Popup Dungeon (PC) im Test – Taktik-RPG und Kreativenparadies

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Humble Games als Publisher und das Entwicklerstudio Triple B Studios bringen mit Popup Dungeon einen Titel der besonderen Art heraus. Der Name drückt gar nicht aus, was das Spiel alles umfasst: Neben einem Taktik RPG mit Kampagne und kreativen Geschichten enthält das Spiel nämlich auch mächtige Entwicklerwerkzeuge, um ganz eigene Titel zu schreiben. Ob uns das überzeugt hat, erfahrt ihr in der Review.

Die beste Heldengruppe aller Zeiten

“Zenyatta is here.” “The greatest president that God ever created.” Ja, die Helden in Popup Dungeon geben bei jeder Aktion Sprüche wieder – doch hättet ihr gedacht, dass ihr mal eine Gruppe aus Donatello (ja, aus Mutant Ninja Turtles), Donald Trump, Zarya und Zenyatta spielen würdet? Nein? Ich auch nicht. Doch genau das geht mit Popup Dungeon.

Diese Heldengruppe gehört zwar nicht zum Standardlieferumfang des Spieles, doch ihr könnt euch einfach jederzeit Helden, Level, ja Spiele herunterladen – oder auch einfach selbst erstellen. Popup Dungeon stellt die Werkzeuge zur Verfügung, jede Figur zu erstellen, jede Map und jedes Spiel, ja sogar jede Fähigkeit, die euch in den Sinn kommt. Jetzt war die Auswahl vor dem offiziellen Launch des Spieles noch nicht groß, doch die Gruppe, die ich gerade erwähnte, konnte ich schon zusammenstellen.

Ich feiere Popup Dungeon für die Vielfalt, die es bietet, und die, die es vielleicht noch bieten wird – und vor allem dafür, wie das Spielerlebnis durch die Inhalte aus vielen Quellen nicht zerrüttet wird. Ja, ob das Balancing wirklich immer funktioniert, keine Ahnung, ich glaube nicht. Ja, Dinge wie Fähigkeiten, Boni und Buffs sind in Popup Dungeon schwer durchschaubar und kaum erklärt, doch irgendwie – es entfaltet durch das, was es ist eine perfekte Wirkung.

Zarya ist eine gute Beschützerin.

Ein Taktik-RPG mit viel Loot und wenig Glanz

Popup Dungeon wäre wesentlich weniger spannend, wenn es diese Vielfalt von spielergemachten Inhalten nicht gäbe. Zwar ist die Inszenierung generell fantasievoll, humorvoll und gelungen, doch das Spiel an sich mit seinen zentralen Gameplayelementen versprüht nur ein Viertel des Charmes. Grundsätzlich kann man mit Popup Dungeon verschiedene Spiele bauen – bei der Kampagne handelt es sich aber, und das verspricht ja letztlich auch der Name des Spieles, um einen Dungeoncrawler mit taktischen Kämpfen.

Die Dungeons sind jetzt nicht unbedingt mega fesselnd, sie sind ganz hübsch und es macht Spaß zu sehen, wie sich sich vor einem “aufklappen”, daher das Popup, doch es gibt wenig zu entdecken, außer den Kämpfen, die vorher schon angekündigt werden. Klar, es gibt auch Schätze und es lohnt sich, zu erkunden, doch Popup Dungeon verrät einem immer, ob noch etwas zu entdecken ist oder nicht – der Knopf zum Beenden des Levels ist dann entweder Rot (Halt, da ist noch was!) oder Grün (Du kannst gehen!).

Auch der Loot kann vollautomatisch verteilt werden.

Die Kämpfe an sich machen da schon mehr Spaß, doch auch hier sind der wahre Hit die Fähigkeiten der Figuren, die man sich entweder heruntergeladen oder selbst geschrieben hat. Auf den höheren Schwierigkeitsgraden werden die Kämpfe durchaus fordernd, können auch recht lang dauern – man hat die Wahl, mit wie vielen Figuren man die Level in Popup Dungeon spielt. Der Schwierigkeitsgrad skaliert sich automatisch.

