The Dungeon of Naheulbeuk (Switch) im Test – Die Technik ist (k)ein Witz

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Im Sommer letzten Jahres habe ich mich schon einmal durch den Dungeon gekämpft – und nun erscheint The Dungeon of Naheulbeuk auch für die Nintendo Switch und die anderen Konsolen. Die Switch Fassung hat mich besonders interessiert und ich hatte die Gelegenheit, mir auch diese in den letzten Tagen ausführlich anzuschauen – hier erfährst du, ob sich das Abenteuer mobil wie auf dem TV lohnt.

Ich kenn dich schon!

Einer meiner Kritikpunkte in meinem Testbericht zu The Dungeon of Naheulbeuk im letzten Jahr war, dass der Wiederspielwert eher gering ausfällt – vor allem, weil sich die zahlreichen Witze im Spiel dann doch etwas abnutzen. Bei meinem zweiten Durchgang auf der Switch hat sich das etwas bestätigt und die Figuren konnten mich nicht mehr so sehr mit ihrem Witz begeistern wie beim ersten Mal, aber: Viel Spaß hatte ich trotzdem!

In The Dungeon of Naheulbeuk spielst du eine kunterbunte Abenteuertruppe, in der nichts so richtig ernstzunehmen ist – das ganze Abenteuer ist recht albern inszeniert, aber in ein Taktik-RPG gepackt, das durchaus seinen Anspruch hat, sehr sogar, abhängig vom Schwierigkeitsgrad. Denn hier kann jeder Zug entscheidend sein, während der Ausbau der Figuren und ihrer Unterstützungseffekte auch eine individuelle Weiterentwicklung und einen individuellen Spielstil deinerseits unterstützen.

Handlung und Gameplay stehen auch gar nicht im Widerspruch, im Gegenteil, ich finde, es passt alles wunderbar zusammen – vor allem Taktik-RPG „Muffel“ können meines Erachtens an The Dungeon of Naheulbeuk auch Gefallen finden, oder vielleicht solche Spieler*innen, die sich bei dem Genre nicht ganz sicher sind und einfach mal reinschnuppern wollen.

Die Tutorials haben mir gutgetan – denn die Steuerung auf der Switch ist durchaus gewöhnungsbedürftig.

(K)ein Witz: Die Technik

Die Spielsysteme von The Dungeon of Naheulbeuk habe ich schon in meiner PC Review näher beleuchtet – und hier hat das Spiel nichts von seinen Stärken eingebüßt. Doch die spannendste Frage ist vielleicht, wie die technische Umsetzung auf die Nintendo Switch gelungen ist. Und da muss man ganz klar sagen: Zumindest einwandfrei ist es nicht geworden.

Rein optisch gesehen muss man erstaunlich wenige Abstriche machen: Den Detailgrad der Umgebungen haben die Entwickler*innen relativ unverändert lassen können, doch das geht deutlich auf Kosten der Performance. Während auf dem PC alles auch ziemlich unscharf wirkt, kämpft man sowohl im Handheldmodus als auch im TV-Modus mit einer dauerhaft nicht wirklich stabilen Performance – das Bild zuckelt die ganze Zeit etwas vor sich hin, während es regelmäßig – vor allem in den Kämpfen – zu echten Aussetzern kommt, bei denen auch der Ton kurz ausfällt. Was außerdem immer noch nicht vollständig gelöst wurde: Texte im Spiel, die aus den verschiedenen Sprachen im Spiel zusammengewürfelt sind.

The Dungeon of Naheulbeuk bleibt trotzdem spielbar, aber so richtig rund ist die Umsetzung nicht. Gewöhnungsbedürftig ist auch das Steuerungskonzept auf der Switch. Ich kann sagen, dass es mir nach zwei, drei Stunden dann leicht gefallen ist, The Dungeon of Naheulbeuk auch mit dem Controller zu bedienen, aber richtig intuitiv ist das nicht, vor allem in den Kämpfen. Manches Mal habe ich mich am Anfang auch gefragt, warum eine bestimmte Funktion nicht reagierte, aber ich war einfach noch nicht im richtigen Menü. Ich denke mal, die Vielzahl der Funktionen hat das Team durchaus ganz gut umgesetzt, aber dennoch muss man sich hier etwas in die Steuerung einarbeiten.

