Weltumwelttag – Kann Gaming nachhaltiger werden?

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Mach eine:r mag denken, dass ein Einsatz für die Nachhaltigkeit bei einem Gamingblog ein Widerspruch in sich ist. Tatsächlich ist es natürlich so, dass Gaming per se nicht unbedingt eine nachhaltige Angelegenheit ist. Vor allem bei schnell gefordertem technischem Fortschritt ist es häufig am effizientesten, Emissionen auszugleichen – besser wäre ja, Emissionen gleich zu verringern/verhindern und ggf. auf mehr Recycling zu setzen. Doch genau da möchte ich mir ein paar Gedanken machen: Kann Gaming nachhaltiger werden?

Schaut man sich die Nutzungszeit von Geräten an, ist Konsolengaming eigentlich gar nicht so schlecht: Wenn alles gut geht, sind Konsolen vier, fünf Jahre oder sogar mehr im Einsatz. In vielen Haushalten wird auch noch jetzt auf absehbare Zeit die PS4 oder die Xbox One die Hauptkonsole sein, und selbst wenn die Konsole ersetzt wird, wandert die bisherige Konsole vielleicht ins Kinderzimmer und wird nochmal verschenkt.

Was aber ein Problem ist: Der Stromverbrauch ist bei der ersten Generation der Geräte meistens sehr hoch. Vor allem die PlayStation 5 wurde dafür schon viel kritisiert. Im Laufe der Jahre – wahrscheinlich schon mit der ersten Revision im nächsten Jahr – wird sich das zwar verbessern, aber es ist dann nachhaltig, die PS5 durch eine neuere Hardwareversion zu ersetzen? Nein, absolut nicht.

Das liegt auch daran, dass bisher keiner der Konsolenhersteller die Nachhaltigkeit der Herstellung in den Mittelpunkt rückt. Hauptgrund: Es würde die Konsolen teurer machen. Es werden keine fairen Rohstoffe wie zum Beispiel im Fairphone eingesetzt und auch recycelte Elemente gibt es so gut wie keine. Eine Ausnahme gibt es: Die neusten Xbox Series Controller in den Farben Electric Volt* und Daystrike Camo* sind „zum Teil“ aus PCR (Post-Consumer recycled) Plastik entstanden. Sony als Unternehmen verfolgt zwar auch einen Nachhaltigkeitsansatz und auch die PS5 Verpackung demnach gestaltet, was aber noch nicht geholfen hat, zum Beispiel Plastik wirklich zu reduzieren.

Was Konsolen noch nachhaltiger machen würde: Die Konsolengenerationen noch etwas länger dehnen und die Hardware weiter optimieren – eine PS4 im Slim Design sorgt für deutlich weniger Abwärme und Stromverbrauch als eine Ursprungs-PS4. Und: Es würde vielleicht auch wieder möglich machen, mehr Spiele einer Reihe auf eine Generation zu bringen. Sieh dir Grand Theft Auto an, was keinen echten PS4 und Xbox One Ableger bekommen hat – ganz einfach, weil die Spieleentwicklung so lange dauert. Natürlich ist das auch gut, denn so wurde GTA V länger unterstützt.

Ich glaube dennoch, dass wir eher die gegenteilige Entwicklung sehen werden und sich Hardware einfach noch schneller weiterentwickelt, so, wie das ja auch schon bei Smartphones der Fall ist, einem der wenigsten nachhaltigen Märkte. Persönlich hoffe ich, dass es diesmal nicht direkt ein PS5 Pro Upgrade geben wird, sondern Sony eher versucht, die bestehende Hardware weiter zu optimieren – und nachhaltiger zu machen.

Und wenn doch Upgrades, warum die Konsolen nicht modularer gestalten? Ein Update der PS4 auf die PS4 Pro wäre zum Beispiel mit der neuen GPU und ggf. einem neuen Netzteil möglich gewesen, während Prozessor und die restliche Hardware weiter hätten verwendet werden können. Die Reparierbarkeit der neuen Konsolen ist schon mal gar nicht so schlecht, dennoch spricht wirklich niemand davon, dass man eine PS5 in ein paar Jahren aufrüsten können wird, außer, um noch eine zusätzliche SSD einzubauen, was natürlich auch ein guter Aspekt ist.

Kann Streaming das Gaming in Zukunft nachhaltiger machen? Ja, ich glaube schon. Streaming verringert bei den Spieler*innen zu Hause den Stromverbrauch und den Drang, alle paar Jahre neue Hardware anzuschaffen. Ein einfacher Streaming-Dongle oder sogar ein Fernseher mit der passenden App genügt. Wenn dann auch die Datenzentren im Hintergrund nachhaltiger werden, mit Ökostrom laufen und Ressourcen nur dann abgerufen werden, wenn sie wirklich benötigt werden, ist Streaming denke ich eine große Chance.

Für die Zukunft wünsche ich mir vor allem, dass wir auch im Gamingbereich mehr über die Menschen erfahren, die unsere Konsolen und Hardware wirklich herstellen, dass die Gamingwelt fairer wird und mehr auf Nachhaltigkeit setzt. Apple geht hier zum Beispiel bei seiner Hardware große Schritte in die richtige Richtung, doch vor allem Unternehmen wie Fairphone und Shiftphone machen vor, wie es gehen kann. Die Folge wäre: Vielleicht würde Gaming etwas teurer werden, was oft sehr kritisch gesehen wird. Doch da die Unternehmen immer mehr mit Diensten ihr Geld verdienen, sind die Auswirkungen da gar nicht so groß. Doch eine Fair Edition der PlayStation 6? Da ist etwas, was ich mir kaufen würde.

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Manuel Eichhorn
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