Ein Gamingsetup für 300€. Funktioniert das wirklich?

Mittlerweile sind wir uns glaube ich alle einig, dass Streaming die Zukunft sein wird. Noch gibt es viele Stolpersteine, die vor allem Deutschland betreffen: Nicht jeder verfügt über eine passende Internetverbindung, das ist klar. Doch es gibt auch Vorteile: Die Hardware, die bei euch im Wohnzimmer zu stehen hat, braucht nur einen Bruchteil der Leistung, wenn das Spiel woanders läuft. Wie günstig geht aktuell ein Gamingsetup?

Nach einer kurzen Pause habe ich vor einigen Wochen wieder einen Shadow Computer für mich aktiviert und muss sagen: Es läuft mittlerweile richtig gut. Aussetzer, wie ich sie noch Anfang des Jahres erlebt habe, kommen mittlerweile nur noch ganz selten vor. Es wird in Zukunft noch viele Angebote geben, die ähnlich wie oder auch ganz anders als Shadow sein werden. Google Stadia steht in den Startlöchern, Microsoft möchte Project xCloud an den Start bringen und auch Sony arbeitet – in Zusammenarbeit mit Microsoft – an entsprechenden Lösungen.

Um ein zentrales Problem kommt man nicht herum, wenn man an die Streamingzukunft denkt: Man benötigt eine stabile Internetverbindung. Bevor man sich eine Bibliothek bei Stadia zusammenstellt, sollte man diese schon ausgiebig getestet haben und es sollte natürlich auch absehbar sein, dass einem die Anbindung erhalten bleibt – stellt euch nur mal vor, ihr zieht eine Region, wo es eben keine geeignete Internetverbindung fürs Spielestreaming gibt und ihr schaut plötzlich in die Röhre. Andererseits: Vermutlich schaut es dann mit normalen Geräten und Games auch nicht anders aus, denn notwendige Downloads werden auch immer größer werden.

Rollt man das Streaming aber andersherum auf, bedeutet es auch, dass das eigentlich Gerät zum Wiedergeben der Spiele eben nicht viel Leistung benötigt. Es muss kein riesiger, lauter Gamingrechner mehr sein, der regelmäßige Upgrades braucht, oder alle paar Jahre eine neue Konsole. Das Gerät zum Streaming an sich benötigt nur einen Bruchteil dieser Leistung – und das macht sich nicht nur in der Anschaffung, sondern auch auf Dauer bemerkbar. Stichwort: Stromrechnung. Eine Konsole wie die Xbox One X oder ein Highend-Gamingrechner gehen nämlich auch in dieser Hinsicht ganz schön ins Geld.

Die letzten Wochen habe ich mich immer wieder gefragt, wie günstig derzeit ein solches mögliches Setup eigentlich wirklich sein kann. Ich habe es jetzt selbst ausprobiert. Es gibt sicherlich noch mehr Möglichkeiten als diese, allerdings möchte ich euch an dieser Stelle ein Setup präsentieren, das für einen Einstiegspreis von unter 300€ alles Nötige für gehobenes PC-Gaming mit sich bringt.

Bevor wir weiter um den heißen Brei herumreden, hier die Aufstellung. Preise der Hardware beziehen sich jeweils auf Amazon Preise Stand 04. August 2019.

Unser 300€ Gaming Setup im August 2019:

Etwas dunkel alles auf einem Bild. Notebook, Maus, Mauspad und natürlich Shadow.

Vorteile des Setups

Ich bin der Meinung, dass eine solche Lösung mit einem echten Cloudrechner wie Shadow auch auf Dauer die beste Lösung bleiben wird, auch wenn man die monatlichen Kosten für den Dienst von immerhin mindestens 30 Euro nicht vernachlässigen darf.

