Need for Speed Hot Pursuit Remastered (PS4) im Test – Wie es sein soll

3.7
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Auf den Tag habe ich mich gefreut: Die Gerüchte rund um Need for Speed Hot Pursuit Remastered gingen mir ein paar Wochen zu lang, doch als endlich die Ankündigung erfolgte, war ich glücklich. Der Titel, der im Original 2010 vom Team von Criterion Games herausgebracht wurde, hat mich damals lange vor die PS3 gefesselt. Nun hat Stellar Entertainment (u.a. Burnout Paradise Remastered) das Spiel modernisiert. Ich habe es mir auf der PS4 Pro angesehen – und verrate euch in der Review, ob der Rausch nach Geschwindigkeit noch immer seinen Reiz hat.

Ein Gefühl der Freiheit

Need for Speed Hot Pursuit ist einer der Ableger der Reihe, die ohne offene Welt daherkommen – Need for Speed Most Wanted, Undercover und Co. waren zu dem Zeitpunkt aber schon erschienen. Doch die Beschränkung auf die Strecken in einer fiktiven und vielfältigen Spielwelt tun dem Spiel gut, denn hier liegt der Fokus auf etwas anderem: Auf dem Gefühl, sich als Raser einfach nur ausleben zu können, was man wirklich lieber digital tut als im echten Leben. Ach ja, und als Cop.

Need for Speed Hot Pursuit ermöglicht das Spielen als Raser wie auch als Polizei – ein Feature, das nicht umsonst schmerzlich vermisst wird. Grundlegende Spielelemente wurden dabei auf die Events angepasst: Raser verdienen extra Nitro, wenn sie im Gegenverkehr fahren oder Beinaheunfälle verursachen, Cops dagegen erhalten in Zeitrennen strafen, wenn sie Unfälle verursachen – noch empfindlicher, wenn andere Verkehrsteilnehmer beteiligt werden.

Need for Speed Hot Pursuit kommt mit einem erstaunlich großen Umfang daher: Allein schon die Events, das heißt die Karriere, können einen wirklich lang beschäftigen, zumal alle DLCs mit weiteren Fahrzeugen und Events auch dabei sind. Außerdem gibt es einen ziemlich unkomplizierten Onlinemodus, der dich mit bis zu sieben anderen Spielern gegeneinander antreten lässt: Die eine Hälfte als Cops, die anderen als Raser. Ein großer Spaß!

Das Gameplay ist stark aufs Driften ausgelegt.

DAS ist Need for Speed!

Das beste Feature: Autolog, das dieses Spiel social macht, ohne aufgesetzt zu wirken. Ein natürliches Onlinefeature, das dich dazu ermutigt, dich mit deinen Freunden zu messen. In jedem Event – nicht mehr und nicht weniger. Eine Goldmedaille, und die sind teilweise echt anspruchsvoll, heißt nicht, dass du unter deinen Freunden schon der erste bist. Need for Speed Hot Pursuit Remastered wird von dem Autolog Feature richtig bereichert und es funktioniert heute noch genauso nahtlos wie vor zehn Jahren. Da können auch die Onlinefeatures eines Need for Speed Heat (zum Test) einpacken.

Strecken und Wagen machen viel Spaß.

Ganz ehrlich: Need for Speed Hot Pursuit Remastered ist Need for Speed in Reinform, so, wie ich es mir die letzten Jahre gewünscht habe. Ja, mitunter merkt man dem Spiel ein Alter an und das rein driftorientierte Gameplay, welches Criterion damals groß machte, ist vielleicht sehr einfach, doch Need for Speed Hot Pursuit Remastered ist anspruchsvoller als heutige Arcaderennspiele – vor allem Zeiten in Zeitrennen können echt fies gesetzt sein und weder andere Fahrer noch die Cops gehen zimperlich ans Werk.

Wenn wir schon von der KI sprechen: Need for Speed Hot Pursuit Remastered steht natürlich für eine Gummiband-KI aus dem Lehrbuch, die gab es schon im Original und die gibt es jetzt wieder. So wird der Anspruch künstlich nach oben gesetzt, ich muss aber sagen, dass ich das Erlebnis dennoch fast immer fair finde – aber einige Events im späteren Verlauf werden richtig fies. Da habe ich schon 2010 manchmal geflucht.

Doch ansonsten steht Need for Speed Hot Pursuit Remastered für genau das, was Need for Speed lange ausgemacht hat: Geile Sportwagen, weitläufige, wenn auch streng abgegrenzte Strecken, aber mit zahlreichen Abkürzungen, spannende Verfolgungsjagden, alles kombiniert mit einer brachialen Soundkulisse. Ich finde, das sind die Dinge, die Need for Speed ausmachen, nicht das, worauf sich EA die letzten Jahre konzentriert.

