Cozy Grove (Switch) im Test – Ruhige Entspannung gefällig?

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Manchmal hetzen wir einfach viel zu sehr durch die Gegend: Ob das die Realität ist oder gar manche Videospiele. Selten nehmen wir uns einfach mal einen Moment für uns. Das kleine Spiel Cozy Grove ist da anders, denn es entschleunigt bewusst seine Spieler:innen. Ich bin für dich in die Rolle der Geistfinderin geschlüpft und verrate dir in meiner Review, wie sich das Ganze auf der Nintendo Switch spielt.

Einmal Geistfinderin sein

In Cozy Grove bin ich eine sogenannte Geistfinderin, die auf gleichnamiger Insel ankommt, um den dortigen Geistern zu helfen. Die Geistfinderschaft ist dabei stark an die Pfadfinderschaft angelehnt: Für viele verschiedene Dinge erhalte ich Abzeichen, die ich dann an meiner Schärpe anstecken kann. Ziemlich cool und auf diese Weise auch super motivierend.

Ich bin ganz neu auf Cozy Grove und muss mich erst noch daran gewöhnen, dass mein Lagerfeuer mit mir spricht und neue Geister anlockt. Ausrüstung habe ich zu Beginn auch noch nicht wirklich, da helfen mir jedoch die Geister weiter, sofern ich ihnen im Vorfeld helfe. Und das ist sowohl Segen als auch Fluch, denn viele Quests, die dir die Geister geben, handeln davon, dass du irgendwo irgendwas finden oder kaufen und es anschließend wieder zum Geist zurückbringen soll. Hier fehlt mir persönlich ein wenig die Abwechslung.

Doch gleichzeitig ist das auch sehr entschleunigend, denn in der Regel hat jeder Geist, den du auf deiner Reise triffst, pro Tag (also wirklich pro Tag) nur ein einzige Quest für dich. Ich war am Anfang tatsächlich ein bisschen irritiert, als ich plötzlich nichts mehr zu tun hatte, habe jedoch ziemlich schnell den Sinn dahinter gefunden. Auf diese Weise kann ich gar nicht Stunden in Cozy Grove verbringen, sondern muss es regelmäßig wieder verlassen. Diese Funktion eignet sich auch super, um bei jungen Spieler:innen die Spielzeiten zu regulieren.

Je mehr Geister man hat, desto mehr Aufgaben gibt es täglich auch. Cozy Grove ist definitiv ein Spiel, das an seinen Geistern wächst.

Manchmal ist es ein wenig rau

Cozy Grove hat keine versteckten Gefahren: Hier kann mir nichts passieren. Das einzige, was ich tue, ist den Geistern zu helfen, damit diese am Ende ihre Reise ins endgültige Jenseits antreten können. Das ist wahnsinnig entspannend und wirklich heilend. Es gibt keine schwierigen Rätsel, die man lösen muss, keine Gegner, die es zu bekämpfen gilt. Am Ende gibt es nur Suchen und Finden. Klar, das ist nicht anspruchsvoll und ja, auch ich wünsche mir mehr Abwechslung, aber dadurch ist es einfach ein kleines Spiel, das man mal anmacht und bei dem man entspannt.

So entspannend das alles ist, so viele Ecken und Kanten gibt es jedoch auf der technischen Seite. Auf der Nintendo Switch bricht immer mal wieder die Framerate ein, sodass ich mich ein bisschen durchs Bild ruckeln muss. Wirklich erkennbare Gründe wie beispielsweise viele Partikel gibt es nicht. Zudem schleichen sich in Cozy Grove immer mal wieder Texte ein, die nicht übersetzt sind. Glücklicherweise ist die Originalsprache Englisch, dennoch ist es verwirrend.

Von diesen Abzeichen kann ich ziemlich viele sammeln.

Zudem lässt es sich nicht sonderlich gut steuern, bzw. ist die Steuerung selbst nicht wirklich intuitiv. Bäume und Felsen verschwinden, wenn ich dahinter gehe, was praktisch ist, da sich dort manchmal Questgegenstände verstecken. Doch dabei passiert es immer mal, dass ich plötzlich nicht weitergehen kann, weil eines der Objekte, das unsichtbar wurde, ein festes Objekt ist. Dann muss ich immer wieder schauen, wie ich aus der Lage nun wieder herauskomme. Das ist schade.

Die Steuerung innerhalb der Menüs ist auch ein wenig seltsam und ich bin sehr froh, dass Cozy Grove auf die Touchsteuerung der Switch gesetzt hat, sodass ich nicht nochmal nachgucken muss, welcher Knopf nun genau für das Menü zuständig war, sondern ich kann einfach drauf drücken. Das ist zwar cool, sollte jedoch nicht so sein. Schade, dass hier nicht mehr Wert auf eine vernünftige Steuerung gelegt wurde.

Dafür liebe ich den Grafikstil: Es ist recht trist, wenn ich die Aufgaben der Geister am aktuellen Tag noch nicht erledigt habe, wird dann jedoch farbenfroh und lebendig, sobald ich die Quest geschafft habe. Zudem gibt es jede Menge Klamotten und Mützen, die ich sammeln kann, um meine kleine Geistfinderin so zu gestalten, wie ich das möchte. Schade nur, dass das komplette Outfit jeden Tag wieder auf den Ursprung wechselt und ich es direkt wieder aktivieren muss.

Fazit: Ein wholsomes und friedliches Werk

Cozy Grove lässt dich in die Rolle einer Geistfinderin schlüpfen, die versucht, all ihre Abzeichen zu bekommen, in dem sie den Geistern auf der gleichnamigen Insel dabei hilft, ihre Reise ins Jenseits anzutreten. Selten habe ich ein so friedvolles und entspannendes Spiel erlebt, das an seinen täglichen Herausforderungen und Geistern wächst – auch wenn die Herausforderungen definitiv ein bisschen mehr Abwechslung verdient hätten.

Doch so schön die Idee von Cozy Grove ist, so sehr mangelt es derzeit auf der technischen Seite: Bildraten, die einbrechen, englische Texte, die immer wieder auftauchen und eine nicht wirklich intuitive Steuerung trüben das Bild ein bisschen. Das ist schade, denn vor allem grafisch ist Cozy Grove genauso cozy wie es klingt und punktet mit sanften Farben.

Wer auf der Suche nach einem ruhigen, friedlichen und entspannenden Spiel ohne Gewalt ist, ist mit Cozy Grove definitiv an der richtigen Adresse – sofern man die technische Seite nicht ganz so ernst nimmt.

ProContra
+ Frisches Konzept– Quests könnten mehr Abwechslung vertragen
+ Gewaltfreies Spiel mit einfachen Quests– Einbrüche der Framerate
+ Sanfte Farben, niedlicher Grafikstil– Steuerung unintuitiv und inkonsequent
+ Ruhiger Soundtrack– Häufig hänge ich an Objekten fest
+ Viele Abzeichen zum Sammeln– Kleidung wird jeden Tag zurückgesetzt
+ Tägliche Quests entschleunigen

Technik: 72
Grafik: 88
Sound: 85
Umfang: 54
Gameplay: 60

Spielspaß: 86

  • Story: Cozy Grove lässt dich als Geistfinder:in den Geistern auf der Insel dabei helfen, ihre letzte Reise anzutreten.
  • Frustfaktor: Manchmal, wenn man nicht gleich alles findet.
  • Nachhaltigkeitswert: Cozy Grove wird mich noch lange beschäftigen, denn es gehört mittlerweile zu meinen täglichen Dingen, um achtsamer und entspannter zu werden.
  • Design/Stil: Ein zauberhafter Grafikstil, der mit sanften Farben überzeugt.
  • Musik und Sound: Musikalisch ist Cozy Grove auch eher ruhiger angelegt.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Cozy Grove kostet zum Normalpreis 13,99 €, was ich absolut angemessen finde.

Offenlegung

Ich habe mir Cozy Grove für die Nintendo Switch selbst gekauft.

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Beatrice Vogt
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