Biorhythm (Steam) im Test – Auf den Rhythmus des eigenen Körpers hören

Wie gut kennst du deinen eigenen Körper und bist du bereit, dich als ein Bakterium auf eine Reise durch dich selbst zu begeben? Biorhythm lässt dich das Leben als Bakterie im eigenen Körper erleben und setzt dabei auf dein Rhythmusgefühl. Ich habe mir den Titel auf Steam angesehen und verrate, wieso sich ein Blick lohnt.

Einmal ein Bakterium sein…

In Biorhythm wachst du auf einem Friedhof mitten im menschlichen Körper auf. Du weißt nicht, wer du bist oder was du da tust. Also schwimmst du, weg von den anderen Leichen, weg von diesem schrecklichen Ort. Du bist verzweifelt. Allein. Hungrig. Und dann findest du etwas Nahrung – und spaltest dich. Du bist nicht mehr allein! Du hast jemanden, der zu dir gehört. Ihr könnt gemeinsam nichts ahnend umherziehen und nach Antworten suchen. Für mich ist Biorhythm in erster Linie ein klassisches Selbstfindungsspiel und das ist richtig gut.

Am Anfang bin ich dieses arme kleine Wesen, das irgendwo aufwacht, doch ich erkenne schnell, was ich will. Ich will wissen, wer ich bin, was ich hier tue. Ich schwimme im Rhythmus des Herzens und suche nach Antworten auf Fragen, die ich mir gar nicht stellen möchte. Doch nicht immer sind alle Wesen, die ich auf meiner Reise treffe, lieb zu mir. Manche sehen genauso aus wie ich und wollen ihr Gebiet nicht aufgeben. Doch ich weiß, dass ich mehr Macht habe als sie – auch wenn ich dabei viel zu oft den Game Over Bildschirm sehe. Ich liebe die Story von Biorhythm, denn sie erzählt so viel mehr zwischen den Zeilen. Jetzt bin ich eine Bakterie im Körper, doch eigentlich versteckt sich doch viel mehr in der Story als wir wirklich wahr haben wollen. Biorhythm ist die Geschichte eines Wesens, das seinen Platz sucht.

Gleite im Rhythmus des Herzen

So interessant und innovativ ich die Story auch finde, so sehr frustriert mich das Gameplay an sich. Ich kann mich nur im Rhythmus des Herzschlags bewegen, das bedeutet, dass ich in meiner Bewegungsfreiheit relativ eingeschränkt bin. Das ist in Ordnung, wenn ich nur den Körper erkunde, macht mich jedoch in Kampfsituationen wahnsinnig. Hin und wieder komme ich in Situationen, in denen ich mich verteidigen muss. Dafür können meine  Bakterien sich ganz hardcoremäßig bewegen und Gegner einfach zerplatzen lassen. Leider funktioniert das nicht immer und vor allem dann, wenn die Hunter auf mich aufmerksam geworden sind, habe ich in den meisten Fällen keine Chance und werde einfach vernichtet. Das ist schade, weil ich recht guter Dinge war, als die Hunter eingeführt wurden. Doch dann wurden es mehr Gruppen mit mehreren Jägern drin und ich wurde machtlos. Entweder bin ich unfähig oder Biorhythm ärgert mich an der Stelle ganz doll.

Dass ich im menschlichen Körper als Bakterie nicht vollkommen ungestraft überleben kann, ist mir vollkommen klar, doch warum müssen die Hunter auch Bakterien sein? Ich fände hier zum Beispiel weiße Blutkörperchen oder etwas in der Art sinnvoller. Dennoch wurmt mich das Kampfsystem. Wenn ich schon kämpfen muss, dann möchte ich es ordentlich tun und nicht vom Gameplay selbst ausgebremst werden. Glücklicherweise kann man den freien Modus im Spiel aktivieren, sodass ich einfach die Kapitel überspringen kann, in denen ich nicht weiterkomme, weil die Hunter so doof sind. Ist eigentlich auch nicht die feine englische Art, aber ich will schließlich wissen, wie es weitergeht.