Als Cop spielen? Kein Problem!

Einmal frisch poliert

Die Modernisierung von Need for Speed Hot Pursuit Remastered ist gelungen: Das Ganze sieht auch für heutige Verhältnisse recht solide aus und läuft auf der PS4 Pro im Bildqualität Modus flüssig – die Automodelle werden besonders überarbeitet und machen eine gute Figur. Natürlich sieht man den Strecken und der Welt das Alter an – aber insgesamt macht sich Need for Speed Hot Pursuit immer noch gut, vor allem dann, wenn man bei Nacht und/oder Regen unterwegs ist. Die Effekte können überzeugen.

Die Menüs sind etwas unübersichtlich.

Nur den Menüs sieht man ihr Alter schon deutlich an – richtig übersichtlich und einladend ist das alles nicht, wobei dieser Ableger aber noch die Leidenschaft für die Fahrzeuge richtig auslebt. Mit eingesprochenen Texten zu allen Modellen, die übrigens im Deutschen von der großartigen Gundi Eberhard vertont wurden. Richtig gut!

Der Freischaltcharakter ist Need for Speed Hot Pursuit Remastered natürlich noch geblieben und macht richtig Spaß. Es kann sich lohnen, ein Event später nochmal zu spielen, wenn man genügend Kopfgeld für ein anderes Fahrzeug zusammen hat. Angepasst werden dürfen die Fahrzeuge aber nur optisch – das stört mich aber nicht. Die Auswahl ist auch so groß genug und Unterschiede zwischen den Boliden durchaus spürbar. Einzig auffällig: Kollisionen werden manchmal nicht komplett sauber erfasst.

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Fazit: Das beste Need for Speed dieser Generation

Die Need for Speed Reihe hat es in den letzten Jahren nicht geschafft, mich wirklich zu fesseln. Doch diese aufgefrischte Version von Need for Speed Hot Pursuit aus 2010 ist der beste Ableger, den EA und seine Studios diese Generation hervorgebracht haben: Die Leidenschaft für den Rennsport und Wagen großgeschrieben, die Möglichkeit, als Raser und Cop zu spielen, ein nahtloser Onlinemodus sowie die brachiale Soundkulisse sind damals wie heute die Stärken. Die Gummiband-KI ist erhalten geblieben, stellenweise frustrierend, aber insgesamt für anspruchsvolle Rennen sorgend, die Menüs sind ziemlich unübersichtlich geworden – die technische Modernisierung insgesamt aber gelungen. Need for Speed Hot Pursuit Remastered wird mich auch in diesem Jahr wieder viele Stunden vor die Konsole fesseln – eine Qualität, die die letzten Ableger nicht mehr hatten.

ProContra
+ Need for Speed in Reinform– Gummiband KI sorgt manchmal für Frust
+ Brachiale Soundkulisse– Menüs mittlerweile sehr unübersichtlich
+ Tolle Strecken– Kleine Probleme mit der Kollisionsabfrage
+ Viele Fahrzeuge
+ Guter Onlinemodus
+ Modernisierung gelungen
+ Autolog Feature

Technik: 85
Grafik: 85
Sound: 95
Umfang: 95
Gameplay: 85
KI: 63

Spielspaß: 93

  • Story: Gibt’s hier nicht – und das ist gut so!
  • Nachhaltigkeitswert: Need for Speed Hot Pursuit Remastered kann lang beschäftigen und bietet auch einen guten Onlinemodus.
  • Frustpotential: Durchaus vorhanden – Gummiband lässt grüßen!
  • Design/Stil: Stimmig.
  • Musik und Sound: Die Soundkulisse ist einfach der Hammer.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Die empfohlenen 39,99€ sind ein fairer Preis.

Offenlegung & Unterstützung

Ein Reviewkey zu Need for Speed Hot Pursuit Remastered wurde uns zur Verfügung gestellt.

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Manuel Eichhorn
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Ingo Haak

NfS Hot Pursuit Remastered von 2020 mit 89 % und einem Preis von 40.- für ein 10 Jahre altes Spiel , daß sich weder grossartig grafisch noch spielerisch verändert hat , siehe Gummiband KI und trotz aller DLCs zu belohnen ist schon extrem EA freundlich . Das kann echt nicht sein , die Abzockerei Remastered kennt keine Grenzen . Ein NfS Underground 2 wäre besser angekommen und hätte meinetwegen auch 40.- kosten dürfen , aber nicht sowas . Was ist das für ein Test !!!