Shadow bedeutet allerdings, dass ihr auch auf einem schwachen Notebook mit Intel Celeron oder Atom Prozessor Bild- und Videobearbeitungen durchführen könnt – indem ihr einfach euren Shadow Computer dafür nutzt, denn ihr erhaltet hier ja einen kompletten Rechner, der eben nicht nur zum Zocken gemacht ist, sondern auch zum Arbeiten. Sobald ihr in Shadow eingeloggt seid, fällt die schwache Leistung des eigentlichen Endgeräts wie hier des Winnovo Laptops gar nicht mehr ins Gewicht.

Außerdem seid ihr hier natürlich nicht nur an eine Plattform gebunden, sondern könnt eure PC Spiele überall einkaufen – diese Vorteile können andere Dienste wie Google Stadia oder auch das bereits verfügbare Utomik eben nicht bieten. Hier seid ihr immer auf die Unterstützung der Publisher und nicht zuletzt auch auf Angebote etc. der Plattforminhaber angewiesen – während ihr auf dem Shadow PC beispielsweise auch den Xbox Game Pass nutzen könnt, und somit für wenig Geld mehr eine umfangreiche Auswahl an Games bekommt.

Zusammenfassung: Ihr seid völlig flexibel und könnt eure Spiele überall kaufen. Ein schwacher Laptop reicht, um dennoch richtig arbeiten zu können, da euer Shadow PC ja für alle Aufgaben gemacht ist und nicht nur fürs Gaming.

Tastatur des Winnovo K147 mit deutschem Layout.

Für welche Genre ist dieses Setup besonders geeignet?

Ich gebe zu: Wer viele Shooter oder anspruchsvolle Multiplayergames spielt, ist mit dieser Hardware vielleicht noch nicht umfassend beraten und wünscht sich eine bessere Maus oder auch eine bessere Tastatur.

Daher sehe ich dieses Gamingsetup vor allem für Spieler der folgenden Genre am geeignetsten:

  • Strategie
  • RPG
  • Hack & Slash

Und wie gut funktioniert es wirklich?

Ich habe in den letzten Wochen ziemlich intensiv mit dem obenstehenden Gamingsetup gespielt und muss sagen: Es funktioniert gut. Hier spielt ihr mit einem 250€ Laptop wie mit einem Gaminglaptop, nur, dass er eben nicht so stylisch, schwer und dick ist. Auch ein Forza Horizon 4 könnt ihr so flüssig spielen, so wie jede Menge anderer Spiele auch. Für Forza ist natürlich noch ein Controller notwendig – aber verschiedene Strategiespiele oder auch ein Hack & Slay wie Wolcen: Lords of Mayhem könnt ihr problemlos genau mit dem Spielen, was da steht.

Ich muss auch sagen: Mit dem Winnovo Laptop gab es auf meinem Shadow Rechner Aussetzer, die ich mit meinem Desktop PC und auf meinem normalen Laptop (HP ProBook G6) nicht erlebt habe, zumindest nicht in dieser Form. Ab und zu kommt es auf dem Winnovo Laptop zu einem Stottern und Ruckeln, obwohl die WLAN Anbindung des Laptops mit einem Intelmodul eigentlich einwandfrei ist. Woran das genau liegt, kann ich nicht sagen.

Festhalten kann man klar, dass Display und Ton des Winnovo Laptops gut genug für die oben genannten Spiele sind – so lange man sich eben mit Full HD und 60 Hz zufrieden gibt. Wenn man aber auf der Suche nach einer günstigen Gamingausstattung ist, tut man das wohl.

Zusammenfassung: Es spielt sich auf einem 250€ Laptop fast so wie auf einem richtigen Gaminglaptop – kleine Aussetzer gab es aber, die ich auf leistungsstärkeren Endgeräten nicht in dieser Form festgestellt habe.

Technische Daten des Winnovo K147 auf der Verpackung.

