Monster Energy Supercross 4 (PS5) im Test – Frust in der Karriere

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Milestone schickt in diesen Monaten viele neue Spiele ins Rennen: In dieser Woche geht Monster Energy Supercross – The Official Videogame 4 an den Start – mit offizieller Lizenz und mehreren Neuerungen im Vergleich zum Vorgänger. Ich konnte mir das Spiel in der nativen PS5 Version anschauen und verrate dir, wie sich meine Supercross Karriere entwickelt hat.

Einfach mal austoben

Womit mich Milestone wirklich überrascht hat: Mit dem umfangreichen Karrieremodus von Monster Energy Supercross 4. Einen solchen Umfang – und auch eine solch große Motivationskraft – hatte ich wirklich nicht erwartet. Der Fokus liegt auch hier auf den Rennen, ganz klar, und damit verbringt man die meiste Zeit. Doch neben Trainingsmissionen, in denen man seine Fähigkeiten austesten kann, gibt es an aktuelle Geschehnisse angepasste Sonderevents wie auch den Compound, in dem man ganz frei herumfahren und zusätzliche Herausforderungen erfüllen kann.

Supercross 4 ist auch belohnend: Es ist nicht der Anspruch, immer Erster zu werden, was auch sehr gut so ist, doch dazu später mehr. Doch sowohl die Sponsoren mit ihren Verträgen als auch die Entwicklung meines Fahrers haben wesentlich weniger von mir abverlangt. Eine Belohnung mit Erfahrungspunkten, Geld und Fähigkeitspunkten gibt es fast immer – das ist cool.

Mit den Erfahrungspunkten man Fähigkeiten von Fahrer:in und technische Aspekte des Bikes ausbauen. Besseres Kurvenverhalten, besseres Abfedern von Sprüngen – das macht Spaß und ist doch auch ganz gut spürbar. Diese Fähigkeitspunkte verdient man erstaunlich schnell zum Start von Supercross 4.

Supercross 4 bietet vielfältige Umgebungen und genug Abwechslung.

Die KI treibt mich in den Wahnsinn

Was ich wieder nicht verstehe: Das KI System von Supercross 4. Ich weiß einfach nicht, was das Team bei Milestone hier entwickelt hat – und vor allem, was es den Spieler:innen damit antut. Wer die Grundlagen erfahren will, kann gern meine Reviews zu RIDE 4 (zum Test) und MXGP 2020 (zum Test) lesen – denn in Supercross 4 kommt im Wesentlichen genau das gleiche frustrierende System zum Einsatz.

Vorab: In Supercross 4 stößt mir das System nicht ganz so sehr auf, weil auch kein so großer Zwang besteht, immer zu gewinnen, dennoch ergibt vieles einfach keinen Sinn. Kurzum: Auf dem Schwierigkeitsgrad „sehr einfach“ wurde ich von der KI überrundet, direkt in den ersten Rennen des Spieles (!), während ich auf „sehr hart“ im Mittelfeld des Rennens gelandet bin. „Mittel“ war dann tatsächlich so ein Zwischending. Da wirkt es teilweise so, als ob die Schwierigkeitsgrade einfach falsch herum implementiert seien – doch in anderen Rennen ist das dann schon wieder anders.

Fakt ist: Supercross 4 ist auch wieder knallhart, und es gibt keinen Schwierigkeitsgrad, der es so richtig angenehm macht. Vor allem viele neue Spieler:innen sehe ich nach kurzer Zeit aufgeben. Immerhin gibt es in Supercross 4 ein paar Hilfestellungen, doch viele Dinge bleiben auch unerklärt. Generell wirkt auch das Austeilen von Drifts und Whips eher willkürlich. So richtig überzeugend ist das alles nicht.

Aus dieser Menge heraus an die Spitze zu kommen, ist gar nicht so einfach.

Dabei könnte es so schön sein…

Das ist alles sehr schade: Die KI macht Supercross 4 für mich kaputt. Der Rest vom Spiel überzeugt mich nämlich: Der Karrieremodus ist ansprechend inszeniert und bietet soweit möglich auch genug Abwechslung. Auch technisch liefert Milestone auf der PS5 eine runde Performance: Ein scharfes Bild wird mit einer flüssigen Bildrate kombiniert, optisch wie technisch überzeugt das Ganze voll und ganz. Es ist das technisch bisher beste Milestone Spiel, das ich gespielt habe.

