Unfamiliar (Steam) im Test – Katzen, die zaubern, beißen nicht

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Ich mag Spiele, in denen Katzen eine wichtige Rollen spielen. Und ich mag Spiele, in denen man zaubern kann. Zwei Gründe also, warum ich Unfamiliar schon eine ganze Weile beobachtet habe, denn hier schlüpfe ich in die Rolle einer zaubernden Katze. Ob sich ein Blick in Unfamiliar auch für euch lohnt, verrate ich euch in meiner Review zur Katzenzauberei.

Und plötzlich bist du eine Katze

In Unfamiliar spiele ich eine Katze, die Zauberkräfte hat und die unbedingt ihr Rezeptbuch füllen möchte. Allerdings erhalte ich diese Informationen nicht aus dem Spiel selbst, sondern von der offiziellen Webseite, bzw. der Steam Seite. Das ist schade, denn im Spiel selbst gibt es keinen Einstieg. Ich weiß nicht, warum ich diese Objekte sammle. Ich weiß nur, dass ich sie sammle und damit Dinge im Rezeptbuch freischalte und dann zum Beispiel eine neue Fellfarbe kreieren kann. Das ist wirklich ein bisschen unglücklich, denn ein schönes Intro hätte hier für Aufklärung sorgen können. So habe ich das dumpfe Gefühl, dass viele Spieler vielleicht gar nicht wissen, was sie tun, sofern sie sich nicht mit dem Spiel vorher beschäftigt haben.

Dennoch ist Unfamiliar ein schönes Spiel mit einer sehr dichten Atmosphäre. Es entspannt und ist liebreizend, denn das Gute ist, dass im Spiel selbst keine Gewalt aufkommt, es gibt nicht einmal Gegner oder irgendwas. Ich laufe in Unfamliar nur durch wunderschöne Welten, werde von einem zauberhaften Soundtrack begleitet und suche Gegenstände, um Dinge craften zu können und so meine Katzenhexe so zu gestalten, wie ich das wirklich möchte.

Durch die fehlende Einleitung und auch die fehlende Story fehlt Unfamiliar leider ein sehr wichtiger Aspekt, denn so laufe ich immer wieder mit meiner Katze durch dieselben Gebiete – die sich immerhin zufällig zusammensetzen – und habe kein wirkliches Ziel. Ich nehme an, dass ich das Rezeptbuch vervollständigen soll, was jedoch tatsächlich zur Folge hat, dass ich immer wieder und immer wieder durch dieselben Gebiete ziehen muss. Mir fehlt tatsächlich etwas, was einen antreibt, auch wirklich weiterzumachen. Und das ist schade, denn Unfamiliar hat tatsächlich Potential zu einem der schönsten Indies zu werden, die wir 2019 gesehen haben, allerdings fühlt es sich unvollständig an. Dennoch mag ich Unfamiliar sehr, doch dazu erzähle ich euch gleich mehr.

Zauberhafte Klänge und fantastische Momente

Auch wenn Unfamiliar keine Story hat, die das Spiel selbst erzählt, so gibt es doch einige Momente, die es zu einem schönen Spiel für zwischendurch machen. Bereits erwähnt habe ich die zauberhaften Klänge, die ihr im Spiel hören könnt. Hiermit meine ich nicht nur den Soundtrack, der wirklich atemberaubend ist und jedes der einzelnen Level hervorragend untermalt, sondern auch die ganzen kleinen Details, die ihr ganz nebenbei finden könnt. So schnurrt und Hexenkatze hin und wieder, meistens dann, wenn ihr einfach eine ganze Weile nichts tut. Doch die Details im Katzenbaum setzen dem ohnehin schon schönen Soundtrack die Krone auf. Wenn ihr mit dem Mauszeiger über die verschiedene Elemente im Katzenbaum geht, so hört ihr beispielsweise ein Glockenspiel, das sich im Wind wiegt. Solche Details sind sagenhaft und geben Unfamiliar das, was ihm durch die Story fehlt. Es ersetzt sie nicht vollständig, aber es verleiht dem Spiel eine gewisse Lebendigkeit der Welt.

