Painters Guild (Steam) im Test – Meine kleine, feine Malergilde

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Manchmal träume ich davon, eine große Künstlerin zu sein. Dass aus meinen Doodles ganze Kunstwerke entstehen, die nicht nur ich irgendwie schön finde. Deswegen hat es mich umso mehr gefreut, als ich auf das kleine Spiel Painters Guild auf Steam stieß, das passenderweise gerade im Angebot war. Warum es mich überrascht hat und warum dennoch Möglichkeiten ungenutzt bleiben, verrate ich in meiner Review.

Ein Maler zu sein ist nicht schwer

Am Anfang von Painters Guild sucht ihr euch aus, wo ihr anfangen wollt. Rom, Venedig oder doch eher Florenz? Jede Stadt bietet hierbei verschiedene Möglichkeiten und Boni, die euch zugutekommen werden, allerdings ist kein Vorteil wirklich so dramatisch, dass es einen großen Unterschied macht. Das ist ein bisschen schade, da es generell keine große Herausforderung bietet. Dennoch gehört zum Charme von Painters Guild zu sagen, dass der Stil und auch die grafische Darstellung der Städte sehr schön sind, obwohl es in Pixelgrafik gehalten ist.

Habt ihr euch für eine Stadt entschieden, beginnt ihr bereits erste Aufträge anzunehmen und Geld zu verdienen. Besonders bei den Aufträgen geht es um Schnelligkeit: Erledigt ihr den Auftrag in der gewünschten Zeit, werdet ihr auch belohnt, seid ihr schneller, gibt es noch einen kleinen Bonus oben drauf. Seid ihr zu langsam, werdet ihr gar nicht erst entlohnt. Je mehr Geld ihr sammelt, desto mehr könnt ihr euch auch leisten und so eure Gilde weiter ausbauen und auch neue Schüler anheuern, die dann ebenfalls Aufträge annehmen könnt. Auf diese Weise habt ihr einen gewissen Vorteil, doch bedenkt: Schüler sind am Anfang langsamer und werden erst mit der Erfahrung besser.

Neben Geld zu sammeln und Prestige zu erhalten, habt ihr kein sonderliches Ziel in Painters Guild, was auch ein bisschen schade ist. Dafür gibt es jedoch einige kleine Leckerbissen, auf die ich gleich ein bisschen eingehe. Doch noch vorweg: Painters Guild ist kein schwieriges Spiel und so wirklich scheitern könnt ihr auch nicht, ihr bekommt eben nur einfach kein Geld, wenn ihr nicht gut genug seid.

Ist euer Maler zu alt, nehmt ihr feierlich Abschied von ihm.

Historisch unberührt zu sein dagegen sehr

Painters Guild spielt in den Zeiten der Renaissance in Italien und lässt euch somit auch an allen Gepflogenheiten dieser Zeit teilhaben: Neben historisch korrekten Dingen und Personen wie beispielsweise Leonardo Da Vinci, der für euch malen kann, werdet ihr auch mitten in die Zeit gezogen und so kann es auch sein, dass ihr der Homosexualität angeklagt werdet. Ja, in Italien ist er im Zuge des 19. Jahrhunderts die Verfolgung von Homosexualität abgeschafft worden, weswegen ihr durchaus noch zum Tode verurteilt werden konntet. Auch in Painters Guild hat man diesen Aspekt eingebaut, sodass ihr zum Beispiel von vornherein festlegen könnt, ob euer Charakter homosexuell ist. Lebt ihr jedoch mit einem gleichgeschlechtlichen Schüler zusammen, ohne dass ihr mit ihm eine Beziehung eingeht (Fun Fact: Ihr könnt überhaupt keine Beziehungen eingehen), wird euch auch hier die Homosexualität vorgeworfen. Es ist ziemlich gut, dass Painters Guild diese Aspekte mit aufgreift, denn es vergibt die richtige Tiefe, die sonst ein wenig fehlt im Spiel.

Neben diesen Aspekten nehmt ihr auch hin und wieder an der italienischen Geschichte teil, so werden euch Hinweise zu den Medici gegeben oder Machiavelli veröffentlicht sein Buch. Leider haben all diese geschichtlichen Aspekte keine Auswirkung auf euch selbst. Es gibt keine Krisen, in denen Menschen keine Bilder kaufen, oder Aufschwünge, wodurch die Menschen unheimlich viele Bilder von euch kaufen, sodass ihr kaum hinterherkommt. Das ist alles ein bisschen schade und macht das Gameplay wieder sehr dünn. Denn am Ende ist Painters Guild dann leider nichts anderes als eine Managementsimulation, die euch keine sonderlichen Herausforderungen bietet, sondern relativ einfach von der Hand geht, dabei allerdings ein bisschen süchtig macht.

Fazit: Ganz nett für zwischendurch

Painters Guild ist ein ganz nettes Spiel, das man zwischendurch sehr gut spielen kann und das ein ganz kleines bisschen süchtig macht, allerdings lässt es viele Situationen ungenutzt, sodass es zum Beispiel nicht gleich zu setzen ist, mit Spielen, in denen man wirklich malen kann. So ist Painters Guild leider nur eine einfache Managementsimulation, die zwar historische Aspekte sehr gut einfügt, sich diese jedoch nicht zu Nutzen macht und keinerlei Herausforderungen bietet.

Dennoch war ich vom Titel überrascht, denn er ist sehr einfach gehalten und leicht zu verstehen, ohne dass es groß ein Tutorial gibt, das einen stundenlang einführt. Wenn es jetzt noch die richtige Tiefe hätte, könnte es vielleicht stundenlang an den PC fesseln, doch leider nutzt es die Situationen nicht sonderlich gut, die es selbst verursacht. Für ein paar Euro im Sale ist es jedoch sehr empfehlenswert.

ProContra
+ Historische Aspekte…– … die nicht alle sonderlich gut genutzt werden
+ Italien der Renaissance Zeit– Kein wirklicher Anspruch
+ Einfaches Handling, kein Tutorial– Man kann nicht selbst zeichnen
+ Leicht süchtigmachendes Gameplay – Fehlender Tiefgang
– Keine Abwechslung im Gameplay

Technik: 57
Grafik: 84
Sound: 72
Umfang: 54
Gameplay: 40
KI: 38

Spielspaß: 65

  • Story: Ihr leitet eine eigene Malergilde. End of Story.
  • Frustfaktor: Nicht vorhanden, da es keine wirklichen Herausforderungen bietet.
  • Nachhaltigkeitswert: Da Painters Guild nichts Spannendes bietet, ist es kein Spiel, über das man noch lange sprechen wird.
  • Design/Stil: Wunderhübscher Pixelstil.
  • Musik und Sound: Auch da.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Painters Guild kostet normalerweise 9,99 €, was ich für den Inhalt und die Gameplaytechnik doch etwas hochgestochen finde. Ich habe den Titel für knapp 2 € erworben, was gerechtfertigt ist. Mehr als 4 € sollte man nicht ausgeben.

Offenlegung

Wir haben Painters Guild für Steam selbst gekauft.

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Beatrice Vogt
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