Duolingo – Sprachenlernen wie im Spiel

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Anfang des Jahres habe ich einmal davon berichtet, wie ich angefangen habe, Finnisch zu lernen und welche Mittel ich dazu verwende. Damals habe ich unter anderem die App Mondly empfohlen, eine Empfehlung, die auch immer noch gilt, denn hier gibt es viel für teils wenig Geld und man kann schnell ins Sprachenlernen einsteigen. Vor ein paar Wochen habe ich jedoch einmal Duolingo ausprobiert, welches mich sogar noch weitaus mehr motiviert, jeden Tag zu lernen.

Duolingo ist vermutlich die bekannteste unter den Sprachlernapps, auch in meinen Zeiten als Deutschlehrer habe ich von meinen Schüler:innen viel öfter von Duolingo als von irgendeiner anderen Sprachlernapp gehört. Tatsächlich bezeichnet sich auch Duolingo selbst als größtes Netzwerk weltweit für Sprachenlernende.

Kleiner Wermutstropfen: Wer mit Deutsch als Bezugssprache lernen möchte, dem stehen als neue Sprachen nur Englisch, Spanisch, Französisch und Italienisch zur Verfügung. Wer kann aber Englisch kann und damit auch lernen möchte (was übrigens das englische Sprachverständnis dann auch ungemein steigern kann), dem stehen deutlich mehr Sprachen zur Verfügung. Ich habe in meiner App aktuell Französisch (in der deutschen Appversion), und Finnisch (in der englischen Appversion), was sich beides super vereinen lässt. In der App kann man dann einfach zwischen den Kursen wechseln.

Was mir bei Duolingo richtig gut gefällt: Es gibt richtig viele Lektionen und man ist auch nie so richtig mit einer Sache fertig. Zwar kann man für jede Disziplin das „Königslevel“ erreichen, doch auch danach kann man dort noch üben, um seine Kenntnisse zu festigen und zu wiederholen. Der Aufbau der App bzw. der Webseite wie in einem Skilltree hilft mir sehr dabei, motiviert zu bleiben und immer wieder auch alte Sachen zu wiederholen. Dabei fühlt es sich aber keineswegs so an, als sei man „schlecht“, nur weil man was Altes wiederholt, sondern es ist einfach hilfreich.

Was mir vom Inhalt ebenso gut gefällt: Hier werden möglichst natürliche Sätze geübt und wiederholt. Ich habe hier öfter als bei einem normalen Sprachkurs den Eindruck, Sprache für den Alltag zu lernen. Ich hatte Französisch zwei Jahre an der Uni und habe offiziell B2 Niveau – Vieles habe ich seitdem vergessen, aber Einiges, was mir sehr alltagsnah erscheint, habe ich, wenn ich mich richtig erinnere, dort im Sprachkurs nie in der Form verwendet.

Es gibt zwar ganze Twitteraccounts, die sich mit seltsamen Sätzen aus Duolingo beschäftigen, aber wenn ich ehrlich bin, bringen mir diese Sätze mehr als manch andere Sätze, die in klassischen Sprachkursen immer wieder durchgekaut werden.

Was Duolingo ansonsten besonders macht: Es ist voller Challenges, Ranglisten, Motivationen und Abzeichen. Vor allem in der kostenlosen Version fühlt es sich zudem wie ein echtes Mobilegame an. Sind zum Beispiel alle Herzen durch Fehler aufgebraucht, kann man diese für die appeigene Währung wieder auffüllen oder man wartet einige Stunden, bis sich wieder ein Herz auffüllt.

Schließt man Super Duolingo (ehemals Duolingo Plus) für 89,99€ im Jahr oder 12,99€ im Monat ab, lernt es sich nicht nur werbefrei, sondern auch mit unendlichen Herzen und individuellen Kursen – wie also die Premiumversion eines Free2Play Mobilegames.

Was ich nicht ganz stimmig finde: Webversion und Appversion (iOS) von Duolingo sind nicht ganz einheitlich. Im Web gibt es die individuellen Übungen und extra Lektionen, in denen ich meine Fehler verbessern kann, dafür gibt es keine Tagesherausforderungen, die in der App vertreten sind. Um das Meiste herauszuholen, muss man also beides täglich nutzen. Im Browser heißt Super Duolingo aber auch immer noch Duolingo Plus, ein Name, der eigentlich schon abgeschafft wurde. Das finde ich nicht so ganz stimmig und etwas schade, dass das so ist.

Die einzige Schwäche vom Lernen her, die ich bisher feststellen konnte, ist die Umsetzung der Sprachübungen: Hier kann ich mit meiner iOS App sagen, was ich will und die Aussprache wird als richtig erkannt. Das konnte Mondly deutlich besser, hier wurde auch live umgesetzt, was ich gesagt habe. Was mir persönlich aber ohnehin mehr bringt: Die Sätze, die täglich geübt werden, einfach leise mitsprechen.

Davon abgesehen ist der tatsächliche Spracheinsatz eben auch genau das, was eine App nicht wirklich vermitteln kann: Hier bietet sich ein ergänzender Sprachkurs an oder eine Reise in ein Land, in der die gelernte Sprache gesprochen wird.

Aktuell möchte ich Duolingo nicht mehr missen und befinde mich seit dem Tag der Installation in einer andauernden Streak. Mal gucken, wie lang die noch anhält. Doch insgesamt fühlt sich das Sprachenlernen mit Duolingo einfach an wie mit einem Mobilspiel.

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Manuel Eichhorn
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