Meine größte Enttäuschung 2019 ist…

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Ein weiteres Gamingjahr ist vorübergegangen und wir wechseln in eins der spannendsten: Eine neue Konsolengeneration steht in den Startlöchern, auch das Streaming wird Fahrt aufnehmen und ich bin auf alles einfach ziemlich gehypt. 2019 war dagegen ein gutes Gamingjahr – doch an dieser Stelle soll es auch mal darum gehen, was mich in diesem Jahr so richtig enttäuscht hat.

Lang um den heißen Brei rumreden brauche ich gar nicht. Meine größte Enttäuschung 2019 heißt Need for Speed Heat. Es ist mit diesem Spiel sehr interessant, denn ich glaube, eine Enttäuschung war es für mich in erster Linie deshalb, weil ich zum ersten Mal wieder größere Erwartungen ans Spiel hatte.

Im Großen und Ganzen setzt Need for Speed Heat genauso fort wie seine beiden Vorgänger: Es ist ein solides Rennspiel, dass den Massenmarkt befriedigen soll. Die Zielsetzung von EA ist da ziemlich offenkundig, denn das Spiel ist einsteigerfreundlich und wo es nur geht auf den Mainstream getrimmt. Dafür darf man seine Figur sogar mit möglichst vielen adidas Klamotten ausstatten.

Offenkundige Schwächen leistet man sich bei Need for Speed auch erst mal gar nicht: Vom Lootboxen System des Vorgängers Need for Speed Payback hat man sich wieder verabschiedet und technisch ist Heat zumindest auf der Xbox One X das rundeste Erlebnis der Reihe, das es in den letzten Jahren bzw. überhaupt diese Generation gab. Insofern hat sich die Entwicklungszeit im Hause Ghost Games wenigstens etwas gelohnt.

Doch Need for Speed Heat steht auch für das, woran viele Spiele der großen Reihen und Publisher in letzter Zeit kranken: Die Massentauglichkeit und gute Features auf dem Papier stehen im Vordergrund, während allerdings schlichtweg die komplette Vision und sämtliche kreative Energie völlig abhanden gekommen sind. Ähnlich wie Assassin’s Creed Odyssey an manchen Stellen wirkt Need for Speed Heat einfach nicht so, als ob es eine kreative Linie gegeben hätte, oder jemanden, der sich insgesamt um ein gutes Spielerlebnis Gedanken gemacht hätte.

Auch ich habe vor dem Launch davon gesprochen, dass Need for Speed Heat eine gelungene Mischung aus den mittlerweile beliebtesten Serienformeln werden könnte: Underground und Most Wanted vereint, sozusagen. Doch letztlich ist davon nicht mehr als eine leere Hülle geblieben, allein schon, da die Welt sich schon seit Jahren nicht mehr weiterentwickelt hat und im Hinblick auf ihre Interaktivität sogar einen Rückschritt im Vergleich zu Rockport City aus Need for Speed Most Wanted (2005!) darstellt – die Spielwelt ist leblos, steif, nicht dynamisch. Auch mit dem Wettersystem reißt man 2019 niemanden mehr vom Hocker.

Essentiell liefert Ghost Games wieder das gleiche Spiel im anderen Setting, sicherlich steuert es sich gut und die Soundkulisse macht Rumms und hübsch sieht es auch erst mal aus. Aber das war es dann irgendwie auch schon: Man will Lärm machen für den Mainstream und das macht sicher auch Spaß – aber es ist eben nichts, was für seine Atmosphäre, Qualität, oder kreativen Ideen in Erinnerung bleiben wird. Need for Speed Heat hätte das Spiel sein können, über das man in Zukunft sagen könnte: Mit diesem Titel hat Ghost Games die Kurve bekommen. Stattdessen ist die Reihe noch tiefer im Graben gelandet.

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Manuel Eichhorn
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