No Time to Live (Steam) im Test – Wenn man keine Zeit mehr hat

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Wir alle kennen das: Wir haben einen Job, der uns tagtäglich in Anspruch nimmt. In dem wir gut sein wollen und der viel von uns verlangt. Der uns fordert und fördert und uns dabei dazu zwingt, dass unheimlich viel auf der Strecke bleibt. Plötzlich hat man für die einfachsten Dinge keine Zeit oder keine Lust mehr. Man fühlt sich so als würde man nur noch für die Arbeit leben. Man gibt sich auf, man wird zum Arbeitstier. Das kennen wir, doch kennen wir das Ganze auch als Videospiel, in dem wir einige Entscheidungen treffen können? Wir haben einen Blick auf No Time to Live, das bei Steam erhältlich ist, geworfen und verraten euch in unserem Test, warum euer Leben nicht so enden muss.

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Let the work begin

Wir spielen einen jungen Mann, der in einem Büro arbeitet, doch bevor wir mit ihm auf die Arbeit gehen, müssen wir uns natürlich entsprechend vorbereiten. Nehmen wir heute etwas zum Essen mit oder kaufen wir uns nachher lieber etwas am Kiosk? Können wir vor der Arbeit noch schnell im Internet surfen oder lohnt sich gar noch ein kleiner Powernap? Wichtig ist auf jeden Fall, dass wir uns waschen und anziehen. Doch Achtung, jede Aktivität frisst etwa eine halbe Stunde Zeit und ihr müsst eigentlich um 8 Uhr los, damit ihr pünktlich auf Arbeit seid. Überlegt also klug und weise. Seid ihr auf der Arbeit angekommen, müsst ihr eure Arbeitsleiste vollbekommen und dort somit 100 Punkte erreichen. Doch irgendwie fühlen wir uns mit No Time to Live an Und täglich grüßt das Murmeltier erinnert – das fällt sogar der Spielfigur auf.

Wir spielen in No Time to Live genau drei Tage, wobei die ersten beiden Tage im Grunde genau gleich ablaufen. Nachdem ihr das erste Mal euren PC benutzt habt, geht dieser natürlich kaputt. Der Techniker kommt, ihr helft dem Techniker. Später wollen noch mehr Kollegen und sogar der Chef eure Hilfe. In den ersten beiden Tagen habt ihr keine Möglichkeit, in dieses Geschehen einzugreifen, doch entscheidend ist hierbei der letzte Tag. Je nachdem, was ihr antwortet, entscheidet ihr auch über euer Schicksal. Macht ihr am dritten Tag wieder alles gleich, führt der Weg am Ende leider nicht am tödlichen Messer vorbei. Doch es gibt Möglichkeiten, entsprechend das Schicksal zu verändern und somit auch Einfluss auf das Leben zu haben.

Eigentlich möchte unser junger Mann nämlich nicht arbeiten, sondern an einem Buch schreiben. Doch jedes Mal ist er vor 21 Uhr nicht zu Hause, wodurch ihm wirklich keine Zeit mehr bleibt, am Buch zu arbeiten. Das ist sehr ärgerlich und traurig und stürzt ihn immer weiter in Depressionen und sogar Wahnvorstellungen. Doch es gibt auch hier die Möglichkeit, aus dem Ganzen rauszukommen.

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Einfache Grafik, einfaches Gameplay

Im Genrebereich lässt sich No Time to Live am ehesten in ein Point & Click Spiel einordnen. Ihr steuert eure Figur zwar mit WASD, doch Befehle wählt ihr entsprechend mit der Maus aus. Dabei funktioniert aber nur alles, was auch irgendwie in Gold blinkt. Ihr könnt also nicht mit allem interagieren. Doch was eher abschrecken könnte, ist die Grafik. No Time to Live ist im Grunde ganz einfach gezeichnet, doch es geht nicht um die Grafik, sondern um die Geschichte dahinter. Auch wenn das Spiel von einfacher Grafik geziert ist, so ist die Idee viel tiefgehender und sollte zum Nachdenken anregen. Wir hoffen doch, dass es keinen so schlimm trifft wie unseren jungen Mann in No Time to Live.

