Stories of Mara: Chapter One (PC) im Test – Wie man Stress umgeht

()

Im Sommer 2020 erschien Summer in Mara, ein sommerliches Abenteuer auf mehreren Inseln mitten in Mara. Nun möchte Chibig, das Studio hinter dem Spiel, das Universum mit einer Sammlung verschiedener Visual Novels erweitern. Das erste Kapitel dreht sich dabei ganz um Akaji, die in Qälis zu Hause ist. In meiner Review werfe ich einen Blick auf das kostenlose Stories of Mara und genauer gesagt auf das erste Kapitel. !B

Im Hintergrund ist ein blauer Himmel mit Wolken zu sehen, links zwei grüne Palmen. Koa sagt in der Textblase: "It's our duty to compensate got the things we take."

Ein bisschen Stress

Im ersten Kapitel von Stories of Mara schlüpfe ich in die Rolle von Akaji, die im Grunde für alle nur dazu da ist, Dinge zu reparieren. Jede/-r beauftragt sie permanent mit irgendwelchen Aufgaben, ohne dabei auch mal an Akaji zu denken. Das geht sogar soweit, dass sie überlegt, ob das die richtige Aufgabe für sie ist und ob sie nicht einfach die Insel und alle hinter sich lassen soll, weil sie Abstand und Zeit für sich braucht.

Stories of Mara: Chapter One erzählt somit nicht nur eine Geschichte über die Personen in Mara, sondern ganz normale Geschichten über das Leben, denn wie oft unterliegen wir Stress, den wir uns selbst eingebrockt haben. Wie oft finden wir keinen Ausweg, weil alles nur noch Stress ist und andere Aufgaben eher dazu beitragen, dass wir noch mehr Arbeit, statt weniger haben? Doch genau hier liegt die Kraft in der Resilienz und der Achtsamkeit. Das spricht auch Litio in einer der Szenen an: Manchmal muss man einfach etwas anderes tun, um wieder den Fokus und die Kraft zu finden, der normalen Aufgabe zu folgen.

Doch nicht nur darum geht es in Stories of Mara, denn alles beginnt damit, dass Koas Boot (das niedliche Mädchen aus Summer in Mara), am Strand angespült wird und von Koa keine Spur zu sehen ist. Ein bisschen schade finde ich, dass das Boot nicht einmal gezeigt wird. Das hätte mir geholfen, die Szenerie noch ein bisschen besser verstehen zu können. Dennoch sind alle anderen Orte, die ich besuchen kann, schön dargestellt und wer Summer in Mara kennt, kennt auch die gezeigten Orte und die dargestellten Personen.

Ich mag den Kniff, dass Akaji und ich irgendwann anfangen, Modellboote zu bauen, um uns abzulenken und anderen eine Freude zu machen. Das hat mir viel Spaß gemacht, allerdings fehlte mir teilweise das Verständnis der Kultur, denn natürlich habe ich einige Boote falsch gemacht, sodass sich die Leute bei mir beschwerten, wie uncool das jetzt ist. Hier würde mir ein bisschen mehr Kenntnis über die Insel und deren Bewohner/-innen gut tun. Dennoch gibt mir hier Stories of Mara die Freiheit, die ich brauche, um die Boote ganz nach meinem Geschmack zu bauen. Das gefällt mir. !B

Fokus finden

Ich mag die Grundidee hinter Stories of Mara: Chapter One sehr, denn manchmal geht es mir in letzter Zeit auch so, dass ich einfach schier zu viel zu tun habe und keinen Fokus habe. Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll, was wirklich gerade wichtig ist. Manchmal nehme ich mir dann die Zeit, um nebenbei etwas anderes zu tun, um meinen Fokus wiederzufinden. Das hilft ganz gut.

In Stories of Mara kann ich auch die Insel erkunden, bzw. muss sogar die Orte wechseln, um die Geschichte voranzutreiben. Doch nicht immer ist mir klar, wohin ich als nächstes muss. Einmal verstehe ich die Geschichte dabei auch nicht, denn an sich reparierte ich einen Ofen und wollte ihm zu seinem Besitzer zurückbringen, doch das Spiel ließ mich nicht. Obwohl es das sagte. Dennoch sollte ich zunächst woanders hin, statt den Ofen zurückzubringen. Das finde ich sehr verwirrend, und so hat mich die Insel auch weiterhin ein bisschen verwirrt. Beispielsweise sollte ich jemanden am Leuchtturm treffen, als ich jedoch dort ankam, wurde ich weggeschickt. Das ist ein bisschen sehr schade und sorgt für Verwirrung, die nicht sein sollte.

zusätzlich tauchten bei mir hin und wieder spanische Texte, statt englische auf. Hier scheint das Sprachskript nicht richtig gegriffen zu haben, was jedoch nicht weiter dramatisch war. Ein bisschen unschön in der Gestaltung finde ich jedoch die folgenden Momente: Ich unterhalte mich mit jemandem, dann geht dieser jemand weg und ich habe nur die Karte, die ich aktivieren kann. Wenn ich dann einen anderen Ort ausgesucht habe, den ich besuchen möchte, ploppen jedoch Akaji und die Person, mit der ich zuvor geredet habe, nochmal auf, bevor ich den Ort wechseln kann. Das trägt zwar nicht unbedingt zu einem mangelnden Spielerlebnis bei, aber aus technischer Sicht ist es nicht ganz rund.