Erweiterungsmöglichkeiten & Alternativen

Am ehesten erweitern kann man dieses Setup noch mit einem Controller – der ist auch nicht teuer und macht beispielsweise Rennspiele wesentlich angenehmer zu zocken. Das nächste, was ich so im Blick habe, ist sicherlich ein größerer Monitor – auch hier kann man sich ja, wenn man möchte, günstig Abhilfe schaffen. Sofern man wieder mit Full HD zufrieden ist, gibt es ja schon im Bereich von 150€ gute Monitore. Ob man sich dann für TN oder IPS entscheidet, sei hier einmal dahingestellt. Das Winnovo Notebook verfügt über mini HDMI und kann so problemlos angeschlossen werden.

Ihr müsst selbstverständlich nicht das Winnovo Laptop kaufen – es gibt viele günstige Alternativen auf dem Markt. Wenn man generell aber streamen möchte, sollte man darauf achten, dass das WLAN des Endgeräts das 5 GHz Netz unterstützt – und ebenso natürlich der Router, den man zu Hause hat.

Zusammenfassung: Auch mit einem Monitor bleibt man mit diesem Gamingsetup bei unter 500€ – oder man schließt den Laptop einfach an den vorhandenen Fernseher an. Auch mit einem Controller lässt sich günstig erweitern. Beachten: Bei alternativen Streaminggeräten und beim Router darauf achten, dass für stabiles Streaming ein 5 GHz WLAN Netz vorhanden ist.

Die Redragon Maus und das Mauspad.

Abschlusskommentar und Fazit: Streaming ist die Zukunft

Die Cloud ist in meinen Alltag längst integriert, und ich bin nun ganz ehrlich: Nach meinem Experiment der letzten Wochen freue ich mich darauf, wenn ich meinen Cloudrechner wirklich von überall aus nutzen kann. Dazu braucht es in Deutschland noch flächendeckend besseres Festnetz und auch sinnvolle Mobilfunkangebote inklusive gut ausgebautem Netz.

Ich war oft genervt von PC Hardware und so sehr ich es immer mochte, die Leistung eines neu zusammengebauten Rechners auszukosten, steht für mich jetzt fest, dass mir kein neuer teurer Rechner mehr ins Haus kommt, der nach zwei Jahren quasi wieder hoffnungslos veraltet ist. Mir ist klar, dass man mit Streaming auf neuste technische Finessen verzichten muss: Die Leistung einer echten Höllenmaschine, die 4K, Raytracing und 144 Hz auf einmal bietet, wird es mit Streaming so bald nicht geben. Ich will aber generell auch keine solche Maschine zu Hause stehen haben, die Lärm macht und jede Menge Strom frisst.

Im Bereich des PC ist Shadow jetzt meine Plattform, und ich habe gelernt, dass auch ein wahnsinnig günstiger Laptop reicht, um damit gut arbeiten und zocken zu können. Und gerade im Desktopbereich reicht damit eben auch ein Pentium Prozessor in einem 300€ Tower anstatt einem Core i5 oder mehr.

Die nächsten Konsolen kann das Streaming für mich noch nicht ersetzen, denn die Konsolen sehe ich mittlerweile als die lokalen Gamingmaschinen mit der besten Preis-/Leistung, und sie werden aller Wahrscheinlichkeit nach die Spielereien mitbringen, die das Streaming eben noch nicht bieten kann. Doch wenn sich die Infrastruktur gut weiterentwickelt, bin ich der Meinung, dass wir nach dem Ende der nächsten Generation schon ganz anders übers Streaming denken und sprechen werden. Und darauf freue ich mich. Am meisten gefällt mir der Gedanke, dass mir irgendwann ein kleines, im besten Fall lautloses und auch auf Dauer zuverlässiges Gerät, jedes tolle Spieleangebot auf den Bildschirm zaubern kann, und alle nötigen Upgrades im Datenzentrum passieren. Noch stehe ich mit meiner Meinung vermutlich etwas alleine da, doch ich denke, dass sich auch das noch ändern wird.

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