Don’t Make Love (Steam) im Test – Dein Wort entscheidet über Leben und Tod

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Besonders in einer Beziehung ist es nicht immer so leicht, tatsächlich das Richtige zu sagen ohne den anderen zu verletzen. In Don’t Make Love allerdings ist es noch ein bisschen schwieriger: Dein Partner und du seid Gottesanbeter und müsst euch entscheiden, ob ihr Liebe machen wollt oder eben nicht. Ob ich die richtigen Worte finde oder nicht, verrate ich euch in meiner Review.

Don’t make me sad, babe

In Don’t Make Love kommt alles auf die richtigen Worte an: Es gibt hier nämlich keine vorgefertigten Antworten, aus denen ihr wählen könnt, sondern ihr seid in einem wirklichen Gespräch mit eurem Partner. Ihr tippt die Fragen und Antworten direkt in eine Textzeile und hofft, dass euch euer Gegenüber versteht. Das ist nicht immer ganz so einfach wie gedacht, denn Don’t Make Love unterstützt keine deutsche Sprachausgabe. Euer Englisch sollte also schon ganz verständlich sein. Hin und wieder könnt ihr auch Antworten überbrücken, in dem ihr lächelt – doch euer Partner merkt das irgendwann und hält euch für grenzdebil (ich hab das ausprobiert und nur gelächelt, mein Partner fand das nicht so geil).

Was ich daran ziemlich gut finde, ist einfach diese Echtheit. Ich habe tatsächlich das Gefühl, mit meinem Partner zu reden und möchte nicht, dass er traurig ist oder meine Antworten als schlecht ansieht – ganz so wie im richtigen Leben. Es ist ein Spiel, bei dem der Spielcharakter irgendwann verloren geht, wenn einem klar wird, worum es eigentlich geht. Nochmal zur Erinnerungen: Gottesanbeterinnen fressen ihre Partner nach dem Geschlechtsverkehr. In Don’t Make Love wollen beide schon Sex haben, aber können sich nicht so richtig überwinden, da sie wissen, was es für den anderen bedeutet.

Es fühlt sich so echt an

Ein bisschen Angst macht mir Don’t Make Love schon, denn ich fühle mit ihnen. In den meisten Durchgängen habe ich alles versucht, damit ich entweder meinen Partner nicht fressen muss oder dass ich nicht selbst draufgehe, denn man kann sowohl als Mann als auch als Frau spielen. Ich habe mich richtig schlecht gefühlt, wenn ich es nicht geschafft habe und es dann irgendwie doch darin endete, dass ich als Frau meinen Partner fressen musste. Allein schon die ganze Situation ist dabei so realistisch dargestellt: Es ist wirklich ein schöner und romantischer Ort, an dem DAS Gespräch stattfindet, die Atmosphäre ist super und auch die wirklich enge Beziehung zwischen beiden kommt sehr gut zum Tragen, sodass ich hin und her gerissen war.

Ich wollte wirklich eine Zukunft mit meiner Partnerin, doch ihr ging das Gerede der Leute auf die Nerven. Sie fand unsere Beziehung unnatürlich, da wir keinen Geschlechtsverkehr machen würden. Irgendwie überzeugte ich sie davon, dass es so viel besser ist. In einem anderen Durchgang zeigte ich ihr, wie sehr ich sie liebte und sie versprach, vorsichtig zu sein und ihre Instinkte zu kontrollieren. Wir riskierten alles. Leider weiß ich nicht, was danach passierte, ich weiß nicht, ob ich überlebte.

Don’t Make Love ist so ein kleines Spiel, das so eine große Bedeutung hat. Nicht nur ist die Atmosphäre großartig, sondern auch das ganze System. Als ich das erste Mal vom Spiel hörte, hatte ich Zweifel, doch es ist ein richtig guter Simulator, der wirklich versteht, was ich sage. Ich kann richtige Gespräche mit ihm führend und er kommt sogar mit Rechtschreibfehlern zurecht. Ich habe selten ein so gut optimiertes Spiel gespielt, sodass es fast wirklich schade ist, dass es nur auf Englisch verfügbar ist.

Spüre meine Klauen, Baby!