Eine ganz besondere Atmosphäre

So sehr mich in Biorhythm das Kampfsystem nervt, so sehr bin ich entspannt, wenn ich es spiele. Der stetige Klang des Herzens und die ruhige Atmosphäre versetzt mich irgendwie in einen ruhigen Zustand. Deswegen werde ich dann umso saurer wenn plötzlich so ein Rudel Hunter um die Ecke kommt. Ganz ehrlich: Ich habe noch ein Spiel geragequittet, doch bei Biorhythm musste ich das bereits tun, weil mich die Hunter so fertig gemacht haben. Dann brauchte ich mal ein paar Minuten Abstand, um mich zu beruhigen. Hier wurde wirklich etwas Gutes geschaffen und ich bin froh, dass ich Biorhythm testen durfte.

Es gibt für das Spielen noch technischen Hinweis von mir: Wenn ihr am Laptop spielt, nehmt bitte eine externe Maus, dann steuert es sich ein bisschen besser. Ansonsten ist die technische Seite von Biorhythm so lala. Nicht immer funktioniert mein Dashangriff, manchmal ploppen Bilder ein, meistens wenn die Kapitel wechseln. Doch das sind Dinge, die ich größtenteils verkraften kann. Trotz der Ärgernisse, die ich mit dem Gameplay hatte, ist es definitiv einen Blick wert.

Fazit: Irgendwie mag ich es, ein Bakterium zu sein

Biorhythm schickt dich als taufrisches Bakterium in den Körper eines Menschen. Du weißt nicht, wer du bist oder was du im Körper sollst. Du fühlst dich einsam und verlassen, doch du möchtest auch die Welt um dich herum erkunden. Herzlich willkommen in einer sehr schönen Geschichte über Selbstfindung und Erwachsenwerden – und dem Fünkchen Wahrheit, die jede Geschichte beinhaltet. Ich mag die Geschichte und auch die Welt und das Setting sehr. Es fühlt sich frisch an und unverbraucht. Dafür stört mich das Kampfsystem sehr, entweder bin ich einfach zu doof dafür oder Biorhythm hasst mich. Ich kann mich nur im Herzschlag bewegen und muss seinem Rhythmus folgen, da ich damit prinzipiell ein Problem habe, komme ich vermutlich mit dem Kampfsystem nicht zurecht, aber das macht nichts. Ich mag Biorhythm und kann es euch sehr ans Herz legen. Wieder ein schönes Indie, hervorragende Arbeit.

Pro Contra
+ Gelungene Spielidee, ich war noch nie eine Bakterie – Leichte Grafikfehler
+ Spannende Geschichte voll Selbstfindung – Kampfsystem treibt mich in den Wahnsinn
+ Passender und rhythmischer Soundtrack – Manchmal fühle ich mich machtlos, weil ich mich nur im Herzschlag bewegen kann

Technik: 84
Grafik: 85
Sound: 93
Umfang: 87
Gameplay: 72

Spielspaß: 78

  • Story: Du bist eine Bakterie im menschlichen Körper und weißt nicht, wer du bist und was du dort möchtest.
  • Frustfaktor: Zum Teil hoch, weil Biorhythm an sich ein für mich eher ruhiges Spiel ist und ich mich in Kampfsituationen häufig überfordert fühle.
  • Wiederspielwert: Recht hoch, da die Kapitel doch relativ kurz sind und man es immer wieder versuchen kann.
  • Design/Stil: Kann man creepy finden, aber ich denke, dass der Stil sehr gut zum ganzen Spiel generell passt.
  • Musik: Im Herzschlag der Zeit.

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Pryja
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Pryja

Oha! Das klingt gut und auch irgenwie verstörend. Aber eine sehr schöne Review, vor allem die Metafern zwischendrin finde ich toll. Spielt sich bestimmt schwierig, oder?