Überhaupt arbeitet der Titel mit recht vielen Automatismen: Jede Aktion lässt sich mit einem Doppelklick auslösen, die KI sucht die passendste Aktion heraus. Manchmal entstehen so Dummheiten und es wird das eigene Teammitglied angegriffen, doch im Großen und Ganzen funktioniert das gut: Das Ziel für jede Aktion selbst zu wählen ist wesentlich komplizierter, taktisch aber natürlich manches Mal sinnvoll. Doch angesichts des Fiaskos, das beim Balancing droht, denke ich, man sollte Popup Dungeon nicht unbedingt auf den höchsten Schwierigkeitsgraden genießen. Den Reiz machte und macht für mich beim Spielen definitiv etwas anderes aus.

Dazu gehört auch der Loot, den man nach den Kämpfen einsammelt. Auch der ist vielfältig, denn mit der Figur kann man auch Ausrüstungsgegenstände erstellen, die automatisch mit heruntergeladen werden und dann vom Spiel in verschiedenen Stärken erstellt werden. Ist Donald Trump also am Anfang mit einem veralteten Nokia Telefon ausgerüstet, kann irgendwann ein besseres gedroppt werden – oder einfach eine ganz andere Waffe. Auch hier bestimmt Popup Dungeon zuverlässig automatisch, wem welche Ausrüstung am besten steht.

Sieg!

Der Kampf ist nicht alles

Mit den Geschichten außerhalb der über 20 Kampagnenlevel liefern die Entwickler einen Vorgeschmack darauf mit, was mit Popup Dungeon noch alles möglich ist: In den Geschichten klickt man sich jeweils durch ein Geschichtsbuch, die Kämpfe treten teilweise gar in den Hintergrund, und die Geschichten entwickeln sich dynamisch, abhängig davon, welche Entscheidungen man trifft. Doch Vieles wird auch ausgewürfelt und ist damit vom Zufall abhängig.

In den Geschichten gibt es dabei nichts, was nicht verändert werden kann: Tageszeitenwechsel sind ebenso möglich wie Modifikationen für Freunde oder Feind. Popup Dungeon ist hier recht vielfältig und erzählt auch gute Geschichten.

Was mir weniger gut gefällt ist, dass man immer nur eine aktive Geschichte offen haben kann. Um zurück ins Hauptmenü zu kommen und sogar, um neue Inhalte zu kreieren, muss man immer entweder die Geschichte zu Ende spielen oder aber den Lauf aufgeben – mit der Folge, dass die Fortschritte darin verlorengehen.

Allein schon das Zusammenstellen des Teams macht Spaß.

Mächtige Entwicklertools

Das Spannendste an Popup Dungeon ist natürlich, dass die Entwickler gar nicht unbedingt nur ein gutes Spiel abliefern wollten, sondern in erster Linie seinen Spielern die Werkzeuge in die Hand geben wollten, noch bessere oder andere Spiele damit zu machen. Und deshalb kann man in Popup Dungeon alles erstellen, wonach einem beliebt.

Ich muss sagen, dass diese Tools beinah einfacher zu verstehen sind als die vielen verschiedenen Fähigkeiten im Spiel selbst, deren genaue Bedeutung oft eher undurchsichtig bleibt und bei denen man sich einfach über die Effekte freut und darüber, dass sie Schaden anrichten oder das Team verteidigen.

Die Entwicklertools von Popup Dungeon sind einfach zu verstehen und vielfältig vernetzt: Man merkt, was alles daran hängt, eine einzige Sache zu erstellen, und so wird man hin- und hergeworfen. Vieles bringt das Spiel ja schon mit und man muss es nicht selbst erstellen: Theoretisch kann man neue Inhalte, Figuren und mehr auch nur aus den Teilen erstellen, die die Entwickler schon in Popup Dungeon eingebaut haben. Spannender wird es natürlich dann, wenn man Dinge erstellt, wie Donald Trump oder Zarya erstellt wurden: Mit eigenen Optiken, Voicefiles und Angriffen – wie zum Beispiel dem Bau einer Mauer.