Don’t Make Love ist sehr gut optimiert, wie ich schon ein paar Mal schrieb. Wenn ich beleidigend werde, dann tut es mir richtig leid um meinen Partner – und dafür gibt es tatsächlich auch nicht so wirklich Punkte. Ihr kommt nur wirklich gut voran, wenn ihr ordentlich antwortet. Etwas schade finde ich jedoch die kleinen technischen Mängel, die Don’t Make Love aufweist. So reagieren die untern Knöpfe nicht immer, mit denen man zum Beispiel Aktionen wie Küssen oder Umarmen auslösen kann und auch die Smileys reagieren nicht immer, wenn ich sie klicke. Um das zu umgehen, kann man die Kürzel zur Not auch in die Textzeile schreiben. Zudem habe ich manchmal, aber bei wirklich wenigen Momenten, das Gefühl, dass die Antwort nicht immer so zu dem passt, was ich sage – manchmal fällt mir allerdings auch keine gute Antwort ein. Vielleicht ist das also ganz normal in einer solchen Situation.

Ansonsten ist Don’t Make Love relativ stabil. Bei mir stürzt es hin und wieder mal im Startmenü ab, wenn ich zum Beispiel auf die Optionen klicke, doch im Spiel selbst ist mir das noch nicht passiert. Dort läuft es flüssig und stabil. Don’t Make Love hat einen zauberhaften Stil, der ein wunderbares Setting offenbart und euch wirklich fühlen lässt. Das hätte ich von einem Spiel für knapp 4 € nicht erwartet. Manchmal habe ich mir trotz allem ein bisschen mehr Abwechslung im Gameplay gewünscht.

Fazit: Dein Wort entscheidet über Leben und Tod

Ich war am Anfang wirklich hin und her gerissen: Möchte ich ein Spiel, in dem ich eine Konversation zwischen zwei Gottesanbetern entweder zum Guten oder zum Schlechten wandle? Nehme ich dieses Risiko auf mich? Ja, und es war eine sehr gute Entscheidung. In Don’t Make Love führt ihr eine Konversation um Leben und Tod und zwar im wahrsten Sinne, denn ihr seid zwei Gottesanbeter, die sich unendlich lieben, jedoch nicht unbedingt wollen, dass der Partner stirbt. Es ist herzzereißend und gut und fühlt sich häufig nach einer wahren Unterhaltung an, die tiefgehender ist als alles, was ich sonst gespielt habe. Dabei hat Don’t Make Love eine ziemlich gute KI dabei, die auch mit Tippfehlern dealen kann und fast immer gut auf eure Sätze reagiert. Selten habe ich mich in einem Spiel so gefühlt und ich kann es euch wärmstens ans Herz legen. Zumal eine Sitzung im Grunde nicht unbedingt lange geht und ihr somit relativ vieles ausprobieren könnt.

ProContra
+ Sehr gute KI…– … die nur manchmal nicht zu passen scheint
+ Sehr dichte Atmosphäre– Nicht immer reagieren alle Eingaben
+ Gute Dialoge, toller Soundtrack– Leider nur auf Englisch
+ Ich habe schnell mitgefühlt und mich in die Situation versetzen können

Technik: 87
Grafik: 87
Sound: 90
Umfang: 83
Gameplay: 78
KI: 95

Spielspaß: 90

  • Story: Ihr führt eine Konversation zwischen zwei Gottesanbetern, die sich lieben. Mehr brauche ich, denke ich, gar nicht zu sagen.
  • Frustfaktor: Nicht vorhanden. Lediglich dann, wenn das Englisch nicht ausreichend ist.
  • Nachhaltigkeitswert: Don’t Make Love hat das Zeug dazu, auch in Jahren noch im Gespräch zu sein, doch dafür ist es zu klein.
  • Design/Stil: Passender und schöner Stil, der gut zur Atmosphäre beiträgt.
  • Musik und Sound: Sehr passend. Zauberhaft.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Don’t Make Love kostet 3,99 € und ist jeden Cent davon wert. Tatsächlich gehe ich auch hier für eine Preis von 5 oder 6 € mit.

Offenlegung

Wir haben Don’t Make Love für Steam selbst gekauft.

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Beatrice Vogt
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