Senran Kagura Estival Versus (PS4) im Test – Magical Girls, Kämpfe und die Erdanziehung

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Was ist eigentlich das Erste, was euch bei japanischen Prügelspielen einfällt? Nein, ihr denkt unter Garantie nicht an die tollen Umgebungen und auch nicht an die coolen Moves, die man da machen kann. Wir sind uns ziemlich sicher, dass euch bei den meisten Spielen die Oberweite der weiblichen Figuren ins Auge fällt – schließlich bewegt sich das meistens ziemlich realistisch im wankenden Takt der Bewegungen. Senran Kagura Estival Versus greift ebenfalls auf diese tolle Physik hin, doch die Frage, ob der Titel noch mehr zu bieten hat, außer leicht bekleidete Mädchen mit wallenden Brüsten, steht im Raum. Wir verraten euch in unserem Test zum PlayStation 4 Spiel Senran Kagura Estival Versus, ob es da tatsächlich mehr gibt.

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Ein Festival der wankenden Oberweiten?

Der Einstieg in Senran Kagura Estival Versus verspricht noch spielerischen Tiefgang: Wir lernen zu Beginn des Tutorial-Missionen die verschiedenen Kämpferinnen und ihre Hintergründe kennen. Da geht es darum, verlorene Schwestern zu finden oder der Beste an der Schule zu werden. Bis jede Gruppe plötzlich durch ein leuchtendes Licht an eine sommerlichen Strand transportiert werden. Der Grund dafür wird euch gleich in den ersten paar Spielminuten erklärt. Es gibt nämlich eine Legende, dass alle paar Jahre die größten Kämpferinnen zusammenkommen und an einem Festival der Seelen teilnehmen, um die besten Shinobi zu finden. Und genau jetzt ist eben dieses Festival wieder, an dem wir gemeinsam mit den anderen Mädchen teilnehmen.

Habt ihr erst einmal alle Missionen des Tutorials geschafft, stehen euch jede Menge weitere Missionen zur Auswahl, die sich jedoch in etwa alle gleich spielen. Im Grunde geht es in den Missionen immer darum, die ganzen Gegner möglichst kreativ aus dem Weg zu räumen. Manchmal gesellen sich so zu den normalen Standardgegnerinnen auch die Kämpferinnen, sodass ihr ganz schönes Schwein haben müsst, um das gut zu überstehen. Und mit „gut überstehen“ meinen wir übrigens mindestens einen B-Rank erreichen. Denn gerade wenn sich andere Kämpferinnen in die Missionen gesellen, ist es nicht unbedingt immer leicht, auch noch halbwegs gut dabei wegzukommen, doch dazu verraten wir euch später ein bisschen mehr.

Senran Kagura Estival Versus ist im klassischen Verständnis ein flottes Hack & Slay, bei dem es wirklich darum geht, möglichst viele Gegner mit einem Mal erst auszuziehen und danach zu vernichten. Wie, ausziehen? Habt ihr euren Gegnerinnen genügend Schaden zugefügt, zerspringt ihre Ausrüstung und normale Gegner stehen euch dann in Unterwäsche gegenüber. Seid ihr bei den richtigen Gegnern, also den spielbaren Kämpferinnen, kreativ, sind diese auch mal gern ganz nackt – die wichtigsten Bereiche werden selbstverständlich mit Lichtern überdeckt. Gucken ist also trotzdem nicht, ihr ollen Lustmolche.

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Und Männer?

Männliche Spielfiguren werdet ihr in Senran Kagura Estival Versus sehr lange suchen, es gibt nämlich einfach keine – was uns doch sehr gut gefallen hat. Aus diesem Grund stehen euch zwar jede Menge weibliche Kämpferinnen, aber eben keine Männer zur Verfügung. Wem das zu viel Feminismus ist, der sollte sich definitiv ein anderes Spiel suchen. Und wem das zu viel Sexismus ist, dann solltet ihr euch ebenfalls ein anderes Spiel suchen, denn sowohl Feminismus als auch Sexismus spielen hier eine sehr große Rollen.