Was mir zudem richtig gut gefällt, ist der gewählte Grafikstil, der wirklich passt und den verschiedenen Leveln einen ganz eigenen Stil verleiht, sodass jedes Level auch wirklich unabhängig voneinander steht und eigenes Leben versprüt. Die einzelnen Gebiete werden relativ zufällig mit verschiedenen Elementen zusammengesetzt, was nur manchmal dazu führt, dass ich das Gefühl habe, am gleichen Element schon mehrfach vorbeigelaufen zu sein. Hier fehlt mir, gameplaymäßig gesehen, ein wenig die Abwechslung.

Entspannung pur?

In Unfamiliar werdet ihr lange nach Gegnern suchen, denn es gibt keine. Vielleicht mag es euch langweilig vorkommen, doch es ist genau das Richtige für ein solches Spiel. So ist es eine sehr entspannende Reise, die ich mit meiner Katze antrete. Ich muss nicht irgendwo durchschleichen oder böse Gegner aus der Anderwelt besiegen. Ich brauche keine Angst zu haben, dass irgendwelche Gefahren auf mich warten. Somit ist Unfamiliar nicht nur ein wunderschönes Spiel, dem eben irgendwie die Story fehlt, sondern auch eines, das sehr wohl für Kinder geeignet ist. Zudem ist es auch nicht sonderlich schwer zu verstehen, denn dadurch, dass es keine Story gibt, muss man auch sonst nicht wirklich etwas verstehen. Aber das ist gut, denn Unfamiliar ist sehr intuitiv gestaltet und macht Spaß, erkundet zu werden.

Die Entwickler Mana Tea Games unterstützen zudem den Titel regelmäßig mit Updates, sodass meine anfänglichen Bedenken nach dem Release bereits verflogen sind. Das kürzliche Updates hat alle Bugs, die mir bisher aufgefallen sind, in Luft aufgelöst. Zudem kann ich euch empfehlen, Unfamiliar mit einem Controller zu spielen, denn damit ist es deutlich einfacher zu steuern und gibt euch ein gutes Gefühl beim Steuern der Katze. Hört also einmal auf mich, wenn ihr könnt.

Fazit: Das nächste Mal genauso, aber mit Story

Unfamiliar ist ein niedliches kleines Spiel, das mit einem zauberhaften Soundtrack und einem perfekt gewählten Grafikstil daherkommt. Es ist ein Spiel, das euch entspannen lässt, wo andere Unmögliches von euch fordern. Es will nicht das Rad neu erfinden, sondern euch die Welt aus den Augen einer Katzenhexe zeigen und das tut es ziemlich gut. Ein bisschen schade ist allerdings wirklich, dass es keine wirkliche Story gibt, der ich folgen kann, und so erkunde ich dieselben Gebiete, suche nach Zutaten und zaubere mich durch mein Rezeptbuch, ohne dass ich jedoch ein wirkliches Ziel habe und das Gefühl habe, etwas zu leisten. Dennoch ist Unfamiliar ein sehr wunderbares und zauberhaftes Spiel, das sich mit einem lieblichen Katzenzauber in mein Herz gezaubert hat. Solche süßen Liebeszauber sollten verboten sein und dieses Spiel sollte eure Aufmerksamkeit bekommen.

ProContra
+ Zauberhafter Soundtrack– Fehlende Story und Ziele
+ Passender Grafikstil– Leveln fehlt ein bisschen Abwechslung
+ Viele verschiedene Styles
+ Gefühlte Lebendigkeit

Technik: 80
Grafik: 90
Sound: 98
Umfang: 62
Gameplay: 70

Spielspaß: 89

  • Story: Es gibt keine Story, aber ihr seid eine Katze, die zaubern kann und Zutaten sucht.
  • Frustfaktor: Keiner vorhanden.
  • Nachhaltigkeitswert: Unfamiliar ist ein sehr süßes Spiel, das seinesgleichen sucht. Es hat, für mich, auf jeden Fall einen guten Weg beschritten, sodass man sich auch später noch daran erinnern wird.
  • Design/Stil:  Hervorragend und wunderbar passend, außerdem gibt es so viele schöne Elemente, um meine Katzenhexe ganz individuell zu gestalten.
  • Musik und Sound: Zauberhaft!
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Unfamiliar kostet 6,59 € und das trifft es auch ziemlich gut. Perfekt gewählt, auch wenn ich sogar noch ein kleines bisschen mehr zahlen würde.

Offenlegung

Wir haben Unfamiliar von Mana Tea Games kostenfrei erhalten.

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Beatrice Vogt
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