DC Super Hero Girls: Teen Power (Switch) im Test

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Ich war schon immer ein Fan von Superhelden und Superheldinnen. Lange war ich in Batman verliebt und wollte meine Hand nicht mehr waschen als er mir im Warner Brothers Movie Park in Bottrop-Kirchhellen die Hand schüttelte. In DC Super Hero Girls: Teen Power auf der Nintendo Switch kann ich selbst zur Superheldin werden und muss mich nicht mehr auf Männer verlassen. Wie ich mich im weiblichen Metropolis geschlagen habe und warum die ersten paar Minuten seltsam waren, erfährst du in meiner Review zu DC Super Hero Girls: Teen Power auf der Nintendo Switch.

Einmal Superheldin sein!

Die ersten paar Minuten habe ich mich gefragt: Was habe ich mir hier selbst angetan? Die Animationen wirkten fehl am Platz, als wären sie nicht richtig durch die Qualitätssicherung gekommen. Viele NPC sahen irgendwie nicht richtig aus und irgendwie hat alles wie ein Low Budget Titel gewirkt, den Nintendo irgendwo auf dem Flohmarkt mitgenommen hat. Der Charme bei DC Super Hero Girls: Teen Power entwickelt sich definitiv im Laufe der Zeit und sollte nicht durch die ersten paar Minuten zunichtegemacht werden. (Die Animationen haben sich nur teilweise verbessert.)

Direkt innerhalb der ersten paar Minuten lerne ich die ersten Kampfmoves, denn gefährliche Roboter greifen den Stadtteil Hob’s Bay an. Perfekt für meine Heldinnen, dass wir den Robotern zeigen, wie der Hase in Metropolis läuft. Na ja, ganz unbeschadet geht der Stadtteil jetzt nicht hervor – was aber ein super Kniff ist, um die Heldinnen davon zu überzeugen, dass sie mithelfen wollen, das zerstörte Viertel wieder aufzubauen und ganz nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Gut, wir können jetzt darüber streiten, ob dieser Kniff gut war oder einfach nur Mittel zum Zweck, aber immerhin ergibt er Sinn und ist logisch und nachvollziehbar.

In DC Super Hero Girls: Teen Power schließt sich an die normale Superheldinnenarbeit jedoch auch das normale Leben als Teenagerin an: Ich will natürlich super viele Likes und Followerinnen auf dem spielinternen Social Media System haben. Supersta heißt der Dienst und ist an Instagram angelehnt: Fotos schießen und Likes kassieren. Das kann stellenweise allerdings auch ein bisschen nervig sein, denn immer wieder ploppt auf der rechten Seite des Bildschirms auf, dass ich neue Kommentare oder so und so viele Likes/Followerinnen habe. Für die Geschichte ist das nur bei einigen Quests relevant. Nervig sind diese Elemente aber allemal und wenn sie nicht unbedingt zum Leben von Teenagerinnen heutzutage gehören würden, würde ich sie fast als nutzlos einstufen.

Zudem sich einige Kapitel innerhalb der Story auch nur um Reaktionen auf Supersta drehen: Beispielsweise landet Supergirl in einem nächtlichen Angriff in den Stromleitungen – was Livewire natürlich auf Supersta postet und dann Supergirl erst einmal einen Shitstorm bekommt und einen Zusammenbruch hat. Druchaus realistische Themen, die DC Super Hero Girls: Teen Power hier aufgreift, doch fühlt es sich dennoch stellenweise provoziert an.

Kätzchen retten und Vögel fotografieren

Ich habe mich bisher stundenlang in all den Nebenaufgaben verloren, die DC Super Hero Girls: Teen Power auf der Nintendo Switch hat. Ob ich ganz normalen Quests folge, die meistens relativ einfach konzipiert sind, oder ob ich nach Helden- oder Schurkenlogos suche, das liegt alles an mir. Gibt es nichts mehr zu tun, folge ich der Hauptstory, die mir wiederum dann meistens neue Teilgebiete freischaltet und generell neue Aktivitäten zeigt.

Teilweise haben mich die Nebenquests viel mehr in Atem gehalten als die Hauptstory an sich, die sich immer gleich gestaltet: Wir gehen Eis essen. Eine Superschurkin oder böses Spielzeug taucht auf. Wir gehen zur Schule. Wir kämpfen. Wir gehen zur Schule. Wir essen Eis. Wir kämpfen gegen den Endboss des Kapitels. Wir bauen ein neues Haus in Hob’s Bay.

Sonderlich spannend ist das nicht und theoretisch könnte man die Story von DC Super Hero Girls: Teen Power vermutlich in wenigen Spielstunden durch haben, wenn es nicht diese ganzen Quests und Aufgaben geben würde und wenn ich nicht dem Komplettierungswahn verfallen wäre. Und dabei sind die Quests nicht mal sonderlich herausfordernd: Sie folgen eher dem Prinzip, dass ich irgendwohin gehe, etwas mitnehme oder kurz kämpfe und dann eine Belohnung erhalte, was ziemlich billig ist, aber mich zumindest motiviert.

Übrigens können in manchen Kämpfen auch meine Freundinnen mitkämpfen, die dann wiederum von einer KI gesteuert werden, die einen mehr oder weniger guten Job macht. Mal ist sie sinnvoll und mal wünschte ich mir, dass sie es einfach bleiben ließen.