Übrigens solltet ihr der englischen Sprache mächtig sein, denn in No Time to Live wird viel mit Untertiteln und Texten gearbeitet. Meistens sind die wirklich gut zu verstehen, aber manchmal hat man doch kleinere Schwierigkeiten, um direkt zu folgen. Untermalt wird das Ganze übrigens von einem ganz netten Soundtrack, der jedoch nicht unbedingt in der Erinnerung bleibt. Nur das Geräusch des Weckers am Morgen ist immer mal wieder etwas nervig.

Einigen Spielern könnte zudem die recht kurze Spielzeit negativ auffallen. Im Grunde seid ihr in gut einer halben Stunde das erste Mal durch. Für alle weiteren Entscheidungen reicht es vollkommen aus, wenn ihr im Hauptmenü auf „Continue“ geht, denn dann wird automatisch der letzte Tag von Beginn an geladen und ihr könnt eure Entscheidungen noch einmal überdenken. Allerdings ist der Preis von No Time to Live gerechtfertigt. Das Spiel kostet normalerweise 1,99 €, was sich wirklich lohnt. Und wenn ihr euch den Titel nur holt, um über die Aufgabe und die Idee an sich nachzudenken.

Fazit: Keine Zeit fürs Leben? Pah!

No Time to Live ist ein kleines Spiel für zwischendurch, das euch mal eine halbe Stunde beschäftigen kann und euch somit auch gleich zum Nachdenken anregen sollte. Von der Thematik her ist es nicht unbedingt leicht zu verstehen, doch durch den leichten Zeichenstil und das recht einfache Gameplay kommt man an sich doch ganz gut an die Story selbst ran. Ihr spielt im Grunde einen jungen Mann, der immer wieder den Tag erlebt, der die immer gleichen Elemente beinhaltet. Nach zwei Tagen habt ihr die Schnauze voll und seid kurz vorm Durchdrehen. Zeit, etwas zu verändern. Und genau an diesem dritten Tag habt ihr die Macht, Entscheidungen zu treffen.

Wie ihr vielleicht wisst, lieben wir Spiele, die einen besonderen Tiefgang haben und genau so ein Spiel ist No Time to Live, auch wenn euch vielleicht der Grafikstil abschrecken mag. Doch die Geschichte und auch die Idee dahinter haben es wirklich in sich. Wer an einem kurzen Spiel interessiert ist, das einen doch zum Nachdenken zwingt, der ist mit No Time to Live doch ganz gut beraten – zumal der Titel auch nur maximal 1,99 € bei Steam kostet. Man fragt sich letzten Endes, ob denn Änderungen wirklich keinerlei Auswirkungen haben und ob wir doch nur Rädchen in einer Maschine sind.

Pro Contra
+ Interessantes Setting – Recht kurz gehalten
+ Spielidee regt zum Nachdenken an – Sehr einfacher Zeichenstil
+ Einfaches Gameplay – Soundtrack plätschert im Hintergrund vor sich her

Technik:63

  • Grafik: 64
  • Sound: 70
  • Umfang: 40
  • Gameplay: 71
  • KI: 69

Spielspaß: 65

  • Story: Haben wir im Leben wirklich keine Zeit mehr fürs Leben, wenn wir uns immer mehr unserer Arbeit verschreiben?
  • Frustfaktor: Hmm, der ist eigentlich nur dann vorhanden, wenn man eigentlich mehr Einfluss haben möchte.
  • Wiederspielwert: Dank verschiedener Enden lohnt es sich immer mal wieder, ein paar Minuten mit No Time to Live zu verbringen.
  • Design/Stil: Der Stil ist sehr einfach. Es wurde im Grunde alles gezeichnet und könnte schöner sein.
  • Musik: Nicht herausragend, nichts Besonderes.

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Beatrice Vogt
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