Ich gebe zu, dass ich gar kein vollumfängliches Gefühl dafür bekommen konnte, was wirklich mit Popup Dungeon alles möglich ist, doch es ist erkennbar, dass das komplette Spiel mit ebenjenem Editor entstanden ist – er ist vielleicht nicht furchtbar hübsch, aber dennoch einfach benutzbar, beinahe selbsterklärend, und zudem technisch extrem sauber umgesetzt. Was übrigens für das ganze Spiel gilt.

Nur eine Sache ist wichtig: Popup Dungeon verfügt nur über englische Sprache. Dieser sollte man also definitiv mächtig sein, vor allem, wenn man kreativ werden möchte.

Fazit: Die Kreativität im Zentrum

Popup Dungeon möchte die Kreationen seiner Spieler in den Mittelpunkt stellen – und lebt vollumfänglich davon. Ich denke, ohne ins Spiel importierte Inhalte würde ich hier von einem durchschnittlichen Taktik-RPG mit vielen Automatismen und wenig spannenden Dungeons schreiben. Doch allein durch meine Gruppe, die ich mir zusammenstellen konnte, sind Momente entstanden, die für immer in Erinnerung bleiben: Mit Zarya, Donatello und Donald Trump im Team ging’s vorwärts, einfach ein Wahnsinns Erlebnis. Die Entwicklertools von Popup Dungeon sind dabei mitunter einfacher zu durchschauen als manches Spielelement wie die Fähigkeiten der Figuren, doch zum Glück greift einem das Spiel durch die automatisch gut getroffenen Entscheidungen größtenteils solide unter die Arme. Technisch ist das alles sauber umgesetzt und ich hoffe, dass Popup Dungeon eine große Spielergemeinde um sich scharen wird – und vor allem eine, die kreativ wird.

ProContra
+ Mächtige Entwicklertools– Spielkern an sich nicht so aufregend wie möglich
+ Witzige Momente durch Spielerinhalte– Dungeons mit wenig Tiefe
+ Technisch komplett sauber umgesetzt– Fähigkeiten schwierig zu durchschauen
+ Kreative und humorvolle Inszenierung– Balancing schwer möglich
+ Sinnvolle Automatismen…– … die die Taktik mitunter absurd machen

Technik: 84
Grafik: 77
Sound: 85
Umfang: 95
Gameplay: 72
KI: 90

Spielspaß: 86

  • Story: Popup Dungeon bringt eine humorvolle Geschichte mit – und wird mitunter auch hier von Spielerkreationen am meisten profitieren.
  • Frustfaktor: Durchaus denkbar – doch das Spiel lässt sich gut im Schwierigkeitsgrad verändern und greift einem vielfältig unter die Arme.
  • Nachhaltigkeitswert: Der Wiederspielwert ist prinzipiell unbegrenzt – und ich hoffe, dass Popup Dungeon viele kreative Spieler begeistern wird.
  • Design/Stil: Es passt alles zusammen.
  • Musik und Sound: Musik und Sound ergeben ein stimmiges Gesamtbild.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Der Preis von rund 25€ ist mehr als angemessen.

Offenlegung & Unterstützung

Ein Reviewkey wurde uns von Humble für Popup Dungeon zur Verfügung gestellt.

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Manuel Eichhorn
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J . Ohl

Endlich jemand der durchschaut welch mächtiges(wenn auch noch nicht perfektes) Werkzeug einem hier zur Verfügung gestellt wird. Nur fürchte ich das in Summe 90 % der der Leute das nicht erkennen werden und manche auch nicht wollen (Pen und Paper Spieler zum Beispiel) . Dabei wäre es genau der Schritt in die richtige Richtung in Rollenspielen endlich Geschichten zu erzählen mit einigen wenigen Kämpfen als Höhepunkt und nicht von einem Kampf zum anderen zu eilen . Ich fürchte so mancher beraubt sich damit einer Möglichkeit selbst.