AVerMedia Live Gamer Extreme im Test – Die ultimative Streamingerfahrung?

Unlängst präsentierten wir euch unsere Hardwarereview zum AVerMedia Live Gamer Portable. Das Gerät konnte sich bei uns durch seine vielen durchdachten Eigenschaften und die unkomplizierte Nutzbarkeit eine Topwertung sichern. Braucht man da noch mehr? Tatsache ist: Es gibtmehr! Das AVerMedia Live Gamer Extreme schraubt die Möglichkeiten noch etwas nach oben: 1080p ist selbstverständlich, doch versprechen werden weniger Delay und die Möglichkeit, auch 60 Bilder pro Sekunde aufzuzeichnen. Unser Test verrät, ob uns das Gerät überzeugen konnte.

Lieferumfang & Verarbeitung

Das AVerMedia Live Gamer Portable möchte nicht unbedingt mobil sein, sondern ist auch vom extrem gelungenen Design her schon klar darauf ausgelegt, einen stationären Platz in der Zockerumgebung einzunehmen. In jedem Fall benötigt man für die Verwendung auch einen Rechner.

Der Lieferumfang ist wie bei AVerMedia gewohnt extrem umfangreich und es liegt quasi alles bei, was man sich da wünschen kann:

  • Das Gerät
  • USB 3.0 Kabel
  • 3,5mm Audiokabel
  • HDMI Kabel
  • Komponentenkabel
  • Adapter Komponente-PS3
  • Cover + Befestigungsschraube

Die Verarbeitungsqualität sämtlicher Paketbestandteile ist einwandfrei – Auch die Kabel machen einen hochwertigen und langlebigen Eindruck. Auch das Live Gamer Extreme ist super verarbeitet – Da knarzt und wackelt nichts, so muss das sein!

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Großzügiger Lieferumfang.

Das eigene Design

Der letzte Stichpunkt im Lieferumfang verweist auf ein besonderes Feature des AVerMedia Live Gamer Portable: Das Gerät bietet die Möglichkeit, das obere „Cover“ auszutauschen. Das bedeutet: Ihr könnt das Gerät mit einem eigenem Foto, beispielsweise mit eurem Logo, selbst gestalten. Ob man diese Funktion jetzt wirklich braucht, sei mal dahingestellt. Der Werbespruch “Your Stream – Your Design” ist vielleicht etwas übertrieben, immerhin bezieht sich das mit dem Design ja wirklich nur aufs Gerät.

Praktischerweise ist im Softwarepaket direkt ein „Cover Creator“ enthalten, der ein Template beinhaltet, mit dem ihr ganz einfach euer eigenes Design gestalten und dann passend ausdrucken könnt. Ausschneiden, kurz die Schraube lösen und Cover ersetzen, Schraube wieder dran, fertig. Wir hätten gern noch unser eigenes Gamer’s Palace LGX hier präsentiert, aber leider ist der Cover Creator seit unserem Update auf Windows 10 nicht mehr lauffähig und stürzt bei jedem Start einfach ab. Die restliche Software wurde von AVerMedia zum Glück schon entsprechend geupdatet.

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Das Cover lässt sich sehr einfach austauschen.

Aufzeichnen & Streamen

Die wesentlichen mit dem AVerMedia Live Gamer Extreme erfüllbaren Aufgaben sind das Aufzeichnen und Streamen von Gameplay – Mit bis zu 1080p und 60 Bildern pro Sekunde. Wie schon gesagt braucht man in jedem Fall einen Rechner, eine Option, nur mit dem LGX zu arbeiten gibt es nicht.

Um seine ersten Gehversuche zu machen, bietet es sich an, auf die RECentral Software zurückzugreifen. Extra für das LGX wurde hier die Version 2 zur Verfügung gestellt, die gegenüber der Vorgängerversion, die wir mit dem Live Gamer Portable kennen gelernt haben, ein komplett neues Design mit sich bringt, leider aber auch einige funktionale Rückschritte.

Zunächst funktionierte in unserem Test alles so, wie wir uns das wünschen: Auch RECentral 2 überzeugt mit einer hohen Stabilität und einer hohen Reaktionsschnelligkeit auf Aufgaben. Ebenfalls bewundernswert: Der von AVerMedia versprochene niedrige Delay des Live Gamer Extreme ist ohne Probleme erfüllt: Sogar DRIVECLUB konnten wir bei aktivem Aufzeichnen oder Streamen problemlos über den Rechnermonitor spielen – Das ist wirklich beachtlich!

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RECentral 2 Einstellungen zur Aufnahme.

Wer Gameplay aufzeichnen oder Streamen will, ohne dieses zu kommentieren, dem würden wie RECentral 2 auf alle Fälle ans Herz legen, denn die Software ist unkompliziert einzurichten, sehr nutzfreundlich, ebenso sehr stabil und kann darüber hinaus eine tolle Videoqualität aufweisen. Ein Beispiel für ein in 1080p und mit 60 Bildern aufgezeichnetes Video von DRIVECLUB seht ihr im Folgenden. Als Videobitrate haben wir hier 12Mbps eingestellt, das Video mit gut zehn Minuten Länge kommt auf eine Größte von etwa 820MB.

Doch nun Vorsicht: Wer jetzt streamen will, wird möglicherweise eine Überraschung erleben. Ein 1080p/60 Bilder pro Sekunde Video zu streamen, ist wirklich ressourcenfressend, sowohl vom Rechner als auch von der benötigten Internetbandbreite her. Mit der RECentral haben wir es trotz verschiedener Einstellungen nicht geschafft, einen ordentlichen Stream bei einer 100Mbit/s Leitung bei Kabel Deutschland mit diesen Parametern hinzubekommen.

Schon allein aus diesem Grund würden wir euch empfehlen, für Livestreams eher auf die Open Broadcaster Software zurückzugreifen, wo es wesentlich mehr individuelle Einstellungsmöglichkeiten bezüglich Videoverarbeitung und Streamingleistung gibt. Dazu später noch etwas mehr, zuvor noch ein Hinweis auf eine weitere Schwäche der RECentral 2.

Das leidige Thema Lautstärke des Kommentierenden konnte RECentral 2 leider bei uns nicht sinnvoll lösen, und das, obwohl die Vorgängerversion des Live Gamer Portable diese Aufgabe mit Bravour meistert. Um Mikrofonaudio mit dem Gameplay abzumischen, gibt es zwei Möglichkeiten: Man kann den internen Audiomixer des LGX nutzen oder aber ein Mikrofon an den PC anschließen. Dummerweise funktionierte bei uns beides mit RECentral 2 nicht zufriedenstellend.

Schließt man das Mikrofon an den PC an – Wir haben das Mikrofon eines Sharkoon Gaming-Headsets verwendet – so gibt es lediglich die Möglichkeit, die Mikrofonlautstärke einzustellen, nicht aber, die Spiellautstärke entsprechend anzupassen. Somit muss man das Mikrofon voll aufdrehen, um den Spielesound wenigstens einigermaßen überdecken zu können, was aber zu zahlreichen Hintergrundgeräuschen führte.

Schließt man das Mikrofon direkt an das LGX an, so gibt es in RECentral 2 auch die Möglichkeit, die Lautstärke abzumischen, aber diese Funktion ist ziemlich unbrauchbar. Lediglich das Spiel wird damit nämlich leiser, nicht jedoch die eigene Stimme lauter. Bis kurz vor dem Ende des Reglers war bei uns der Kommentator immer noch nicht zu verstehen – Dreht man den Regler noch etwas weiter, ist das Spiel plötzlich komplett stumm.

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Lautstärkeeinstellungen des Audiomixers.

Das ist nicht Sinn der Sache und wir würden uns hier wünschen, dass die Softwareentwickler bei AVerMedia wieder die vollkommen gelungenen Einstellungsmöglichkeiten aus dem vorherigen RECentral zurückbringen: Dort kann man Spiellautstärke und Mikrofonlautstärke in jedem Fall einzeln regeln, sodass man mit jeder Hardwarekombination ein brauchbares Ergebnis bekommt! Diesen ärgerlichen Rückschritt können wir uns leider nicht wirklich erklären.

Insgesamt lässt sich noch festhalten, dass es recht wenige und auch eher verwirrende Hilfestellungen für die optimalen Einstellungen gibt. Darüber hinaus gibt es auch noch kein englisches, geschweige denn ein deutsches Handbuch zum Live Gamer Extreme.

Softwarealternativen

Zum Glück ist es kein Problem, das Live Gamer Extreme mit der Open Broadcaster Software oder XSplit zu verwenden – Für Letzteres liegt sogar ein Dreimonats-Probeabo bei. Wir haben das Streamen mit der OBS ausprobiert und waren hier mit den Ergebnissen zufrieden. Das AVerMedia Gerät lässt sich problemlos in der Software als „Videogerät“ auswählen und unkompliziert einstellen. Dann kann man ein Mikrofon einfach wieder an den PC anschließen und wie gewohnt über die OBS abmischen.

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Unkomplizierte Einrichtung der OBS.

Darüber hinaus gibt es hier eben auch mehr Einstellungen, um dem individuellen Rechner gerecht zu werden. Um aber mit 1080p streamen zu können, ist dennoch ein sehr potenter Rechner und eine stabile Internetleitung nötig. Wir könnten in unserer Umgebung auch mit viel Herumexperimentieren ein bestenfalls mittelmäßiges Ergebnis erreichen.

Bei all unseren Tests zeigte sich das AVerMedia Live Gamer Portable ausnahmslos sehr stabil. Probleme mit der Hardware konnten wir keine feststellen, das Gerät wird lediglich sehr heiß.

Fazit: Die professionelle Wahl

Das AVerMedia Live Gamer Extreme geht durch seine mögliche Leistung und die hochwertige Anmutung ohne Probleme als Profigerät durch. Wer hochwertige Livestreams anbieten möchte und einen entsprechend leistungsstarken Rechner sowie eine sehr stabile und schnelle Internetleitung hat, der wird mit dem Gerät voll auf seine Kosten kommen. Die aufgezeichneten Gameplayvideos sind qualitativ extrem hochwertig, zudem ist der niedrige Delay absolut beeindruckend, sodass man sogar schnelle Spiele über den Rechnermonitor spielen kann.

Wieso die mitgelieferte RECentral 2 in Bezug auf die Audioabmischung einen derart ärgerlichen Rückschritt im Vergleich zur Vorgängerversion aufweist, ist uns leider schleierhaft – Stabilität und Qualität sind sonst wie gewohnt großartig. Dieser Mangel schlägt sich jedoch als Abzug in der Wertung nieder, da hier ein großartiges Gesamtpaket flöten geht, zumindest, wenn man auf ein gewöhnliches Headset-Mikrofon zurückgreift auch wenn es glücklicherweise ohne Probleme möglich ist das Live Gamer Extreme mit der Open Broadcaster Software oder XSplit zu verwenden, was wir euch auch unbedingt empfehlen würden.

Softwareversion zum Testzeitpunkt: RECentral 2 v2.0.0.36
Preis des Geräts zum Testzeitpunkt: 169,90

Pro Contra
+ Beeindruckende Gameplayqualität – RECentral 2 für kommentiertes Material quasi unbrauchbar
+ Kaum Delay bei Signalübertragung – Recht wenig Hilfestellungen für optimale Einstellungen
+ Großer Lieferumfang, tolle Verarbeitung – (noch) kein englisches oder deutsches Handbuch
+ Hohe Nutzerfreundlichkeit und Stabilität – Cover Creator unter Windows 10 nicht funktionsfähig
+ Problemlose Nutzung mit OBS und XSplit

Sonstige Bewertungskriterien:

  • Kompatibilität/Anschlüsse: Durch HDMI-Anschlüsse und Komponentenmöglichkeit sowie zahlreiche mitgelieferte Kabel mit allen aktuellen Konsolen sowie auch der vorherigen Generation kompatibel.
  • Verarbeitung: Das Gerät und die Anschlüsse sind einwandfrei verarbeitet. Die Kabel machen einen soliden Eindruck.
  • Benutzerfreundlichkeit: Soft- und Hardware sind schnell installiert und unkompliziert verwendbar.
  • Stabilität: Einwandfrei – Weder Software noch Hardware machten großartige Probleme. Zudem reagieren beide auch schnell auf Befehle.

Unser Testrechner:
Intel Core i5-3470 (3.20Ghz)
8,0GB RAM
Radeon HD 7990 (3GB)
Software installiert auf Samsung SSD 840 Pro
Windows 10 Professional (64 bit)

Wir bedanken uns bei AVerMedia für die Bereitstellung des Live Gamer Extreme Testgeräts!

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