Hotshot Racing (PS4) im Test – Arcade wie früher in modern

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Hotshot Racing hat mich seit längerem neugierig gemacht: Es verspricht klassischen Arcadegenuss im modernen Gewand. Ein Rennerlebnis, das sich auf Strecken, Anspruch und Spaß konzentriert, und nicht auf eine offene Welt und Schnickschnack. Oder? Was genau Hotshot Racing ausmacht, habe ich auf der PS4 herausgefunden. In der Review erfahrt ihr mehr.

So einfach und doch so schwer

Hotshot Racing bringt euch direkt auf die Strecke: Es gibt keine ewigen Einstellungen, kein Storygeplänkel, keine offene Welt, die erklärt werden muss. Na ja, Storygeplänkel gibt es ein wenig, doch das lenkt nicht ab, sondern läuft im Hintergrund mit: Jede der acht Charaktere bringt nicht nur vier eigene Wagen mit, sondern auch eine eigene Persönlichkeit und Kommentare, die sogar während der Rennen abgespielt werden. Davon bin ich eigentlich überhaupt kein Freund, doch in Hotshot Racing hat es mich nicht gestört – es passt sehr gut rein.

Die zwei Arcadespielmodi (hier Räuber & Gendarme) sind nicht die Welt, runden Hotshot Racing aber gut ab.

Auf der Strecke ist Hotshot Racing ein angelehnt an Arcaderennspiele, wie ich sie noch von der PS1 kenne, Spiele, die ich gar nicht mehr benennen kann: Ihr rast nicht nur gegen die Kontrahenten, sondern habt auch noch die Zeit bis zum nächsten Checkpoint im Blick und im Nacken. Keine Sorge, es ist eigentlich keine extra Herausforderung – da das Ziel auch ist, mehr oder minder fast immer Erster zu sein, muss man es eigentlich schaffen – doch vor allem auf den höheren Schwierigkeitsgraden wird man, sobald man zurückfällt, schnell auch an der Zeit scheitern.

Die KI ist es ohnehin, die einem viel abverlangt: Sie ist ziemlich aggressiv und rammelt sich über die Strecke, die Ersten des KI Felds wird man nie so richtig los. Hotshot Racing ist hart, aber eigentlich auch nie wirklich unfair. Auf normal gewinnt man als halbwegs solider Rennfahrer jedes Rennen, auf den beiden höheren Modi wird es schwieriger. Aber: Das Geheimnis lautet, sich den angesammelten Turbo bis kurz vorm Ende aufzuheben. Dann kann man den Gegnern recht problemlos davondüsen.

Ein Turbo kurz vor dem Ziel bringt viel.

Ein Paradies für Sammler

Beim Turbo und wie man ihn freischaltet orientiert sich Hotshot Racing an neueren Vertretern des Racinggenres: Für Drifts (sie spielen eine entscheidende Rolle!) und das Fahren im Windschatten sammelt man Turbo, den man dann auf Knopfdruck pro gefülltem Segment einsetzen kann. Turbo und Windschatten sind sehr hübsch inszeniert – das gilt für Hotshot Racing insgesamt. Die Strecken sind detailreich und hübsch anzusehen, hier das Spiel natürlich zum Glück weit über das hinaus, was wir in den 90ern zu sehen bekommen haben.

16 Strecken sind erst mal eine solide Auswahl, dennoch werdet ihr sie oft sehen: Wie in den klassisch orientierten Rennspielen üblich fährt man die Strecken immer wieder, ohne dass es großartige Abweichungen gibt. Denn wahrlich wie früher ist Hotshot Racing dann, wenn es um die Freischaltungen geht: Für alle der 32 Fahrzeuge möchten alle optischen Elemente und Farben erst mal freigeschaltet werden. Zusammengefasst müsst ihr im Grunde mit allen vier Fahrzeugen jedes der acht Charaktere einen Grand Prix gewinnen – mindestens. Ihr seht also, ihr habt Einiges zu tun.

Dabei wird Hotshot Racing jetzt nicht unbedingt allein dauerhaft Spaß machen, doch recht unkompliziert darf man auch bis zu drei Freunde mit an die Konsole holen: Dann ist das Spiel im Splitscreen mit bis zu vier Spielern spielbar, hier können die Grand Prix ebenso wie die Arcaderennen absolviert werden, die auch einen Räuber & Gendarme Modus mit bringen. Auch online kann Hotshot Racing gespielt werden, aber ich habe trotz von den Entwicklern organisierten Spielesessions den Modus nicht ausprobieren können, weil nicht genügend Spieler zusammenkamen. Die Onlinestruktur an sich macht aber einen soliden Eindruck und ich glaube, dass das Erlebnis umso spaßiger wird. Mindestens vier Spieler braucht es – das restliche Feld wird mit AI aufgefüllt. Mal sehen, wer da am besten fährt.