Senran Kagura Estival Versus richtet sich zwar in erster Linie an Männer, doch stecken die Kämpferinnen männliche Figuren problemlos in die Tasche. Jedes Mädchen stammt entweder aus einer langen, traditionsreichen Kämpferfamilie oder von einer Kampfkunstschule und selbstverständlich ist jedes Mädchen mit seinen ganz besonderen Fähigkeiten das Beste aus der jeweiligen Herkunft. Auch der Sexismusgehalt ist nicht gerade klein, was ihr an den beigefügten Screenshots merkt – aber hey, das Spiel stammt aus Japan. Was erwartet ihr eigentlich? Dennoch hatten wir viel Spaß damit und haben die Darstellungen der Charaktere eher als lustig empfunden. Zudem jedes Mädchen auch noch über ganz besondere Kampffertigkeiten verfügt, denn keines nutzt dieselben Waffen.

Da haben wir beispielsweise Shiki, die sich mit einem Sensenring durch die Gegend metzelt und dabei auch noch die Kraft der Dunkelheit und Fledermäuse nutzt oder Harukamu, die mit einer Katana bewaffnet durch die Gegend stolziert. Das kann sich wirklich sehen lassen – dabei steuert sich übrigens jedes Mädchen zwar unterschiedlich, aber keines hat besondere Schwächen. In jeden der verschiedenen Kampfstile hat man sich relativ schnell eingearbeitet, was wiederum jede Menge Spaß macht. Zwar sind einige zu Beginn immer ungewöhnlich, doch wenn man erst einmal ein wenig mit ihnen gespielt hat, ist alles ganz einfach. Dann kommt es nur noch auf euer Geschick an, dass ihr im richtigen Moment drückt und eure Gegnerinnen besiegt, bevor diese transformieren können.

Jede Kämpferin verfügt nämlich über eine Shinobi-Transformation, die an eine Magical Girl Verwandlung erinnert und den Mädchen jedoch unheimliche Kräfte vermittelt. Etwas unfair ist, dass die NPC-Gegner das auch können, weswegen es wirklich ratsam ist, sie vorher fertig zu machen. Denn mit jeder dieser Verwandlungen füllt sich nämlich auch die Lebensleiste der Gegner wieder, was wirklich frustrierend sein kann. Das Gute jedoch ist, dass ihr eure Figuren leveln könnt und auch ein verlorener Kampf ist kein verlorener Kampf: Ihr erhaltet für eine gescheiterte Mission einen F-Rang, aber auch Erfahrungspunkte und Geld und dann könnt ihr euer Glück einfach gleich noch einmal versuchen. Ziemlich fair, wie wir finden. Weniger fair ist der sehr schnell ansteigende Schwierigkeitsgrad, der euch nahezu dazu zwingt, die Missionen mit all den Kämpferinnen wieder und wieder durchzuspielen bis ihr irgendwann weiterkommt.

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Weibliche Rundungen ohne Ende

Wir erwähnten bereits, dass es nur weibliche Spielfiguren gibt, aber haben wir euch schon erzählt, dass diese auch nur sehr knapp bekleidet sind und alle mit entsprechend üppiger Oberweitse ausgestattet sind? Sicherlich gibt es auch Kämpferinnen, die nicht gleich mit einer großen Oberweite ausgestattet sind, aber spätestens wenn sich die Mädchen dann verwandelt haben, entpuppt sich ein B-Körbchen auch ganz gern mal als vermeintliches Doppel-E-Körbchen. Was uns aber eher zum Lachen brachte, war die fantastische Physik, die diesen Oberweiten zu Grunde liegt. Beim Kämpfen schwankt und wackelt alles in entsprechende Richtungen. Manchmal sieht das sogar so albern aus, dass man sich fragt, ob die Kämpferin nun eigentlich Wackelpudding im Ausschnitt hat. Ist schon ein bisschen lächerlich, aber wirklich eher im lustigen Sinne.

Wo sich jedoch die unterschiedlichen Kämpferinnen in ihren Kampfstilen unterscheiden, sucht man im Spiel selbst doch ein wenig die Abwechslung. Es ist eben ein typisches Prügelspiel, wo man sich durch Horden an Gegnern arbeitet, ohne ein wirkliches Ziel zu haben. Das ist abwechslungsarm und manchmal schon fast langweilig. Wer sich mit Senran Kagura Estival Versus anfreunden möchte, sollte schon ein großer Fan von Hack & Slay ähnlichen Spielen sein, denn etwas anderes wie beispielsweise Minispiele gibt es einfach nicht. Zudem läuft das Spiel zum Großteil auf der PlayStation 4 flüssig, was für die Konsole an sich ja schon eine Meisterleistung ist, hin und wieder kommt es nur zu leichten Einbrüchen der Framerate. Das lässt sich aber meistens sehr einfach übersehen und ist nie sonderlich stark vertreten.