Auch die Ladezeiten sind auf der PS5 kein Problem mehr – ähnlich wie schon in der PS5 Version von RIDE 4. Hier hat das Studio auf jeden Fall gut dazu gelernt. Supercross 4 rundet sein Angebot zudem mit einem Mehrspieler:innenmodus sowie einem recht gut zugänglichen Track Editor ab, der für Langzeitmotivation sorgen kann. Ich finde, man hat ein gutes Gesamtpaket geschaffen.

Aber: Für mich wird das nicht so richtig was, so lange der Schwierigkeitsgrad nicht zum einen fairer und zum anderen nachvollziehbarer wird. Es ist ok, wenn ein Spiel anspruchsvoll ist – und einen nicht von Anfang an mit Siegen überschüttet. Supercross 4 baut seinen Karrieremodus generell so auf, dass es nicht nötig ist, alles zu gewinnen. Aber: Eine KI muss mit nachvollziehbaren Einstellungen aufwarten können. Fehler macht sie in Supercross 4 schon einmal, das ist gut: Die irre Geschwindigkeit, die sie an den Tag legt, ist aber leicht übertrieben.

Das kann der DualSense also

Doch ich nehme mir auch mehr aus Supercross 4 mit: Die Integration des DualSense. Wenn du dieses Spiel spielst, arbeitet der ganze Controller. Und hier hat Milestone wirklich großartige Arbeit geleistet. Schon an der normalen Vibration des Controllers erkennt man hier verschiedene Untergründe: Noch nie fühlte sich das Fahren auf Sand für mich in einem Rennspiel so anders an als das Fahren auf Matsch oder anderen Untergründen.

Auch die Schultertasten arbeiten dauerhaft mit. Bei den ersten Rennen wirkt das etwas befremdlich, doch letztlich steigert es wirklich die Immersion. Technisch hat sich Milestone mit Supercross 4 somit wirklich gut weiterentwickelt und eine sehr schön optimierte PS5 Version abgeliefert – ich hoffe, dass man so demnächst auch an das KI System herangeht, vor allem, wenn ich zum angekündigten Hot Wheels Spiel schaue…

Das Handling mit dem DualSense ist letztlich sehr gelungen, muss gelernt und perfektioniert werden. Vor allem das Gewicht und dessen Verlagerung spielt bei den Fahrer:innen eine wichtige Rolle, wenn man wirklich schnell sein möchte.

Das Fahren auf Sand fühlt sich ganz anders an.

Fazit: Die KI fährt es gegen die Wand

Ich muss es so sagen: Monster Energy Supercross – The Official Videogame 4 ist eigentlich ein gutes Spiel. Milestone liefert hier einen guten Karrieremodus mit motiverendem Drumherum, einen Track-Editor, und eine technisch sehr solide PS5 Version – sowohl das was die Optik als auch die DualSense Integration betrifft. Doch die KI macht hier Einiges kaputt: Die Schwierigkeitsgrade sind einfach nicht nachvollziehbar und viele Rennen sind einfach bockschwer. Wenn du dann mit den Schwierigkeitsgraden herumspielst, findest du eine Option, dass es einfacher wird: Und das ist dann gern mal die höchste. Es wiederholt sich hier, was schon in MXGP 2020 und RIDE 4 der Fall war. Ich akzeptiere und befürworte, dass Milestone anspruchsvolle Spiele baut – und gerade Supercross 4 verlangt keine ständigen Siege und motiviert dazu, immer wieder besser zu werden, aber dennoch ist das KI System und die Schwierigkeit einfach überhaupt nicht ausgereift. So sehr, wie man die Technik überarbeitet hat, sollte man als nächstes das überarbeiten.

ProContra
+ Gelungene Technik– Gar nicht einsteigerfreundlich
+ Super DualSense Integration– KI Einstellungen nicht nachvollziehbar
+ Gelungener Karrieremodus– Hohes Frustpotential
+ Genügend Abwechslung
+ Trackeditor

Technik: 66
Grafik: 86
Sound: 90
Umfang: 86
Gameplay: 58
KI: 08

Spielspaß: 56

  • Story: Monster Energy Supercross 4 erzählt deine Karriere in der offiziellen Meisterschaft.
  • Nachhaltigkeitswert: Durchaus vorhanden – wenn man das Spiel nicht aus Frust weglegt.
  • Frustpotential: Leider viel zu groß.
  • Design/Stil: Gelungen und technisch auch gut.
  • Musik und Sound: Die Soundkulisse überzeugt.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Der Vollpreis ist grundsätzlich angemessen.

Offenlegung

Ein Reviewkey zu Monster Energy Supercross – The Official Videogame 4 wurde uns zur Verfügung gestellt.

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Manuel Eichhorn
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