Google Stadia – Aus dem Stiefkind wird ein Hoffnungsträger

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Google Stadia hatte wirklich keinen guten Start – von der Auslieferung der Chromecast, über den Versand der Zugangscodes bis hin zum Marketing lief eigentlich fast alles schief – und das wird Googles Cloudgamingplattform auch noch sehr lange nachhängen. Doch während noch immer bei weitem nicht alles perfekt ist, entwickelt sich Stadia aus meiner Sicht doch zu einem Hoffnungsträger.

Mit Stadia ist das jetzt so ähnlich wie mit der Xbox One: Googles ungeschicktes Marketing zum Launch wird Stadia noch lange begleiten. Verbreitet ist immer noch, dass man für die Plattform bezahlen muss – was nicht stimmt. Fürs Streaming in Full HD und damit geeignet für Laptops und Co. ist Stadia kostenlos nutzbar und sieht so auch auf einem vernünftigen 4K TV brauchbar aus – lediglich das Stadia Pro Abo fürs Streaming in 4K kommt mit den Kosten von 9,99€ daher.

Das Stadia Pro Abo enthält ja aber auch Spiele – und ich finde, hier macht Google einen guten Job. Es ist sogar absehbar, dass Exklusivtitel direkt zum Launch enthalten sein werden, ähnlich wie bei Microsofts Game Pass. Zuletzt war das bei Submerged: Hidden Depths (zum Test) der Fall, welches Stadia exklusiv ist und ohne weitere Kosten im Rahmen von Stadia Pro erhältlich war.

Submerged: Hidden Depths

Ganz davon abgesehen kommt immer noch die Basis der Plattform nicht gut an – manch eine:r fragt immer noch, warum Spiele auf Google Stadia extra gekauft werden müssen – na ja, deshalb, weil das Ganze eigentlich eine eigene Plattform ist, nur das hat Google halt irgendwie versäumt zu kommunizieren oder deutlich(er) zu machen.

Und während es dieser Plattform immer noch an bestimmten Komfortfunktionen fehlt – vor allem endlich mal eine Suche im Stadia Store – so bin ich von der Basis der Plattform einfach nur beeindruckt, mittlerweile mehr denn je: Ganz ehrlich, das Spielen auf Stadia fühlte sich flüssiger und stabiler an als auf der PS4 und der Xbox One, durch die neuen Konsolen wurde es jetzt eingeholt, doch dazu gleich mehr.

Was ich sagen will: Stadia läuft 99% der Zeit butterweich, das hat sich auch jetzt nicht geändert. Ja, ich habe hier eine Gigabit Leitung und nicht jeder bekommt zu Hause flüssiges Internet. Das ist mir bewusst, aber das ist kein Problem von Stadia, sondern des Netzausbaus. Dem Erlebnis selbst merke ich aber zumindest keine Probleme an, die dem Streaming oft nachgesagt werden – und auch „schnelle“ Spiele haben da auf PS4 und Xbox One teilweise mehr gehakt.

Jetzt ist Stadia rein technisch aber langsam im Zugzwang. Mit 4K und 60 Bildern pro Sekunde haben PS5 und Xbox Series X die Nase vorn. Was Google aber zuerst angehen sollte: Die Startzeit von Stadia. Es dauert echt lang, bis man im Spiel ist, wenn man mit Stadia Controller und Chromecast Ultra spielt. Der Controller braucht eine Weile, bis er mit der Cloud verbunden ist, und auch dann dauert das Login nochmal eine ganze Weile – ebenso wie der Spielstart. Im Vergleich zur PS4 und Xbox One war man eventuell noch etwas schneller, doch alle „stationären“ Konsolen ermöglichen jetzt fast sofort den Sprung ins Spiel – und ausgerechnet Googles Cloud hinkt da hinterher.

Einige Gerüchte rund um eine Nachfolge für die Stadia Server gab es schon – und ich hoffe, dass es bis zum Rollout nicht mehr lang dauert. Doch davor – und zwar wirklich möglichst bald – sollte Google seinen Spieledienst mit Google TV und damit mit dem neuen Chromecast kompatibel machen. Den neuen Chromecast würde ich mir holen, doch Stadia funktioniert damit (offiziell) noch nicht – hier sieht man, was für ein Stiefkind Stadia für den Konzern noch immer ist.

Doch ich glaube, Google lernt dazu: Stadia Pro enthielt in den letzten Monaten viele tolle Spiele, beim Marketing und bei der Repräsentation auf Twitter wird man besser – vielleicht ja auch irgendwann beim Kundenservice. Die Grundlage der Plattform ist und bleibt einfach toll: Das Streaming funktioniert nahtlos, mit kleiner, leiser Hardware, und auch der Controller gefällt mir derweil richtig gut.

Für mich ist Stadia zu einem Hoffnungsträger geworden und ich kann mir aktuell vorstellen, dass sich der Dienst zu meiner Lieblingsplattform mausern könnte – dazu muss Google nur am aktuellen Weg dranbleiben und die Entwicklung noch beschleunigen. Stadia auf Google TV, stärkere Server, einen übersichtlicheren Shop und, ach ja, vielleicht auch endlich die Möglichkeit, direkt über den Chromecast was zu kaufen und nicht nur über die Smartphone App oder den Browser.

Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung – und hoffe, dass Google Stadia 2021 eifrig weiter entwickeln wird.

Die Stadia Premier Edition

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Manuel Eichhorn
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