In Other Waters (Switch) im Test – In trüben Gewässern fischen?

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Seit dem ich die erste Ankündigung zu In Other Waters las, war ich interessiert am Titel. Mich reizte das Unbekannte in dieser Welt, die in dem Element spielt, vor dem ich mich am meisten fürchte. Und nun habe ich es vor mir und entführe euch in fantastische Unterwasserwelten oder locke ich euch einfach nur wie eine Sirene in die Untiefen der See? Mehr erfahrt in meiner Review zu In Other Waters.

Willkommen, KI

Der Einstieg in In Other Waters mag sicherlich ein wenig verwirrend sein, denn du bist eine KI im Unterwasseranzug der Protagonistin. Sie und du wisst dabei nicht, wie du wirklich in diesen Anzug gekommen bist, doch eure gemeinsame Aufgabe besteht darin, herauszufinden, was mit der anderen Forscherin geschehen ist. Wir befinden uns tatsächlich auf einem fremden Planeten und haben ein seltsames Signal einer befreundeten Forscherin erhalten, doch als wir dort ankommen, ist dort niemand mehr. Unsere Karte deutet nur auf ein weiteres Signal, das uns zu einem leeren Anzug führt. Was ist hier geschehen? Lebt unsere Freundin noch oder werden wir in den Tiefen dieses Planeten ihre Leiche bergen?

Während ich zusammen mit Ellery, der Protagonistin, den Planeten erkunde, ärgere ich mich ein ganz kleines bisschen, dass ich nur die KI in Ellerys Anzug bin, während sie die ganze Pracht und Schönheit der Unterwasserwelt sehen kann. Immer wieder beschreibt sie mir, wie etwas aussieht oder wie sich etwas bewegt. Ich möchte das auch sehen und muss mich immer wieder daran erinnern, dass ich nur eine KI bin. Eine KI, die darauf achten muss, dass Ellery nicht der Saft oder Sauerstoff ausgeht. Und natürlich achte ich auch drauf, wohin wir so gehen, doch glücklicherweise ist es nicht sonderlich gefährlich unter Wasser. Die meisten Wesen und Gebiete tun mir nichts, auch wenn es einen seltsamen Nebel namens The Bloom gibt, der giftig für mich ist.

Dennoch bin ich eine ganz zufriedene KI, auch wenn ich ganz gerne die Umgebung sehen möchte, die Welten unter Wasser. Aber an sich ist es sehr entspannend durch die Weiten zu gleiten und nebenbei die Umgebung nach neuen Proben von den Lebewesen und Pflanzen zu scannen, die es aus diesem Planeten so gibt. Allerdings ist es teilweise wirklich schwierig, der Story zu folgen, denn die Texte werden relativ klein im unteren oder rechten Bildschirmbereich angezeigt – und sind nach einem Laden der Spieldatei tatsächlich verschwunden. Das ist ärgerlich, da ich auf diese Weise schon mehrfach in der Klemme steckte – Logischerweise habe ich In Other Waters nicht am Stück gespielt. Hier sollte meiner Meinung nach unbedingt noch einmal nachgepatcht werden.

Wie ein Fisch im Wasser?

Da ich nur die KI in In Other Waters bin, steuere ich Ellery nur indirekt und kann sie nicht vollkommen frei unter Wasser steuern. Dafür kann ich mit meinem Scanner verschiedene Elemente ausmachen, zu denen ich Ellery bewegen kann, so zum Beispiel zu einem alten Wrack oder einem Gully. Daran kann sich Ellery dann entlang ziehen und auch nur daran. Vollkommen freies Erkunden ist also nicht möglich. Die Steuerung in In Other Waters ist auf jeden Fall speziell. Ich habe tatsächlich einige Anläufe gebraucht, bis ich sie verstanden habe, denn es ist zu Beginn ein wenig verwirrend – mittlerweile kann ich mir überhaupt keine andere Steuerung im Spiel mehr vorstellen, weil sie irgendwie wie die Faust aufs Auge passt.

Mit dem rechten Schulterknopf aktiviere ich quasi das “Laufen” oder den Scan, um die Umgebung untersuchen zu können. Mit der linkten Schultertaste schalte ich meine Forschung frei und kann so Proben sammeln oder meine gesammelten Proben in die Umgebung werfen, um zu sehen, was passiert. Das ist unheimlich cool und einprägsam, wenn man’s einmal verstanden hat. Schade nur, dass sie nicht von Anfang an so intuitiv ist und man direkt versteht, wie man vorgehen soll.

Was ich wirklich sehr schade finde und was mir einiges an Spielspaß genommen hat, ist jedoch die Tatsache, dass die Texte, die Ellery mit mir austauscht, zwar innerhalb einer Spielsitzung im Log nachlesbar sind, wenn ich jedoch meinen Spielstand neulade, weil ich beispielsweise eine Pause gemacht habe, ist dieser Log weg und ich muss mich daran erinnern, wo ich wirklich hinwollte. Das ist wirklich schade und hat bei mir schon einmal dazu geführt, dass ich meinen Spielstand weggemüllt und einen neuen begonnen habe, da ich dachte, dass mein Spiel kaputt sei.

Der Natur so nah und doch so fern

Das Konzept von In Other Waters ist sicherlich ein ganz Besonderes, denn auf der einen Seite bin ich der Natur eines fremden Planeten so nah wie nie zuvor, und doch gleichzeitig so fern, da ich sie als KI nicht sehen kann. Doch gerade jetzt bräuchten wir alle ein bisschen Natur um uns herum, die wir noch nicht kennen, oder seht ihr das anders? Auch wenn ich die Welt nicht sehen kann, so kann ich sie mir vorstellen und sehe zudem die Zeichnungen, die Ellery im Laufe unseres Abenteuers macht – und ich höre den Sound. In Other Waters hat einen wunderbaren Soundtrack, der melodisch sehr gut zur Unterwasserthematik passt. Er entführt mich in diese fremde Welt und bezaubert gleichermaßen meine Ohren mit seinen wunderbaren Klängen.

Und das lässt mich weiter träumen. Ich bilde mir meine eigene Unterwasserwelt zusammen mit dem Soundtrack und der wunderbaren Geräuschkulisse und ich wünsche jedem, der In Other Waters spielt eine ähnlich gute Vorstellungskraft.

Fazit: Eine Xenobiologin zu sein ist gut, aber…

Gleich vorweg: Ich mag In Other Waters und ich wünschte, ich könnte diesem besonderen und experimentellen Spiel ein andere Wertung geben, doch ich kann nicht. Zu viel blockiert mich dabei, zu sehr torpediert sich der Titel selbst.

In Other Waters lässt euch die Unterwasserwelt eines fremden Planeten erkunden, während ihr gleichzeitig nach einer verschwundenen Forscherin sucht. Dabei seid ihr jedoch nur die KI, die im Anzug der Protagonistin Ellery steckt, ihr könnt das Schauspiel vor Ort also nicht sehen, sondern nur dem tollen Soundtrack und der schönen Geräuschkulisse lauschen. Dabei erlebt ihr eine ganz interessante Steuerung, die zwischen nervtötend, intuitiv und “Ich kann mir keine bessere Steuerung vorstellen” angesiedelt ist und somit seinen Charme erst nach einigen Anläufen versprüht. Was ich jedoch sehr schade finde, ist die Story an sich und wie sie erzählt wird. Der Text auf der Switch ist sehr klein und befindet sich immer ein bisschen außerhalb des Geschehens, weswegen ich häufig erst viel später mitbekommen, dass ich gerade einen Storyaspekt sehe – die Texte verschwinden nach einigen Sekunden wieder. In einer Spielsitzung kann ich diese Texte im Logbuch nachlesen, doch lade ich das Spiel neu, ist auch dieses Logbuch auf der Switch leer, sodass es mir sehr schwer fällt, der Story an sich zu folgen.

In Other Waters ist eine nette Erfahrung, die mit einem individuellen Gameplay punktet, jedoch in der Story hinkt, sodass ich ihr nicht immer folgen kann, und das ist schade. Wenn ich hier noch eine gute Geschichte entdecken könnte, die mich fesselt und bei der ich wirklich alles mitbekomme, wäre das hier mein Game of the Year.

ProContra
+ Super interessantes Konzept– Es fällt schwer, der Story zu folgen, weil Logbuch nach Neustart immer wieder leer ist
+ Klasse Soundtrack und Geräuschkulisse– Zusammenhänge sind somit nicht ganz klar
+ Passende Steuerung…– … die eine gewisse Eingewöhnung fordert
– Story steht nicht im Vordergrund und verschwindet nach einigen Sekunden wieder

Technik: 73
Grafik: 84
Sound: 9o
Umfang: 85
Gameplay: 56
KI: 52

Spielspaß: 65

  • Story: Du bist auf einem fremden Unterwasserplaneten und suchst deine Kollegin, während du die Umgebung als KI erkundest.
  • Frustfaktor: Durch das fehlende Logbuch und die anfänglich kreative Steuerung häufig vorhanden.
  • Nachhaltigkeitswert: Es könnte nachhaltig sein und wir könnten in einigen Monaten noch über In Other Waters sprechen, doch denke ich, dass es keinen großen Nachklang haben wird. Leider.
  • Design/Stil: Sehr blau und passend zum Spiel.
  • Musik und Sound: Hammermäßig und sehr passend!
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: 14,99 € finde ich für In Other Waters mehr als angemessen, da es sehr viel zum Entdecken gibt und man nicht nur nach zwei Stunden durch ist.
  • Akkuverbrauch: In Other Waters benötigt für eine Spielstunde etwa 24 % Akkuleistung.

Offenlegung

Wir haben In Other Waters vom Publisher kostenfrei erhalten.

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Beatrice Vogt
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