Ansonsten passt alles jedoch ganz gut: Die Charaktere kenn ich fast alle schon aus Summer in Mara, sodass auch die verwendeten Charaktermodelle in dieser kleinen Visual Novel nicht neu sind. Die Farben passen gut und die Hintergründe wirken, als wären sie mit Wasserfarben gemalt worden. Untermalt wird Stories of Mara durch einen passenden Soundtrack, der ganz brav im Hintergrund bleibt. Eine nette Erfahrung. !B

Dargestellt ist die Karte einer Insel, über die man zu den unterschiedlichen Orten der Insel reisen kann.

Fazit: Eine tolle Ergänzung

Ich hatte viel Spaß mit dem ersten Kapitel von Stories of Mara und litt gerne mit Akaji mit, versuchte mit ihren Herausforderungen zurechtzukommen und mit ihr über die Zukunft nachzudenken. Stories of Mara: Chapter One stellt Akaji in den Vordergrund, die mit ihren Aufgaben überfordert zu sein scheint – und die ganz nebenbei Koa wiederfinden soll. Es ist eine tolle Ergänzung zu Summer in Mara und lässt mich nochmals Zeit mit den witzigen und fantastischen Charakteren aus dem Hauptspiel verbringen. Ich hoffe, dass Akaji einen Weg findet, ihren Fokus zu behalten – und wenn nicht, eben auch mal regelmäßig abschalten kann. Stories of Mara: Chapter One ist eine tolle Ergänzung, auch wenn es manchmal für Verwirrung sorgt. Ein schöner Start einer neuen, kostenlosen Geschichte rund um Summer in Mara. Gerne mehr davon.

ProContra
+ Amüsante, nachdenkliche Geschichte über den Stress des normalen Lebens– Manchmal ist es verwirrend, den richtigen Weg zu finden
+ Witzige Charaktere, die lebendig wirken– Die richtigen Modellboote zu bauen, ist nicht immer leicht
+ Tolle Atmosphäre, die mich nach mehr fragen lässt– Sehr selten tauchen spanische Texte mit auf
+ Chapter One dauert etwa 70 Minuten– Vor einem Ortswechsel ploppen Charaktere nochmal auf
+ Passender und ruhiger Soundtrack
+ Schöne Hintergründe und Charaktermodelle
Auf dem Bild ist eine 84 als Wertung zu sehen.

Technik: 81
Grafik: 82
Sound: 85
Umfang: 87
Gameplay: 70

Spielspaß: 86

  • Story: Koas Boot wurde am Strand angespült, während Akaji jedoch mit ihren Aufgaben überfordert zu sein scheint und eine Lösung sucht. Wo Koa wohl ist?
  • Frustfaktor: Mich hat es gestört, dass ich nicht immer wusste, wohin ich gehen muss, um die Geschichte voranzubringen. Die meisten schickten mich immer fort.
  • Wiederspielwert: Es gibt verschiedene Enden und an sich hat Stories of Mara eine schöne Atmosphäre. Ich weiß jedoch nicht, ob ich Chapter One nochmal spielen würde.
  • Design/Stil: Ein schöner Grafikstil. Die Charaktermodelle sind bereits aus Summer in Mara bekannt, die Hintergründe wirken fast wie mit Wasserfarben gemalt.
  • Musik: Der Soundtrack passt gut und bleibt stets im Hintergrund. Eine gelungene Untermalung der Szenerie.
  • Preis-Leistungsverhältnis: Stories of Mara ist eine kostenfreie Visual Novel.

Offenlegung

Stories of Mara steht kostenfrei auf Steam und itch.io zur Verfügung, wir haben im Vorfeld einen Key vom entwickelnden Studio kostenlos erhalten.

Wie gut hat dir der Beitrag gefallen?

Durchschnittsdaumen: / 5. Bisher abgegebene Daumen:

Bis jetzt gibt es noch keine Daumen! Sei der erste, der einen abgibt.

Du findest uns nützlich?

Dann folge uns doch in den sozialen Netzwerken!

Erzähl anderen von diesem Beitrag
Beatrice Vogt
Neugierig?
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Kommentare
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen