AVerMedia Live Gamer Portable im Test – Der mobile Begleiter für viele Aufgaben

Die beiden aktuellen Konsolen PlayStation 4 und Xbox One haben fertige Livestreaming-Möglichkeiten integriert – Doch was ist, wenn man mit der Wii U oder einer Konsole der vorherigen Generation einen Livestream veranstalten möchte, oder aber, wenn man seinen Stream in 1080p zur Verfügung stellen möchte, eine Option, über die die beiden genannten Konsolen nicht verfügen? AverMedia stellt mit dem Live Gamer Portable ein äußerst kompaktes Gerät zur Verfügung, welches in Verbindung mit einem PC oder Laptop das Livestreamen ebenso wie das Aufnehmen und Kommentieren von Gameplaymaterial erlaubt. Was der mobile Begleiter genau auf dem Kasten hat, klärt unser Test.

Lieferumfang & Verarbeitung

Das AVerMedia Live Gamer Portable kommt mit extrem kompakten Ausmaßen daher und auch der restliche Verpackungsinhalt macht deutlich, dass AVerMedia das Konzept seines mobilen Geräts gut durchdacht hat: Neben allen denkbaren Anschlusskabeln befindet sich nämlich sogar ein Sleeve für das Gerät im Lieferumfang, in das man es für den Transport leicht und sicher verstauen kann.

BildLieferumfang laut Packung

Die Anschlusskabel sind vielfältig und erlauben das problemlose Anschließen aktueller Konsolen mit HDMI, aber sogar ein PS3-Kabel liegt bei, welches den Anschluss über Komponente erlaubt – Das ist notwendig, da HDMI-Signale der PS3 mit HDCP verschlüsselt sind aus diesem Grund nicht aufgezeichnet/gestreamt werden können. Das mitgelieferte zusätzliche HDMI-Kabel ist leider von sehr knapper Länge und genügt nur, wenn man das Live Gamer Portable in unmittelbarer Nähe seines PCs/Laptops platzieren kann.

Alle mitgelieferten Komponenten sind von ordentlicher Qualität, die beliegenden Kabel verfügen teilweise über vergoldete Anschlüsse und machen einen soliden Eindruck. Das gilt auch für das Live Gamer Portable an sich: Das Gerät wirkt hochwertig und auch die Anschlüsse werden vermutlich viel Ein- und Ausstecken verkraften können. Der einzige Knopf auf dem Gerät, der die Sofortaufnahme von Gameplay im PC-losen Modus erlaubt, ist ebenfalls sehr solide, lässt sich aber nur ordentlich drücken, wenn das Live Gamer Portable auf halbwegs stabilem Untergrund steht. Wer es an einem Schrank oder Ähnlichen nur durch die Kabel gesichert „herunterhängen“ lässt, wird Probleme bekommen, den Knopf ordentlich bedienen zu können.

BildDas LGP im Sleeve.

Das vielfältige Kompakte

Das Live Gamer Portable vereint drei Funktionen in sich: Auch ohne Rechner oder Laptop ist das Gerät zu benutzen und erlaubt dann die Aufnahme von Gameplaymaterial mit bis zu 1080p und 30 Bildern pro Sekunde. Möglich wird das über einen SD-Karten-Schlitz, in den einfach eine Karte eingegeben werden kann. Wir verwendeten für unseren Test eine SanDisk SD, die problemlos ihren Dienst verrichtete. Achten sollte man auf die Videogröße: Bei 720p benötigt eine Minute Gameplay etwa 100 MB. Auch wenn man das Live Gamer Portable in diesem Modus benutzt, braucht es eine Stromversorgung über einen USB-Anschluss, es genügt dann ja aber auch, es einfach an einen Anschluss der benutzten Konsole anzuschließen.

Zu beachten ist, dass das Live Gamer Portable trotz Mikrofonanschlusses nicht über einen Audiomixer verfügt: Das Gerät kann also entweder den Spielton oder das Mikrofonaudio aufnehmen – Wer also Let’s Plays aufnehmen möchte, sollte also in jedem Fall die RECentral Software von AVerMedia verwenden und das Mikrofon direkt am Rechner/Laptop anschließen oder gleich beispielsweise auf das Game Capture HD II zurückgreifen, welches das Aufnehmen kommentierter Videos ganz ohne Rechner erlaubt. Alternativ bleibt natürlich, die Tonspur extra mit einem Rechner aufzunehmen und hinterher selbst abzumischen – Die aufgenommenen Videos auf SD-Karte sind von wirklich guter Qualität.

Die Verwendung von RECentral würden wir für das Live Gamer Portable in jedem Fall empfehlen, denn die für dieses Gerät zur Verfügung gestellte Version zeigt sich äußerst durchdacht und zudem sehr stabil. Am einfachsten ist die Aufnahme oder das Streamen dann folgendermaßen: Das Gerät wird an den Rechner oder Laptop angeschlossen, die Konsole an das Live Gamer Portable, welches das Signal auch weiter an einen Fernseher durchschleift. Für die Kommentare verwendet man ein beliebiges Mikrofon oder Headset, welches man direkt an den Rechner anschließt.

Die RECentral Software ermöglicht das komfortable Einbinden des Mikrofons und ebenso das Abmischen der Tonsignale: Der Pegel des Mikrofons kann ebenso eingestellt werden wie die Aufnahme des Tons, den das Live Gamer Portable an die Software gibt. Je nach Empfindlichkeit des Mikrofons haben wir in unserem Test eine Geräteeinstellung von „-3“ und einen Mikrofonpegel von circa 80-90 als gut empfunden. Dann entsteht eine gute Abmischung, sodass sowohl Spiel auch als Kommentator gut verständlich sind.

Wer gerne in verschiedenen Konstellationen und mit verschiedenen Geräten streamt, dem hilft die RECentral Software ebenfalls weiter: Mit wenigen Klicks lassen sich verschiedene Profile anlegen, zwischen denen man jederzeit wechseln kann. Diese umfassen neben den Toneinstellungen dann auch die Streaming-Einstellung: Natürlich können die Auflösung für den Stream ebenso festgelegt werden wie die Bitrate des Videos, sodass je nach Internetanschluss und angeschlossener Konsole individuelle Einstellungen festgelegt werden können. Das Einzige, was sich die Software leider nicht merkt, sind die Zugangsdaten des Twitch-Accounts: Die Autorisierung muss man bei jedem Neustart der Software erneut eingeben.

BildDie Verwaltung von Einstellungen und Profilen ist in RECentral problemlos.

Stabilität & Alternativen

Die RECentral Software zeigte sich in unserem Test dauerhaft stabil und reagierte schnell auf Eingaben. Streams und das Aufzeichnen von Gameplay in 720p waren auch auf unserem recht schwachbrüstigen Ultrabook problemlos möglich. Täuschen lassen sollte man sich nicht vom Vorschaubild vor dem Aufnahme- oder Streambeginn: Dieses ruckelt leider meistens dauerhaft, was den Eindruck erweckt, die Soft- oder Hardware sei überfordert. Beginnt man jedoch mit der Aufzeichnung, ist das Ruckeln verschwunden und auch im Endergebnis nicht zu sehen. Lediglich Ton und Bild werden über den Rechner leicht verzögert ausgegeben, weswegen man zumindest weiterhin über den Fernseher spielen sollte.

Wem der Funktionsumfang der RECentral Software nicht ausreicht, zum Beispiel weil auf eine andere Streaming-Plattform gestreamt oder noch andere Inhaltsquellen
berücksichtigt werden sollen (RECentral ermöglicht nur das Einmischen der Webcam), der kann das Live Gamer Portable auch problemlos mit der Open Broadcaster Software oder XSplit verwenden. Für XSPlit liegt sogar ein Drei-Monats-Abo dem Gerät bei. In der OBS wird das Live Gamer Portable einfach als „Videogerät“ gelistet und ist sofort kompatibel, kann also problemlos als Videoquelle gewählt werden.

Fazit: Anstecken und loslegen!

Das AVerMedia Live Gamer Portable ist ein kompaktes, aber dennoch funktionales Gerät und werkelt genauso unkompliziert, wie man das erwarten würde. Lediglich die Software muss auf dem verwendeten Rechner installiert werden, dann heißt es wirklich nur noch: Anstöpseln und loslegen. Notwendige Einstellungen sind über RECentral unkompliziert und schnell erledigt. Durch das mitgelieferte Sleeve sammelt das Live Gamer Portable weitere Pluspunkte, da so auch der Transport für den mobilen Einsatz kein Problem darstellt.

Kleine Abzüge verursachen der etwas schwer zu drückende Aufnahmeknopf auf dem Gerät, über den auf eine SD-Karte qualitativ sehr ordentliche Videos auch ohne Rechner aufgenommen werden können. Hierzu muss das Live Gamer Portable aber auf einer stabilen Unterlage stehen, sonst ist der Knopf kaum zu drücken. Des Weiteren kann das ruckelige Vorschaubild in der RECentral Software verwirren, da er eigentlich Stream bzw. die eigentliche Aufnahme letztlich flüssig laufen. Ansonsten wäre noch ein leicht längeres HDMI-Kabel im Lieferumfang wünschenswert – Aber zumindest das ist Meckern auf hohem Niveau. Insgesamt ist das Live Gamer Portable ein überaus gelungenes Gerät, welches mit einem runden Konzept und zudem einer hohen Flexibilität sowie Stabilität überzeugt. Gut gemacht, AVerMedia!

Softwareversion zum Testzeitpunkt: RECentral v1.3.0.89
Preis des Geräts zum Testzeitpunkt: 109,90 (Amazon.de)

Pro Contra
+ Vielfältiger und flexibler Einsatz – Ruckeliges Vorschaubild in RECentral
+ Funktioniert unkompliziert und sehr stabil – Aufnahmeknopf ohne stabile Unterlage sehr schwer zu drücken
+ PC-loser Einsatz ermöglicht Aufzeichnung guter Gameplayvideos auf SD-Karte – Etwas kurzes HDMI-Kabel im Lieferumfang
+ Auch problemlose Verwendung mit OBS oder XSplit (- kein Audiomixer)
+ Sehr solide Verarbeitungsqualität von Gerät und Kabeln
+ Sleeve für Transport im Lieferumfang
+ Genügsame Systemanforderungen

Sonstige Bewertungskriterien:

  • Kompatibilität/Anschlüsse: Durch HDMI-Anschlüsse sowie zahlreiche mitgelieferte Kabel mit allen aktuellen Konsolen sowie auch der vorherigen Generation kompatibel.
  • Verarbeitung: Das Gerät und die Anschlüsse sind einwandfrei verarbeitet. Die Kabel machen einen soliden Eindruck.
  • Benutzerfreundlichkeit: Nach der erstmaligen Installation der Software folgt alles dem „Plug & Play“ Prinzip, mehr als das Anschließen an die HDMI Quelle sowie die Stromversorgung per USB sind nicht notwendig, das HDMI-Signal wird zudem unkompliziert zum TV oder Monitor durchgeschleift. Der Einrichtungsassistent hilft beim Finden der Einstellungen. Nur mit der Lautstärke muss man selbst experimentieren.
  • Stabilität: Einwandfrei – Wir konnten weder Abstürze der Software noch der Hardware feststellen. Sowohl das Gerät als auch RECentral reagieren schnell auf Eingaben. Das ruckelige Vorschaubild kann verwirren.

Verwendeter Testrechner (Ultrabook):
Intel Core i5 3317U @ 1.70GHz
8GB RAM
Intel HD 4000 Graphics
120GB SSD

Wir bedanken uns bei AVerMedia für die Bereitstellung des Testmusters zum Live Gamer Portable!

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