Dragon Creek (PC) im Test – Meine eigene Drachenzucht

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Es war schon eine spannende Sache, die Entwicklung von Dragon Creek. Im letzten Jahr spülte sich ein Drache in meine twitter Timeline. Da wollte jemand ein Drachenaufzuchtspiel bauen, ein „How To Train Your Dragon“, quasi. Da ich Drachen und Dinosaurier schon immer sehr mochte, folgte ich dem Entwickler. Ende Januar 2021 erschien Dragon Creek dann auf Steam im Early Access, während es Anfang Mai 2021 spontan den Early Access verließ. Ich habe mir nun den Titel etwas genauer für dich angesehen. Ob es sich lohnt, selbst einen Blick zu riskieren, erfährst du hier.

Erstmal einen Drachen finden

Dragon Creek beginnt damit, dass du die große Ranch am Rande der Stadt erwirbst und dort eine eigene Drachenzucht eröffnen willst. Doch dazu fehlt dir am Anfang noch das wichtigste: Der Drache. Den bekommst du am Drachenschrein, der dir über einen zufälligen Code – oder über einen, den du beispielsweise im Steam Forum gefunden hast – einen Drachen generiert. Ich habe bereits während des Early Access einen Drachen erstellt, habe jedoch nun neu angefangen. Und ich konnte mich nicht entscheiden.

Ich wollte einen Drachen, der hübsch ist und irgendwie auch mächtig, nichts Pinkes, aber auch keinen ganz schwarzen. Ich wollte einen mit Charakter – und endete mit meinem Drachen namens Körncken, der an den asiatischen Drachen vom Design angelehnt ist, grüne Klauen hat und irgendwie mächtig magisch wirkt. Sein Charakter hat die Haupteigenschaft „Weird“, also passt er perfekt zu mir.

Mit meinem Drachen ging ich also nach Hause und erfuhr, dass meine Ranch schon voll mit Übungen ist, die Körncken und ich machen können, damit er mächtiger wird. Ich finde es ein bisschen schade, dass schon alle Übungen da sind und ich nur bedingt meinen Hof in Dragon Creek erweitern kann. Ich kann diesen zwar ausbauen, allerdings nur mit Dingen, von denen ich beispielsweise Nahrung produzieren kann.

Körncken und ich verbrachten viel Zeit damit, die einzelnen Übungen, die allesamt verschiedene Minispiele sind, auszuprobieren. Am meisten Spaß hatte ich beim Füttern der Dorfbewohner/-innen, Sammeln von Obst und Herstellen von Statuen. Das hat mir irgendwie gezeigt, dass Körncken und ich nützlich im Dorf von Dragon Creek sind, ein Teil der Gesellschaft. Auch wenn mir sonst die Interaktionen mit den anderen Dorfbewohner/-innen fehlen. Habe ich keine Lust auf Übungen, kann ich an Kämpfen teilnehmen, die ein paar Mal die Woche stattfinden. Und das ist ziemlich spannend. Dennoch fehlt es ein bisschen an Motivation: Ziemlich schnell habe ich meine Lieblingsaktivitäten gefunden und nur zu trainieren, um dann in Kämpfen anzutreten, ist irgendwie nicht meins. Ich hätte mich über mehr Aktivitäten vielleicht auch im Dorf gefreut, sodass ich ein Teil der Gemeinschaft werden kann.

Drachenkämpfe leicht gemacht

Ich wollte in Dragon Creek erst keine Kämpfe kämpfen, denn irgendwie passt das für mich nicht ganz ins Konzept. Vielleicht fehlt hier auch einfach nur ein Stück Story, das die Kämpfe erklärt. Schade, dass der Entwickler das Spiel schon so früh wieder aufgegeben hat. Aber gut, wenn ich im Rank aufsteigen möchte, muss ich wohl gegen andere Drachen in den Ring steigen – oder besser: Den Luftkampf antreten.

Du kannst dir das so vorstellen: Zwei Drachen fliegen in der Luft, verteilt auf einem 3×3 Raster. Je Runde kann jeder Drache einmal angreifen, wofür er Stamina verbraucht (alle Angriffe verbrauchen unterschiedlich viel Stamina), und sich einmal bewegen (allerdings hier nur nach vorne, nach hinten, nach oben oder nach unten und jeweils nur ein Feld). Ich habe tatsächlich einige Kämpfe gebraucht, bis ich das Prinzip vollends verstanden und genügend trainiert hatte, um einmal zu gewinnen. Vielleicht lag’s auch am gegnerischen Drachen, denn die Hydra hatte es echt in sich.

