Rune Factory 4: Special (Switch) im Test – Von alten und neuen Runen

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Ich habe vor einigen Jahren einmal Rune Factory Oceans auf der PlayStation 3 gespielt – und war deswegen mehr oder weniger auf dem Hypetrain als Marvelous Rune Factory 4 Special für die Switch ankündigte. Sogleich warf ich mich in Schale und fand für euch heraus, ob sich die Neuauflage des Titels lohnt oder ob man doch lieber beim Klassiker auf dem 3DS bleibt.

Aller Anfang ist… seltsam?

Ich bin ehrlich: Ich wusste am Anfang von Rune Factory 4 Special nicht, was mich wirklich erwarten würde und ob das Spiel wirklich was für mich ist. Ich mag zwar Spiele, die den Harvest Moon Charakter ein bisschen überarbeiten, war jedoch etwas skeptisch dem Kampfsystem und der Story gegenüber. Dennoch habe ich mich voller Tatendrang ins Spiel gestürzt – und war hart irritiert.

Es beginnt alles damit, dass ich auf einem Luftschiff bin. Ich wähle hierbei aus, ob ich Junge oder Mädchen spiele, in dem ich eine Frage beantworte, aus der jedoch nicht so wirklich hervorgeht, was ich da eigentlich mache und dann fragte mich das Spiel plötzlich, ob ich wirklich als Junge spielen will. Das war sehr irritierend und auch der Rest vom Einstieg gewann definitiv keinen Blumentopf. Das Luftschiff, auf dem ich war, wurde von Piraten überfallen, sie warfen mich über Bord, ich fiel, landete neben einem großen Drachen, verlor mein Gedächtnis und sollte deswegen jetzt eine Prinzessin sein, die den Hof bestellt. Badumm Tssss! Ein Einstieg, der irgendwie wie an den Haaren herbeigeführt wirkt.

Weiter ging es dann übrigens später, als ich mit dem Kampfsystem vertraut gemacht wurde, denn hier wählte ich im Grunde den Schwierigkeitsgrad mit einer simplen Frage – und endete dann auf dem schweren Schwierigkeitsgrad, der im Grunde gar nicht so schwer, aber ein bisschen nervig war. Glücklicherweise habe ich nach ein paar Spielstunden herausgefunden, wo man den Schwierigkeitsgrad ändern kann (im Keller des Schlosses), wodurch es dann wieder sehr einfach wurde. Die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade wirken fast ein wenig unausgeglichen.

Du bist die Prinzessin!

Durch ein Missverständnis und dass der rechtmäßige Prinz keine Lust hat, seinen Pflichten nachzukommen, werde ich ziemlich schnell als die Prinzessin des Ortes angesehen, die natürlich ihren Hof selbst bestellen muss und die natürlich kein Personal zur Verfügung hat. Ziemlich cool ist jedoch, dass ich den ganzen Tag im Grunde verschiedene Quests machen kann, um die Sortimente der Läden zu erweitern und auf diese Weise mehr Samen und Produkte kaufen zu können. Im Übrigen gibt es ohnehin sehr viele Samen und Dinge, die ich kaufen kann und wie ich meinen Hof erweitern kann – unter anderem eine ziemlich coole Monsterscheune, in der ich meine gezähmten Monster halten kann, die dann wiederum zum Beispiel Wolle oder Eier produzieren.

Das ist ziemlich cool und kenne ich so noch aus Rune Factory Oceans. Somit kann ich auch die Monster zum Beispiel in der Feldarbeit einspannen oder mit ihnen auf Abenteuer gehen, um die Dungeons der Story zu besuchen und zu reinigen. Ganz nebenbei bin ich dann die Prinzessin der Stadt und soll dafür sorgen, dass sich diese weiterentwickelt. Das bedeutet, dass ich neue Feste ansetze oder Läden entwickle. Jedoch kann ich solche Dinge auch nur dann tun, wenn ich genügend Prinzessinnenpunkte zur Verfügung habe. Diese erhalte ich im Grunde dann, wenn ich Quests erledige oder Sachen verkaufe, die ich selbst angepflanzt oder gesammelte habe.

Und das macht irgendwie den Reiz aus. Ich versuche immer, genügend Punkte zu haben, um zum Beispiel neue und witzige Feste feiern zu können. Das macht vor allem das erste Jahr im Dorf sehr lebendig und verleiht den gewissen Charme.

Die Eintönigkeit des Landlebens?

Manche sagen, dass ihnen das Konzept von Rune Factory 4 Special, bzw. anderen Spielen dieser Art nicht wirklich liegt, weil sie am Ende doch nur jeden Tag dasselbe machen. Auch Runde Factory 4 Special ist da keine Ausnahme – wenn man sich zumindest nicht auf die Story einlässt. Im Grunde kann man auch hier schnell in das eintönige Landleben rutschen á la: Ich stehe auf, gieße meine Pflanzen und füttere meine Tiere, dann gehe ich wieder ins Bett. Durch die Story und somit ja auch durch Level- und Kampfsystem gibt es jedoch deutlich mehr Abwechslung, die ich nicht immer nutze, aber sie ist allemal vorhanden. Im Grunde hat Rune Factory 4 Special genau das, was manchmal anderen Spielen fehlt: Ich kann entscheiden, ob ich nun nur meinen Hof bestelle oder ob ich mich durch die Dungeons und Gegner schlage. Genau dieser Freiheitscharakter fehlt mir manchmal in anderen Spielen.

