We Become What We Behold (PC) im Test – Meinung bilden

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Ich suchte auf der Plattform itch.io nach Spielen, die etwas mit Awareness zu tun haben und stieß dabei auf das sehr kleine Spiel We Become What We Behold, das mich nachhaltig beeinflusste. Wieso ich so denke, kannst du in meiner kurzen Review zum Spiel nachlesen.

Die Medien beeinflussen uns

We Become What We Behold ist ein sehr kurzes Spiel, das mich etwa zehn Minuten Spielzeit gekostet hat, dennoch ist es beeindruckend. Im Grunde schieße ich Fotos von interessanten Dingen, die in der Spielwelt – einem rechteckigen Kasten, in dessen Mitte ein Fernseher steht, und um den herum Kreis- und Quadratwesen laufen – geschehen. Doch nicht ich entscheide, was interessant ist, sondern das Spiel selbst. Somit habe ich nur bedingt Einfluss auf das, was ich in meinem Sender ausstrahle.

We Become What We Behold ist kein Spiel, in dem ich Entscheidungen treffe, sondern ein Spiel, in dem ich lerne, wie wichtig es ist, was die Medien ausstrahlen. Wie Trends funktionieren. Wie hass erzeugt wird.

Natürlich könnte ich ein Bild von ganz normalen Leuten machen, doch interessant ist das nicht. Spannender ist da schon der neue Trend, den ich setze: Hüte sind plötzlich der letzte Schrei. Und apropos Schrei: Den herumschreienden Irren sollte ich schon in Aktion ablichten, sonst ist der nicht interessant genug und bringt keine Einschaltquoten. Dass ich auf diese Weise jedoch ein Rad der Zerstörung in die Wege leite, ist mir zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst.

Ein bisschen mehr Einfluss hätte ich mich gewünscht. Ja, dann hätte ich eben einen langweiligen Fernsehsender über Frieden und Glück gehabt. Ich bin mir aber sicher, dass meine Einschaltquoten genau dann in die Höhe geschossen wären, wenn die Welt eskaliert.

Und am Ende saß ich da, weil ich alles zerstört habe. We Become What We Behold ist kein gewaltfreies Spiel und auch keines, das die Mental Health irgendwie wieder herstellen kann. Es zeigt mir, wie die Menschen sind und was sie erwartet. Und lässt mich mit dem bitteren Beigeschmack zurück, dass ich etwas hätte ändern können, wenn mich das Spiel nur gelassen hätte. Doch selten haben wir einen solchen Einfluss, häufig haben wir Chefs über uns, die nicht wollen, das wir etwas anderes bringen.

Ein hübscher Sender?

We Become What We Behold ist in einem einfachen Design gehalten: Grau, Schwarz und Weiß dominieren. Die Wesen sind einfach gehalten, manche haben Kreisköpfe, andere Quadratköpfe, manche tragen Hüte, manche nicht. Es ist kein besonderer Zeichenstil, jedoch einer, der dazu beiträgt, dass die Botschaft übertragen wird. Kein Schnickschnack.

Auch wenn ich mir hier ein bisschen mehr Liebe zum Detail gewünscht hätte. Der Zeichenstil ist zwar einfach und schlicht, doch ein bisschen mehr hätte ich mir gewünscht – auch wenn alles irgendwie doch passt. We Become What We Behold hat einen Zeichenstil und eine untermalende Musik, die einfach ihren Zweck erfüllen, jedoch nicht unbedingt wirklich zur Atmosphäre beisteuern, bzw. eben da sind, weil sie da sind.

Fazit: Mein Sender zerstört alles…

Ich weiß, dass ich in We Become What We Behold keine Wahl hatte. Dass ich das berichten musste, was der Sender wollte. Ich bin mir aber sicher, dass ich die Situation hätte beeinflussen können, wenn ich gedurft hätte. Und trotz, dass mich das kleine Spiel mit seinen zehn Minuten Spielzeit so zurücklässt, verstehe ich die Botschaft – und das macht mich traurig. We Become What We Behold ist eine sehr interessante Erfahrung, die ich jeden ans Herz legen möchte, auch wenn deutlich mehr hätte drin sein können. Man lernt viel über die Menschheit und über sich selbst. Wie hast du dich am Ende gefühlt?

ProContra
+ Interessantes Konzept– Mehr Einfluss wäre gut
+ Einfacher Zeichenstil– Zeichenstil/Soundtrack sind Beiwerk
+ Dichte Atmosphäre– Mehr Umfang und Entscheidungen wünschenswert

Technik: 63
Grafik: 75
Sound: 75
Umfang: 50
Gameplay: 50

Spielspaß: 88

  • Story: We Become What We Behold ist ein kurzes Spiel über die Macht der Medien.
  • Nachhaltigkeitswert: Wohl leider nicht, aber vielleicht entdecken es ja jetzt noch einige Spieler:innen mehr.
  • Frustpotential: Nicht vorhanden, außer man ist wie ich und wünscht sich, dass man mehr verändern kann.
  • Design/Stil: Es ist ein einfacher Zeichenstil, der nicht wirklich zur Story beiträgt und einfach nur Beiwerk ist.
  • Musik und Sound: Ist auch da.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Das Spiel steht kostenfrei zur verfügung.

Offenlegung

Ich habe We Become What We Behold kostenfrei auf Itch.io gespielt.

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Beatrice Vogt
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