Lost Words: Beyond the Page (PC) im Test – Besser erzählt

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Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich Lost Words: Beyond the Page für Stadia getestet. Der Reviewkey für die PC Version in meinem Postfach hat mich überrascht – doch gleichzeitig hat es mich gefreut, das Abenteuer nochmal anschauen zu können, denn während ich Lost Words: Beyond the Page als erfrischende Erfahrung in Erinnerung hatte, gab es ebenso einige Ärgernisse – vor allem fehlenden Feinschliff attestierte ich dem Spiel im letzten Jahr. Ob sich das verbessert hat, verrät der Test.

Warum ist dieser Test so kurz? Ich empfehle einen Blick auf meine Review zur Stadia Version, der auf das Spiel und seinen Inhalt in mehr Details eingeht. Hier möchte ich in erster Linie die Änderungen und Verbesserungen im Vergleich zum letzten Test hervorheben.

Eine Erzählung reift mit der Zeit

Manche Bücher werden ja oft erst Jahre nach ihrem Erscheinen gefeiert – meistens, weil sie zu spät entdeckt werden oder sich dann erst die Wissenschaft mit ihnen beschäftigt. Auch Lost Words: Beyond the Page kann ich jetzt etwas mehr feiern als im letzten Jahr – nicht, weil sich an der grundlegenden Erzählung etwas geändert hat, aber weil an den richtigen Stellen angesetzt wurde und die Fehler, die beim ersten Lektorat übersehen wurden, in der zweiten Auflage ziemlich zufriedenstellend ausgemerzt wurden.

Meisterhaft erzählt ist Lost Words: Beyond the Page immer noch: Es ist dabei nicht nur eine Coming-of-Age Geschichte der Protagonistin, sondern erzählt auch ihren Weg, eine Autorin zu werden, mit einer gelungenen Geschichte, die mit ihrem Lebensweg verknüpft ist.

Der kreative Prozess wird gut dargestellt und auch spielerisch wunderbar aufbereitet: Wir können eigene Entscheidungen treffen, sind aber oft auf das richtige Wort im richtigen Moment angewiesen – dabei zeigt Lost Words: Beyond the Page auch, wie schwierig kreative Blockaden sein können.

Lost Words erzählt, wie schwierig es sein kann, zu erzählen.

Technisch besser

Diese Qualitäten hatte Lost Words: Beyond the Page auch schon auf Stadia. Doch was mich vor einem Jahr noch störte: Eine instabile Technik, eine teils unpräzise Steuerung und vor allem auffällige Fehler in der Übersetzung. Ich freue mich sehr darüber, dass diese mittlerweile kaum noch sichtbar sind. Im Tagebuch der Protagonistin gibt es immer noch einige tricky Stellen, da die Länge der Sätze nicht ganz passt – doch es fällt viel weniger auf.

Auch technisch lief Lost Words: Beyond the Page wesentlich stabiler auf meinem PC. Mit der höchsten Grafikeinstellung, die standardmäßig gewählt wurde, gab es bei mir aber ziemlich hässliches Tearing – eine Stufe weiter runter kaum sichtbare optische Unterschiede, aber dafür einen angenehmeren Bildfluss.

Auch die Steuerung machte jetzt einen präziseren Eindruck, was angesichts der überschaubaren Handlungsmöglichkeiten auch sehr gut ist: Sprungpassagen sind größtenteils ebenso einfach wie das Interagieren mit den Wörtern: Diese zieht man nur an die richtige Stelle (und trifft die richtige Auswahl), um etwas zu bewirken.

Fazit: Dieses Buch gefällt mir besser

Lost Words: Beyond the Page kann sich mit dieser PC Version ein Jahr nach dem Stadia Release eine leicht höhere Technikwertung und auch eine höhere Spielspaßwertung sichern: Ärgerliche Fehler von damals sind zum größten Teil behoben. Komplett rund ist die Technik noch immer nicht, aber die offensichtlichen Mängel in der Übersetzung und im Gameplay sowie bei der Stabilität sind behoben, während die inhaltliche Qualität und das insgesamt erfrischende Spielerlebnis erhalten geblieben sind. Wer kreative Ausflüge mag und auch etwas über die Arbeit von Autor:innen erfahren möchte und spielerisch auch mit einem einfacher gehaltenen Platformer klarkommt, sollte sich diesen Titel wirklich ansehen.

ProContra
+ Gelungene Erzählung– Im Notizbuch teils unpassende Satzlängen
+ Gute Verknüpfung zweier Geschichten– Grafik neigt schnell zu Tearing
+ Kreative Inszenierung
+ Unkompliziertes Gameplay
+ Gute Darstellung kreativer Prozesse

Technik: 79
Grafik: 82
Sound: 81
Umfang: 80
Gameplay: 81
KI: 73

Spielspaß: 85

  • Story: Lost Words: Beyond the Page erzählt auf kreative Weise gleich zwei Geschichten, die gut miteinander verknüpft sind.
  • Frustfaktor: Kaum vorhanden.
  • Nachhaltigkeitswert: Lost Words: Beyond the Page erzählt meisterhaft und dazu auch noch eine gute Geschichte. Ich möchte, dass es den Leuten in Erinnerung bleibt – mit dem jetzt erhaltenen Feinschliff ist das sicher möglich.
  • Design/Stil: Einfach toll und abwechslungsreich, nur in Estoria gibt es hier und da Recycling.
  • Musik und Sound: Die Soundkulisse passt gut.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Lost Words: Beyond the Page ist seine 14,99€ wert.

Offenlegung

Wir haben einen Reviewkey zu Lost Words: Beyond the Page erhalten.

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Manuel Eichhorn
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