A Knight’s Quest (Xbox One) im Test – Eine unerwartet große Reise

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A Knight’s Quest hat bei seinem Erscheinen im letzten Jahr durchaus einige Aufmerksamkeit erregt und wurde häufig mit The Legend of Zelda, mitunter aber auch mit Metroid verglichen. Warum und weshalb? Na ja, im Grunde bekommen wir es mit einem Third-Person Action-Adventure zu tun. Ob es die Entwickler bei Sky 9 Games geschafft haben, ihre eigenen Ideen umzusetzen, verrät unser Test zur Xbox One Version, gespielt auf Xbox One X.

Unerwartet episch

In den ersten Minuten habe ich nicht erwartet, wie groß das Abenteuer in A Knight’s Quest wirklich werden würde. Die Spielwelt präsentierte sich etwas lieblos und vor sehr, sehr einfach inszeniert. Auf eine Sprachausgabe verzichtet A Knight’s Quest völlig, die Inhalte werden in ausschließlich per Text eingeblendeten Dialogen erzählt, die mal witzig, mal geradezu lächerlich sind.

Nachdem man mit Protagonist Rusty unvermittelt ins Abenteuer stürzt und das Königreich in eine Bedrohung, liegt es ebenfalls am wortkargen Rotschopf, die Sache wieder in Ordnung zu bringen. Dazu muss man nach und nach drei Elementgeister befreien, die einem die Macht über Wind, Feuer und Zeit überlassen – während die Aufgabe durchaus schon am Anfang episch klingt, denn passenderweise sind die Ziele über die Spielwelt verstreut, dachte ich dennoch, a A Knight’s Quest sei ein Abenteuer von ein paar Stunden.

Weit gefehlt, denn nicht nur die Spielwelt, sondern auch das Freischalten der Fertigkeiten entpuppt sich als wesentlich umfangreicher, als zunächst gedacht. Vor allem die Spielwelt in A Knight’s Quest überrascht mit ihrer Größe. Es ist zwar keine komplett offene Spielwelt, allerdings gibt es unzählige verschiedene Gebiete, die nicht nur mit ihrer abwechslungsreichen Gestaltung überzeugen, sondern auch alle noch ihre eigenen Herausforderungen mit sich bringen. Die späteren Gebiete wirken durch Wasser, Feuer und Wind auch etwas belebter und detailreicher als das Startgebiet und die erste Stadt. So soll es sein.

Es gelingt nicht von Anfang an, aber auf Dauer überzeugt die Spielwelt.

Ein Abenteuer mit Herausforderungen

A Knight’s Quest ist mitunter ein anspruchsvolles Abenteuer – doch das liegt nicht unbedingt an den Kämpfen. Die Kämpfe haben durchaus auch ihre Herausforderungen, allerdings nimmt Rusty verhältnismäßig wenig Schaden und das Kampfsystem ist sehr einfach aufgebaut. Manche Gegner kann man sogar mit simplem Buttonsmashing erledigen, während andere durchaus anspruchsvoller sind. Rusty erhält aber nach und nach auch mehr Fähigkeiten, um zielsicher gegen Feinde vorzugehen.

Viel mehr liegen Herausforderungen und Ärgernisse in A Knight’s Quest darin, dass uns manchmal Hindernisse in den Weg gelegt werden, die gar nicht sein müssten. So bleibt es lang unklar, wie man eigentlich die Warpsteine benutzt oder sein Inventar erweitert. Keine Sorge, A Knight’s Quest erklärt alles zu gegebener Zeit, doch vor allem das knappe Inventar sorgt lange immer wieder für Stress, weil man nicht so richtig weiß, was man eigentlich braucht und dann gerade das los wird, was keine zwei Minuten später nützlich wäre.

Während es schön ist, dass die Lösungen von Quests nicht immer offen auf der Hand liegen und auch nicht haargenau auf der Karte markiert sind, ist manchmal nicht klar erkennbar, was Haupt- und was Nebenquest ist. So dachte ich einmal, mein Spiel sei verbuggt, da Aussagen von NPCs nicht zusammenpassten und ich dort nicht weiterkam, wo ich eigentlich weiterkommen sollte. Doch eine ganz andere Quest, scheinbar eine Nebenquest, brachte die Lösung. Nicht immer ist alles in A Knight’s Quest gut nachvollziehbar – doch dafür hat man dann auch Erfolgserlebnisse, wenn es klappt.

Etwas nervig fand ich vor allem am Anfang das Recycling von Gebieten, denn man läuft zwangsläufig mehrfach durch die Gebiete, wobei jedes Mal (fast) alle Gegner und Objekte erneut da sind. Erledigen kann man dennoch nicht alles, denn es gibt fast überall Elemente, die man erst später mit neuen Fähigkeiten erledigen kann – somit kann man dann später nochmal vorbeischauen. Die Gebiete in A Knight’s Quest sind zwar teils ziemlich episch, doch wenn man ein zweites Mal die gleiche lange Reise auf sich nehmen muss, hat das etwas von bewusster Spielzeitstreckung.