Wenn ich übrigens nicht der Story folge, dann unterhalte ich mich mit den verschiedenen Bewohnern des Dorfes, um die Beziehungen so zu steigern. Im Vergleich zu anderen Spielen sehe ich direkt in meinem Menü, welches Level ich mit welchem Charakter habe und kann so einschätzen, was ich tun soll. Die meisten Unterhaltungen sind auch tatsächlich angepasst, nur nicht immer wirkt es wirklich passend. Beispielsweise erklärt einer der Dorfbewohner, dass er nun mein Erzfeind ist, wenn ich ihn jedoch so anspreche, wirkt er eher nachdenklich und lieb, statt feindlich gesinnt. Das passt dann nicht so ganz und wirkt unstimmig.

Dennoch ist Rune Factory 4 Special ein sehr entspannendes und ruhiges Spiel, das mit seinem einfachen Schwierigkeitsgrad fast schon ein bisschen zu einfach ist, wodurch wiederum die Kampfeinlagen fast ein wenig unsinnig wirken. Dennoch macht es Spaß und gibt dem Ganzen Genre einen netten Touch. Zudem steuert es sich auf der Switch richtig gut und ist auch hervorragend optimiert, schade nur, dass Attacken nicht immer präzise ausgeführt werden und ich doch das eine oder andere Mal einfach daneben haue, obwohl ich einen Gegenstand oder einen Gegner anvisiert habe. Das sind jedoch kleinere Übel, die sich verschmerzen lassen. Seltsam finde ich dennoch die Übersicht in den Shops, da sich mein Geld wirklich nicht sonderlich gut sichtbar befindet, sodass ich sehr lange suchen musste, um herauszufinden, wie viel Geld ich nun wirklich zur Verfügung habe.

Fazit: Ich mag mein Königreich, irgendwie

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Ich bin mit Rune Factory 4 Special ein bisschen hin und her gerissen, denn ich fand den Einstieg sehr grenzwertig und an den Haaren herbeigezogen, sodass mich das allein schon fast abgeschreckt hätte, weiterzuspielen. Erst so langsam wurde ich wirklich mit der Geschichte warm und habe eine kleine Liebe zu meinem Durch-Zufall-Königreich entdeckt, die doch Spaß macht. Neben der normalen Landwirtschaft und den Dungeons kann ich in Rune Factory 4 Special eben auch die Stadt entwickeln wie ich das möchte, was für reichlich Abwechslung und den einen oder anderen Lacher sorgt. Allerdings werde ich mit der Geschichte… Ich finde es gut, dass es eine Geschichte gibt, jedoch ist sie nun nicht wirklich aus einer meisterhaften Schreibefeder entsprungen.

Rune Factory 4 Special ist jedoch ein sehr guter Einstieg, wenn man sich mit dem Genre vertraut machen möchte, und bietet viele Spielstunden mit einer gewissen Freiheit zu einem ziemlich guten Akkuverbrauch. Ich denke, dass besonders der Freiheitscharakter im Spiel für den gewissen Charme sorgt, denn man kann im Grunde vollkommen entscheiden, was man wann tun möchte, sodass alles noch einmal aufgelockert wird. Rune Factory 4 Special ist ein nettes Spiel, das vor allem mit seinem Charme punktet, auch wenn Kleinigkeit einen leicht trüben Eindruck hinterlassen.

ProContra
+ Coole Quests– Einstieg seltsam
+ Viele verschiedene Pflanzen– Charaktererstellung/Schwierigkeitsgrad merkwürdig
+ Städtebauoption gut durchdacht– Charaktere reagieren in Storysituationen nicht angemessen
+ Witzige Feste und Aktivitäten– Attacken nicht präzise

Technik: 83
Grafik: 84
Sound: 85
Umfang: 90
Gameplay: 89
KI: 67

Spielspaß: 78

  • Story: Du fällst von einem Luftschiff und verlierst dabei dein Gedächtnis, jetzt bestellst du einen Hof und wirst als Prinzessin gefeiert. Na ja.
  • Frustfaktor: So gut wie nicht vorhanden.
  • Nachhaltigkeitswert: Es ist ganz nett, kann aber aufgrund der Story irgendwie keinen Blumentopf gewinnen. Eher bin ich auf Nachfolgetitel gespannt.
  • Design/Stil: Netter Zeichenstil.
  • Musik und Sound: Passend.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Für 39,99 € definitiv angemessen.
  • Akkuverbrauch: Rune Factory 4 Special benötigt pro Stunde etwa 14 % Akku, somit kann man mit einer Akkuladung bis zu 6 Stunden spielen.

Offenlegung

Wir haben Rune Factory 4 Special von Marvelous kostenlos erhalten. Dieser Beitrag beinhaltet eine Verknüpfung mit Amazon, durch die ihr uns direkt unterstützen könnt.

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Beatrice Vogt
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