Für jeden Kampf bekommt man Fame und hat man drei Kämpfe gewonnen, kann man am Turnier teilnehmen, das mich dann einen Rang aufsteigen lässt, wodurch ich wiederum andere Dinge erwerben kann, um meinen Hof auszubauen oder beispielsweise einen anderen Sattel für Körncken kaufen kann. Nachdem ich das erste Mal gewonnen hatte, haben mir die Kämpfe auch wirklich mehr Spaß gemacht, vorher fand ich sie stellenweise unfair und unausgeglichen. Was aber vielleicht auch daran lag, dass ich kein richtiges Tutorial hatte und auch so einfach reingeworfen wurde in die Kämpfe.

So hübsch

Was mir schon die ganze Zeit an Dragon Creek aufgefallen ist, ist der schöne Pixelart-Stil, der vor allem die Drachen mit vielen schönen Details darstellt. Doch nicht nur die Details passen, sondern auch die Drachenarten an sich, derer es einige gibt, die dann wiederum bei der zufälligen Erstellung zu noch mehr Möglichkeiten führen. Neben den Drachen finde ich persönlich auch das Dorf sehr schön – ich liebe die alten Herrschaften und Damen mit ihren Gehstöcken, die super langsam über die Straßen laufen. Immer noch schade ist nur, dass ich mit ihnen nicht interagieren kann. Allerdings fiel mir auf, dass fast alles so einen leicht verwaschenen Schein hat.

Mir gefällt zudem der Soundtrack ziemlich gut, die Klänge passen hervorragend zum Setting und werden auch nicht so schnell langweilig. Ein bisschen schade finde ich es hier, dass der Drache selbst keine Laufgeräusche macht, obwohl der Boden wackelt, wenn ich mit Körncken über meine Farm renne, doch Geräusche macht er dabei keine.

Die Steuerung selbst ist übrigens an sich auch gut: Während die Kämpfe nicht erklärt werden, gibt es immer wieder zu jedem Minispiel Erklärungen, die mir sagen, ob ich die Maus oder die Pfeiltasten benutzen soll. Das finde ich gut und ist auch logisch erklärt, auch wenn manche Minispiele stark vom Zufall abhängig sind. Generell lässt sich jedoch sagen, dass es sich ziemlich intuitiv steuert, man aber trotzdem auf Maus und Tastatur angewiesen ist.

Fazit: Ich bin dann wieder bei meinem Drachen

Ich bin sehr stolz darüber, was aus Dragon Creek in der Zwischenzeit geworden ist: Ich kann meinen eigenen Drachen aufziehen, mit ihm den Dorfbewohner/-innen helfen und in Turnieren antreten. Das kann ich in keinem anderen Spiel, zumindest nicht mit einem zufällig generierten Drachen. Es überfordert nicht, auch wenn mir persönlich teilweise bestimmte Tutorials fehlen. Es ist ein nettes, entspannendes Spiel, bei dem ich verschiedene Minispiele mit meinem eigenen Drachen haben kann. Schade finde ich allerdings, dass die Kämpfe nicht erklärt werden. Warum soll ich diese denn machen? Ebenso fehlt mir ein generelles Grundgerüst, eine Art Story, sodass ich ein Teil der interessanten und liebevoll gestalteten Welt sein kann. Dennoch macht es Spaß, am Tag ein paar Minuten mit meinem Drachen zu spielen und mich um ihn zu kümmern, denn irgendwann kann es zwar eintönig werden, aber das dauert doch eine ganze Weile. Drachenfans kommen auf jeden Fall auf ihre Kosten!

ProContra
+ Schöne, zufällig generierte Pixeldrachen– Rolle der Kämpfe wird nicht erklärt
+ Viele verschiedene Minispiele– Farm schon so gut wie vollständig aufgebaut
+ Drachenaufzucht nicht überfordernd– Fehlendes Grundgerüst
+ Schöner Soundtrack– Kämpfe teilweise unfair
+ Leichter Spieleinstieg…– … auch wenn Tutorial teilweise fehlen
+ Drachenkämpfe

Technik: 70
Grafik: 87
Sound: 84
Umfang: 63
Gameplay: 73
KI: 45

Spielspaß: 82

  • Story: Dragon Creek lässt dich deinen eigenen Drachen haben und aufziehen. Ein tolles Konzept!
  • Frustfaktor: Bei den Kämpfen definitiv vorhanden.
  • Nachhaltigkeitswert: Ich hoffe, dass es irgendwann einen Aufwind erfährt, denn
  • Design/Stil: Der grafische Stil ist klasse und zeigt deutlich, wie schön ein Pixelart-Stil sein kann.
  • Musik und Sound: Die Musik ist super, schade nur, dass der Drache keinerlei Geräusche beim Laufen macht.
  • Preis-/Leistung: Dragon Creek bietet für 12,49 € ziemlich viel.

Offenlegung

Ich habe den Key zu Dragon Creek vom Entwickler direkt erhalten.

Wenn dich Dragon Creek interessiert, kannst du es bei Steam selbst erwerben und deinen eigenen Drachen aufziehen.

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Beatrice Vogt
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