WRC 9 (PS5) im Test – Die bislang schönste Rallye

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Pünktlich zum Start der PlayStation 5 und der Xbox Series sind Kylotonn Games und Publisher NACON mit WRC 9 mit nativen Versionen am Start – und damit unter den ersten Rennspielen und vor allem mit der ersten Rallyesimulation (DIRT 5 ist Arcade) dabei. Dass sich die Reihe in den letzten Jahren bedeutend weiterentwickelt hat, wissen wir schon. Dennoch war die PS5 Version von WRC 9 für mich durchaus überraschend.

Eine bekannte Karriere

Grundsätzlich fühlt sich WRC 9 nicht mal viel anders an als WRC 8 aus dem letzten Jahr. Auch das habe ich getestet. Ich glaube, die Screenshots von damals könnte ich jetzt einfach wiederverwenden, ohne, dass man wirklich die Unterschiede sieht. 2023 wechselt die WRC Lizenz den Besitzer – dann darf Codemasters die Spiele entwickeln. Etwas gespannt bin ich schon, was Kylotonn die nächsten beiden Jahre noch macht – angekündigt wurden WRC 10 und WRC 11 bereits.

Bekannt ist vor allem der Karrieremodus: Er ist dieses Jahr nicht weniger beeindruckend und macht wirklich Spaß. Unnötig und doof ist nur das Tutorial, es schränkt einen in den ersten 20 Minuten oder so der Karriere einfach zu sehr ein. Wirklich hilfreich sind die Erklärungen der Elemente auch nicht. Egal, das Tutorial ist schnell überstanden und dann darf man sich selbst mit der Crew, dem Ausbau der Fähigkeiten, Events und Co. beschäftigen.

Der Fokus von WRC 9 liegt immer noch klar auf der Strecke, dort verbringt man die meiste Zeit – aber das Drumherum bereichert und motiviert, vor allem, wenn es um das Zufriedenstellen der Hersteller geht. Die Crewverwaltung ist immer noch nicht wirklich anders und gleich wildem Herumgeklicke. Gefühlt bringt ein Agent diesmal aber wirklich mehr seltene Events an den Start und das Zusammenspiel der Crew ist besser erlebbar als in WRC 8.

Die Karriere ist bekannt, aber immer noch gut.

Jetzt in 60 FPS

Die echten Neuerungen spielen sich auf der Strecke ab – und ich denke, die merkt man auf der PS5 besonders. Auf der PS4 nimmt man sich die neuen Inhalte mit (z.B. die Rallye Japan), doch auf der PS5 profitiert man von technischen Verbesserungen. Und hier ein Lob an Kylotonn Games, ich denke, man hat diese Version wirklich gut optimiert.

Bei der ersten Kamerafahrt über die Strecke sieht WRC 9 auch auf der PS5 nicht unbedingt super beeindruckend aus. Doch das ändert sich hinter dem Steuer. Insbesondere, weil WRC 9 butterweich läuft. 60 Bilder pro Sekunde sind fest, und die erreicht das Spiel. Ruckler gibt es nicht – für mich eine Premiere in der Serie.

Und auch optisch gefällt WRC 9 bald deutlich besser: Effekte auf den Strecken, Lichteffekte, Schnee, Eis, Nässe und Co.: Ja, das überzeugt und sieht deutlich besser aus als die Auftritte der vergangenen Jahre. Richtig gut sogar. Wenn man sich anschaut, wo Kylotonn Games vor einigen Jahren gestartet ist, ist das wirklich einfach nur beeindruckend.

Sieht fast so aus wie mein Screenshot aus dem letzten Jahr. Aber: Es spielt sich besser!

Mit DualSense an die Spitze

Mit der Lenkradunterstützung gibt es auf der PS5 aktuell noch Probleme – doch die Entwickler:innen arbeiten daran. Doch der großartige DualSense Controller macht auch bei WRC 9 den Unterschied: Noch kein Rallyespiel hat sich für mich bisher so gut gespielt. Die Wagen reagieren einfach gut und lassen sich größtenteils super kontrollieren – dem Simulationsanspruch des Spieles zum Trotz, der bei abgeschalteten Fahrhilfen auch durchaus zum Tragen kommt.

