine Welt” nur mit dem Wechsel zwischen Licht und Schatten und Springen ans Ziel kommt, muss man in “Rehabilitation”, das weiter hinten im Verlauf kommt, schon ziemliches Glück beweisen, wenn man überhaupt zum Ausgang kommen will. Und genau da liegt der Hund begraben, denn was jetzt nach wirklich fiesen Spielmechaniken klingt, hat eigentlich wirklich nur was mit dem Spieler zu tun. Frustfaktor ist relativ selten gegeben.

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Licht oder Schatten? Wir nehmen beides!

Sym ist ein kleines Spiel auf Steam, das mit Licht und Schatten spielt und euch so durch ganz verschiedene Level schickt. Doch nicht nur die verschiedenen Ebenen helfen euch bei der Flucht vor den fiesen Monstern, die euren Weg behindern, sondern auch die etwas miesen Kantenabgleiche, die sowohl Segen und Fluch gleichermaßen sein können, denn an einigen Stellen sind diese schon unheimlich nützlich, an anderen sorgen sie eher für euren Verdruss.

Gleichermaßen erzählt Sym eine sehr interessante Story, die leider etwas in den Hintergrund gerät, aber dank verschiedener Teilsätze innerhalb der Level ständig vorhanden ist. Sym ist ein Hardcore Puzzle-Platformer, der mit einem Trial & Error System, aber einem niedrigen Frustfaktor daherkommt. Dank recht kurzen Leveln, die es allerdings in sich haben, fühlt man sich eigentlich selten wirklich gefrustet. Sym macht an jeder Ecke mehr oder weniger Spaß, ist aber auf jeden Fall einen Blick wert, wie wir finden.

Pro Contra
+ Bugs können sowohl Segen… – … als auch Fluch sein
+ Innovatives Spielkonzept – Kantenabgleich nicht immer gelungen
+ Gelungenes Hardcorekonzept – Spielfigur hängt sich gelegentlich auf
+ Schöner Soundtrack – Geschichte rutscht mehr oder weniger in den Hintergrund
+ Geringer Frustfaktor
+ Kurze Level
+ Knackige Rätsel und Level
+ Hohe Motivation

Technik: 81

  • Grafik: 78
  • Sound: 90
  • Umfang: 93
  • Gameplay: 75
  • KI:70

Spielspaß: 90

  • Story: Die Story wird nebenbei erzählt, kann dadurch aber ziemlich leicht in den Hintergrund geraten.
  • Frustfaktor: Der ist erstaunlicherweise relativ gering, da die Level sehr kurz sind und ziemlich motivieren.
  • Wiederspielwert: Wenn man Sym einmal durchhat, wird man vielleicht eher nur seine Freunde dazu nötigen, mal ein Level zu spielen.
  • Design/Stil: Stilistisch wagt sich Sym auf neue Wege, was ihm jedoch ziemlich gut steht.
  • Musik: Der Soundtrack ist genial und bietet Unterschiede zwischen den verschiedenen Ebenen.

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Beatrice Vogt
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