Nahaufnahmen wie diese sind sehr hübsch – an Details mangelt es generell nicht.

Bring etwas Geduld mit

Die Steuerung in Verbindung mit der unrunden Technik war für mich am Anfang ein Grund, dass ich dachte, ich würde die Switch Fassung von The Dungeon of Naheulbeuk nicht lange spielen – doch am Ende hat es mir doch richtig gut gefallen. Für mich spiele ich einfach lieber auf einer Konsole oder auf der Switch als auf dem PC, und im Endeffekt kann man die Mängel verschmerzen – dennoch ist es ganz klar wichtig zu sagen, dass die PC Version die deutlich rundere Version ist, sowohl was die Performance, als auch was die Steuerung betrifft.

Inhaltlich und bei den sonstigen Qualitäten hat sich nichts verändert – ein Spiel für schnelle Runden zwischendurch ist The Dungeon of Naheulbeuk übrigens nicht, denn manche Schlachten können sich ganz schön lange hinziehen. Doch vor allem den Ausbau der Figuren mal mobil zu machen, hat mir richtig gut gefallen. Die taktischen und spielerischen Möglichkeiten, die The Dungeon of Naheulbeuk bietet, sind wirklich beeindruckend – und die Erweiterung zum Spiel ist in der Konsolenversion gleich auch mit inbegriffen.

Fazit: Der Dungeon lockt

Mir hat The Dungeon of Naheulbeuk auf der Switch etwas mehr Spaß gemacht als auf dem PC – vor allem aber durch meine persönliche Präferenz, lieber auf dieser Plattform zu spielen. Die technische Umsetzung nämlich und auch die Steuerung kosten die Switch Version nämlich ordentlich Punkte – während man sich in die Steuerung früher oder später eingearbeitet hat, wird die Technik auch im Spielverlauf nicht besser. The Dungeon of Naheulbeuk läuft nie richtig flüssig, Bild und Ton setzen zudem recht regelmäßig aus. An den spielerischen Qualitäten ändert das (fast) nichts: Es handelt sich hier um ein detailliertes Taktik-RPG mit viel Humor, das auf jeden Fall gut unterhält, vor allem für einen Durchgang. Insgesamt empfehle ich die PC-Version für alle, die auch gern am PC zocken, doch letztlich macht man auch mit der Switch Fassung nicht viel verkehrt.

ProContra
+ Humorvolles Abenteuer– Ruckelige Umsetzung auf der Switch
+ Umfangreiche Figurenentwicklung– Komplizierte Steuerung
+ Detailreiche Umgebungen– Texte nicht immer übersetzt
+ Viele taktische Möglichkeiten– Teils komplette Aussetzer von Bild/Ton

Technik: 72
Grafik: 63
Sound: 77
Umfang: 77
Gameplay: 72
KI: 71

Spielspaß: 83

  • Story: Das Spiel lebt vom Humor – die Story ist mal nicht übertrieben episch, sondern gut auf ihre Hauptfiguren zugeschnitten.
  • Nachhaltigkeitswert: Man ist durchaus eine Weile beschäftigt und behält den Dungeon in Erinnerung – einen allzu großen Wiederspielwert bietet das Spiel aber nicht, vor allem, weil sich die Witze recht stark abnutzen.
  • Frustpotential: Teilweise vorhanden, oft Speichern heißt die Devise.
  • Design/Stil: Stimmig und gelungen.
  • Musik und Sound: Die deutsche Vertonung ist hervorragend, die Musik nur zum Zweck da.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Die 44,99€ sind für alle Inhalte angemessen.

Offenlegung

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Manuel Eichhorn
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