Es gibt viel zum Freischalten.

Technische Elemente aus den 90ern

Die technische Umsetzung von Hotshot Racing überzeugt mich fast vollständig. Die Kurse sind super detailliert und recht abwechslungsreich – sie repräsentieren das, was ich in heutigen Rennspielen vermisse. Abwechslungsreiche Strecken, die sehr unterschiedlich sind und einfach Spaß machen. Ja, sie sind größtenteils auch nur optische Kulisse – spielerische Besonderheiten bei den Kursen in Hotshot Racing gibt es quasi keine, aber sie sind in erster Linie auch keine schnöde offene Welt, sondern eigene Welten mit individuellen und liebevollen Details.

Hotshot Racing ist auch in der Cockpitansicht spielbar.

Dass die Reifenspuren in Hotshot Racing nicht erhalten bleiben und nach kurzer Zeit gut sichtbar wieder verschwinden, ist wohl als Feature zu verstehen. Das Flimmern auf der PS4 Pro weniger und das hat mich tatsächlich auch etwas gestört – ebenso wie die kleinen Aussetzer und Ruckler, die immer wieder auftreten, zwar spielerisch nicht ins Gewicht fallen, aber dennoch unangenehm sind.

Die Musik passt vollständig, insbesondere die Kurse werden gut untermalt, und die Steuerung ist einfach herrlich arcadig. Wer es besonders anspruchsvoll mag, darf Hotshot Racing auch in einer Cockpitperspektive und mit Handschaltung steuern – beides ist überzeugend umgesetzt und bringt Elemente in Hotshot Racing ein, die es zu einer perfekten Mischung aus klassisch und aktuell machen.

Fazit: Wie in meiner Kindheit, nur besser

Hotshot Racing hat mir ein Rennspiel auf die PS4 gebracht, wie ich es in den letzten Jahren vermisst habe: Tolle, einzelne Strecken, eine Konzentration auf die Arcaderennen, welches einfach von der Struktur, aber dennoch komplex von der Schwierigkeit her ist. Die KI ist dabei vielleicht nicht unbedingt die Stärke, denn irgendwo ist sie mit dem Trick des Turbos kurz vor dem Ziel zumindest auf zwei der drei Schwierigkeitsgrade doch leicht zu besiegen. Doch Hotshot Racing bietet 16 sehr ansprechende, detailreiche Kurse und ist technisch gut inszeniert und umgesetzt. Nur das Flimmern und die seltenen Ruckler auf der PS4 Pro müssten nicht sein. Ansonsten bringt Hotshot Racing jede Menge zum Freischalten und ein ansprechendes Set von Mehrspielermodi mit sich – Freunde des Arcadracing sollten definitiv reinschauen!

ProContra
+ Super detailreiche und abwechslungsreiche Strecken– Flimmern und leichtes Stocken auf PS4 Pro
+ Viel zum Freischalten– KI kann frustrierend sein und ist dennoch recht einfach gestrickt
+ Acht Figuren mit je vier Fahrzeugen– Strecken wiederholen sich natürlich schnell und oft
+ Schöne Inszenierung
+ Arcade wie früher

Technik: 81
Grafik: 80
Sound: 88
Umfang: 84
Gameplay: 83
KI: 68

Spielspaß: 87

  • Story: Eh, nein – muss und soll es aber auch gar nicht.
  • Nachhaltigkeitswert: Hotshot Racing ist ein Spiel wie früher: Macht lang und immer wieder Spaß. Auch mit Freunden!
  • Frustpotential: Durchaus vorhanden. Die KI lässt einen kaum los.
  • Design/Stil: Absolut gelungen – sehr detailreich und liebevoll umgesetzt.
  • Musik und Sound: Ein stimmiges Ganzes.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Die knapp 20€ in Hotshot Racing sind gut investiert.

Offenlegung & Unterstützung

Ein Reviewkey zu Hotshot Racing wurde uns vom Publisher zur Verfügung gestellt.

Wir freuen uns, wenn du bei Steady vorbeischaust und uns mit einem kleinen Betrag unterstützt, um unserer unabhängigen und werbefreien Seite weiter unter die Arme zu greifen. Du kannst aber auch einen Baum in unserem Treedom Wald pflanzen. Oder einer Organisation spenden, die etwas Gutes für die Welt tut.

Wenn du Hotshot Racing für den PC kaufen möchtest, kannst du das hier bei Humble machen und wir erhalten einen kleinen Betrag des Einkaufs als Unterstützung.

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Manuel Eichhorn
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