Die Kurse sind mittlerweile schön eng, verschiedene Untergründe gut spürbar – und vielfältig sind die in den zahlreichen Ländern angesiedelten Rallyes ja auch. Was bleibt: Hier und da ist der Schwierigkeitsgrad von WRC 9 nicht ganz ausgeglichen, bei manchen Etappen scheinen die (typischerweise ja unsichtbaren Gegner) ihr Gaspedal ganz anders durchzudrücken als auf anderen. Dennoch ist WRC 9 meines Erachtens der bislang fairste Ableger der Rallyereihe.

WRC 9 nutzt nicht nur das haptische Feedback, sondern auch den Lautsprecher des DualSense Controllers ziemlich intensiv: Vor allem Kollisionen werden dort wiedergegeben. Während die Qualität des Lautsprechers wie erwartet nicht super ist, macht das das Fahren dennoch zu einem guten Erlebnis, da man alles wie aus der Cockpitperspektive hört. Nochmal ein großes Lob für diese Nutzung!

Übrigens gibt es neben der Karriere das gewohnt ausführliche Drumherum, welches WRC 9 zu einem äußerst umfangreichen Rallyespiel macht: Herausforderungen für Einzelspieler, ein Onlinemodus (wo weiterhin etwas wild durcheinandergewürfelt wird) und tägliche sowie wöchentliche Herausforderungen, sowie die eSports Events. Wer WRC Profi werden will, kann das mit WRC 9 tun.

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Fazit: Es wird immer besser

In vielen Belangen ist WRC 9 dem Vorgänger aus dem letzten Jahr zum Verwechseln ähnlich – inhaltlich ist es eben ein aktualisiertes Lizenzspiel der World Rally Championship. Doch für mich machen die PS5 Anpassungen den Unterschied: 60 Bilder pro Sekunde, eine ausgezeichnete Nutzung des DualSense und ein optisch gutes Erlebnis machen WRC 9 zur bislang schönsten und schnellsten Rallye. Ein umfangreiches Erlebnis ist es dank Herausforderungen und wechselnder Online-Events auch. Ja, die nächsten beiden WRC Spiele von Kylotonn laufen Gefahr, nicht mehr wirklich etwas Neues zu bieten, bevor die Lizenz den Besitzer wechselt, doch WRC 9 auf PS5 ist das beste Rallyespiel mit Simulationsanspruch, das man aktuell bekommen kann.

ProContra
+ Umfangreiche Karriere– Schwierigkeit nicht ganz ausgegoren
+ Absolut flüssige Optik– Strecken in der Ferne nicht immer hübsch
+ Detailreiche Strecken– Online wird durcheinandergewürfelt
+ Viele Beschäftigungen
+ Ausgezeichnete Nutzung des DualSense

Technik: 88
Grafik: 90
Sound: 88
Umfang: 96
Gameplay: 88
KI: 78

Spielspaß: 90

  • Story: Durch den guten Karrieremodus schreibt ihr tatsächlich eine Geschichte – eure eigene.
  • Frustfaktor: Hier und da vorhanden, da der Schwierigkeitsgrad nicht ganz ausgeglichen ist.
  • Nachhaltigkeitswert: WRC 9 hat den Status einer lang motivierenden Rallyesimulation erreicht. Wenngleich natürlich auch schon der Nachfolger absehbar ist.
  • Design/Stil: Absolut passend und realistisch.
  • Musik und Sound: Die Soundkulisse ist gut und wird durch den DualSense bereichert, allenfalls der etwas blecherne Lautsprecher stört.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Der Vollpreis ist angemessen und im Angebot darf man erst recht zuschlagen.

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Manuel Eichhorn
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