Was uns ein wenig gestört hat, waren die japanischen Tonspuren. Senran Kagura Estival Versus steht zwar auf Englisch zur Verfügung, doch die Tonspuren sind noch im Original – was manchmal auch ein wenig nervig sein kann. Immerhin lieben es japanische Sprecherinnen, zu kreischen bis das nächste Glas zerspringt. Das ist an manchen Stellen etwas nervig – man kann es aber umgehen, indem man die Zwischensequenz einfach mit der Options-Taste überspringen.

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Fazit: Nur für Lustmolche?

Man muss als Frau für Senran Kagura Estival Versus schon sehr stark im Nehmen sein, aber es ist definitiv nicht nur etwas für japanische Lustmolche, die sich an Höschen von Spielfiguren aufreizen. Senran Kagura Estival Versus gefällt uns vor allem wegen seiner spielerischen Vielfalt bezüglich der unterschiedlichen Kämpferinnen. Und, auch wenn sich Sexismus und Feminismus doch stark die Klinke in die Hand geben, sind wir von den starken Kämpferinnen begeistert und fordern mehr starke Frauen im Videospielbereich! Zusätzlich sind wir von der eingängigen Steuerung begeistert, denn obwohl sich jede Kämpferin anders spielen lässt, sind alle leicht und eingängig zu erlernen. Das hat man nicht oft bei Spielen dieser Art.

Etwas tricky ist der stark ansteigende Schwierigkeitsgrad und auch die Gegnerinnen, die sich einfach auch in Shinobi verwandeln können und dann noch einmal eine ganze Stange stärker werden. Das kann zu Frust führen, aber immerhin werdet ihr keinen wirklichen Game Over Bildschirm sehen. Die Mission ist zwar gescheitert, aber ihr erhaltet einen F-Rang, Geld und die entsprechenden Erfahrungspunkte, sodass eben doch nichts verloren ist und ihr es einfach noch einmal versuchen könnt. Wir hatten viel Spaß mit Senran Kagura Estival Versus und können euch den Titel ans Herz legen, wenn ihr ein wenig Abwechslung im Prügelspielbereich sucht. Ach so, ja, und für Otakus und Höschenjäger ist der Titel natürlich auch noch geeignet – immerhin kommt er aus Japan, dem Land der aufgehenden Höschen.

Pro Contra
+ Viele verschiedene Kämpferinnen – Fehlende Abwechslung im Spielgeschehen
+ Interessante Charaktermodelle – Hin und wieder Einbrüche der Framerate
+ Nette Hintergrundgeschichten – Nur japanische Tonspuren
+ Einfache Steuerung – Sehr schnell ansteigender Schwierigkeitsgrad
+ Flotte Kämpfe – Zum Teil unfaire Spielmechaniken
+ Spaßiges Spielgeschehen für Casuals

Technik: 76

  • Grafik: 86
  • Sound: 68
  • Umfang: 80
  • Gameplay: 83
  • KI: 64

Spielspaß: 84

  • Story: Ihr nehmt an einem Shinobi Festival statt, um herauszufinden wer die beste Kämpferin ist. Die Story ist fast schon nebensächlich, aber immerhin gibt es viele interessante Hintergrundgeschichten.
  • Frustfaktor: Dank stark ansteigendem Schwierigkeitsgrad sehr wohl vorhanden, aber immerhin verliert ihr nicht wirklich.
  • Wiederspielwert: Ob man Senran Kagura Estival Versus noch einmal von vorne spielen wird, lässt sich bezweifeln, aber immerhin für eine Runde zwischendurch ist es bestens geeignet, wie wir finden.
  • Design/Stil: Vom Stil her erinnert es an die Animes, die es zur Spielreihe gibt.
  • Musik: Ehrlich gesagt, können wir uns an die Musik gar nicht so wirklich erinnern…

Information: Vielen Dank an Marvelous für das Pressemuster von Senran Kagura Estival Versus.

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Beatrice Vogt
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