Musikalische Superschurken?

DC Super Hero Girls: Teen Power hat leider nur eine englische Tonspur, was ich hier wirklich schade finde. Denn gerade bei den Superheldinnen und Superschurkinnen kann ich mir teilweise einige deutsche Synchronsprecherinnen sehr gut vorstellen. Immerhin sind die Texte auf Deutsch, also für Kids, die dem Englischen noch nicht so mächtig sind, super geeignet.

Ein wenig schade finde ich den Soundtrack, denn ich kann mich bewusst nur an loopartige Sequenzen erinnern, die nicht wirklich im Ohr und somit in der Erinnerung bleiben, was ich teilweise schade finde. Dafür erinnere ich mich gut an das Bling, wenn ich einen neuen Kommentar bei Supersta bekommen habe. Schade, dass hier nicht mehr Fokus drauf gelegt wurde.

Die seltsamen Animationen in DC Super Hero Girls: Teen Power habe ich bereits erwähnt, doch sie sind es wert, nochmal Erwähnung zu finden. Durch diese merkwürdig anmutenden Animationen kommt es häufig auch zu Clippingfehlern und es wirkt manchmal, als wären die Figuren gar nicht richtig modeliert wurden? Ich kann das teilweise schlecht in Worte fassen, was ich damit genau meine. Was ich dafür aber definitiv in Worte fassen kann, sind die wenigen NPC Modelle, die es im Spiel so gibt. Beispielsweise soll ich auf eine Gruppe Kinder aufpassen, von denen aber einige einfach komplett identisch aussehen. Ich finde schade, dass sich hier nicht wenigstens die Kleidungsfarben irgendwie unterscheiden.

Ich fand die Steuerung auf der Switch am Anfang ziemlich seltsam: Ich musste mich erst daran gewöhnen, welches Knopf wofür ist – und dass sich jede Heldin tatsächlich anders steuert und alle unterschiedliche Fertigkeiten und Fähigkeiten haben. Manche Fähigkeiten haben mich dabei genervt, beispielsweise Batgirls Gleitfähigkeit, andere fand ich wiederum sehr praktisch.

Fazit: Irgendwie mag ich sie, meine Superheldinnen

In den ersten paar Minuten von DC Super Hero Girls: Teen Power habe ich gedacht, ich habe 60 € zum Fenster hinaus geworfen und einen ziemlich schlecht animierten Low Budget Titel erhalten, doch je mehr Zeit ich mit dem Spiel verbrachte, desto mehr fand ich seinen Charme, desto mehr verliebte ich mich in Metropolis und verlor mich im Sammelwahn. In DC Super Hero Girls: Teen Power bin ich nicht nur eine Superheldin, sondern fühle mich auch wie eine Detektivin, die nach Logos und Sammelitems sucht. Ich bin auch eine Fotografin, die die besten Bilder auf Supersta packt und die meisten Likes kassiert – auch wenn die Einblendungen manchmal nervig sind. Und trotz der Animationen, die nicht immer sauber sind, und den sich immer wiederholenden NPC, den einfachen Aufgaben und den Clippingfehlern und all den anderen Elementen, die mich genervt haben, animiert mich DC Super Hero Girls: Teen Power so sehr wie schon lange kein Spiel mehr, um wirklich alles zu finden und zu sammeln. Ich habe sehr viel Spaß mit dem Spiel und kann es gerade vor allem Fans von DC Super Hero Girls ans Herz legen – und allen, die sich einfach mal auf was Anderes einlassen wollen.

ProContra
+ Sehr viele Quests und Sammelaufgaben– Animationen teilweise sehr altbacken und unschön
+ Viel Abwechslung– NPC Design wiederholt sich häufig
+ Supersta– Einblendungen von Supersta nerven teilweise
+ Aufgaben animieren und motivieren– Story eher Mittel zum Zweck, aber nicht wirklich fesselnd
+ Kamera lässt sich per Bewegungsmodus steuern– Kamera lässt sich per Bewegungsmodus steuern
– Kapitel laufen immer nach gleichem Schema ab
– KI nicht immer eine Unterstützung

Technik: 70
Grafik: 58
Sound: 64
Umfang: 87
Gameplay: 74
KI: 65

Spielspaß: 86

  • Story: DC Super Hero Girls: Teen Power erzählt die Geschichte von jungen Superheldinnen, die einen ganz normalen Alltag zwischen Superschurkinnen und Supersta haben.
  • Frustfaktor: Manche Quests sind ganz schön schwierig und der Unterschied zwischen den Superheldinnen kann auch manchmal zu Frust führen.
  • Nachhaltigkeitswert: So wenig Resonanz wie der Titel bisher erhält, denke ich nicht, dass er wirklich nachhaltig die Gamingwelt irgendwie prägt.
  • Design/Stil: Das ging bestimmt schöner.
  • Musik und Sound: Die Synchronisation ist auf Englisch, was ich ein bisschen schade finde, und der Soundtrack wirkt teilweise looplastig.
  • Preis-/Leistung: Für 59,99 € bekommt man bei DC Super Hero Girls: Teen Power einige Spielstunden Spaß geboten.

Offenlegung

Ich habe mir DC Super Hero Girls: Teen Power für die Nintendo Switch selbst gekauft.

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Beatrice Vogt
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