Diese Schuhe zu bekommen, ist ein Erfolgserlebnis – die Schienen begleiten einen nämlich da schon eine Weile.

Ein technisch solides Abenteuer

An manchen Stellen steht einem auch die Technik im Weg. Zwar ist A Knight’s Quest grundsätzlich gut an die Xbox One (X) optimiert, allerdings gibt es durchaus einige ärgerliche Bugs. Manchmal verhakt man sich im Boden, bis man in die Tiefe stürzt, manchmal ist die Steuerung nicht so präzise wie gedacht und hier und da gehen Objekte nicht so zu aktivieren, wie gedacht – es gibt immer wieder kleine Wehwehchen, auch wenn A Knight’s Quest im Großen und Ganzen dennoch gerade so als technisch sauber durchgeht.

Die Bildrate bereitet mir in einigen Gebieten noch Sorge, in manchen der größeren Gebieten geht diese doch mal deutlich in den Keller. Von der Inszenierung her bleibt A Knight’s Quest dabei so einfach wie am Anfang, was auf Dauer dem gesamten Umfang der Reise gar nicht gerecht wird. Ich denke, hier hat einfach das Budget für mehr gefehlt, doch vor allem im Bereich der Animationen, aber in erster Linie auch bei der Sprachausgabe oder generell der Darstellung der Dialoge hätte mehr definitiv gut getan.

Die Musikuntermalung passt dagegen und unterstreicht die epische Reise, die A Knight’s Quest eigentlich darstellt. Der Witz passt dazu immer nicht ganz – manche Passagen gehen noch als lustig durch, während andere wirklich eher lächerlich sind. Manchmal dürfte sich das Spiel selbst durchaus gern ernster nehmen.

Das Kampfsystem bleibt relativ simpel.

Fazit: Rusty auf großem Abenteuer

Ich wurde von A Knight’s Quest in vielerlei Hinsicht überrascht: Ich hätte vor allem nicht gedacht, dass das Abenteuer derart umfangreich ist. Die Spielwelt ist erstaunlich groß und während sie am Anfang sehr leblos und starr wirkt, überzeugen spätere Gebiete mit Abwechslungs- und Detailreichtum. A Knight’s Quest ist noch ein Action-Adventure, in dem der Protagonist langsam lernt, so schaltet man über einen Großteil der Spielzeit immer wieder neue Dinge frei. Gleichzeitig bleibt manches aber auch unerklärt, das knappe Inventar sorgt immer wieder für Ärger, während auch manche Quests nicht klar ausformuliert sind und einen da aufhalten, wo es gar nicht nötig wäre. Das Erkunden macht dafür viel Spaß und die Gebiete überzeugen mit ihrer Gestaltung und ihren Herausforderungen. Man merkt A Knight’s Quest durch die simple Inszenierung und das einfache Kampfsystem an, dass es kein Spiel mit einem großen Budget ist, doch die Entwickler haben viel rausgeholt und ein Spiel geschaffen, dass epischer ist, als man erwarten könnte.

ProContra
+ Abwechslungsreiche, erstaunlich große Spielwelt– Spielwelt wirkt am Anfang leblos
+ Viele optionale Herausforderungen– Nervig kleines Inventar
+ Gute Musikuntermalung– Einfache Inszenierung, teils nervige Soundeffekte
+ Quests nicht haargenau markiert– Aufgaben nicht immer klar
+ Protagonist lernt nach und nach– Technische Probleme: Feststecken, Framerate

Technik: 76
Grafik: 80
Sound: 72
Umfang: 90
Gameplay: 71
KI: 68

Spielspaß: 82

  • Story: A Knight’s Quest erzählt eine epische Geschichte mit einem tollpatschigen Protagonisten – manchmal mit Witz, manchmal allerdings auch etwas zu lächerlich.
  • Frustfaktor: Teilweise vorhanden, durch spielerische und technische Wehwehchen.
  • Nachhaltigkeitswert: A Knight’s Quest bietet eine längere Spielzeit als gedacht – und viele optionale Passagen und Sammelobjekte.
  • Design/Stil: Stimmig und gelungen.
  • Musik und Sound: Die Musik passt gut, die Soundeffekte sind unterdurchschnittlich.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Der Preis von 24,99€ ist sehr angemessen.

Offenlegung

Wir haben A Knight’s Quest selbst gekauft. Gespielt wurde auf Xbox One X.

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Manuel Eichhorn
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