Vivaldi – Meine Erfahrung mit dem spannenden Browser

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Ich habe lange Zeit mit dem Opera GX Browser gearbeitet, doch irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich etwas Neues brauchte, etwas Frisches, etwas, was nicht so viele benutzen. Durch meinen Technerd Manuel bin ich auf den kleinen Browser Vivaldi aufmerksam geworden, den ich anfangs parallel zum Opera GX benutzt habe, doch seit einigen Wochen bin ich ganz auf Vivaldi umgestiegen und möchte euch von meinen Erfahrungen berichten.

So viele Möglichkeiten

Vivaldi wirbt auf der offiziellen Webseite damit, dass man sich nicht an den Browser anpassen soll, sondern der Browser an den Nutzenden. Und aus genau diesem Grund war ich bei Vivaldi, der übrigens unter anderem in Island und Norwegen entwickelt wird, erst einmal bei der Einrichtung beschäftigt. Leider hat bei mir die Übernahme der Favoriten nicht geklappt, sodass ich diese tatsächlich händisch übernehmen musste – und dabei feststellte, dass ich privat kaum noch auf Favoriten zugreife.

Doch kommen wir zurück zur Einrichtung: Vivaldi bietet schier unendlich viele Möglichkeiten der Anpassung. Das fängt klassisch bei der Farbe des Browsers an, geht über die Wahl, wo sich meine Tabs befinden sollen, bis hin zu Favoriten, die ich in einer Schnellwahl beobachten kann. Ja, ich war beschäftigt.

Nehmen wir beispielsweise die Registerkarten. Klassisch sind sie in den meisten Browsern im oberen Bereich zu finden. Bei Vivaldi kann ich diese Leiste aber auch an den unteren Rand legen oder an den rechten oder linken Seitenrand und mir auf diese Weise dauerhaft eine Vorschau anzeigen lassen oder eben nicht. Ich habe euch mal einen Screenshot mit den Tabs gemacht, die ich beim Schreiben des Artikels geöffnet habe, wie es aussieht, wenn man sie im Vorschaumodus auf der rechten Seite des Browsers anzeigen lässt. Standardmäßig habe ich sie ohne Vorschau am unteren Rand des Browsers angelegt.

Tatsächlich handelt es sich hier um eine richtige Vorschau. Verändern sich also die Seiten, so verändern sich auch eure Tabs und bewegen sich mit, wenn ihr beispielsweise auf der aktuellen Registerkarte unterwegs seid. Das ist ziemlich cool und für bestimmte Nutzer garantiert sehr hilfreich.

Doch das sind noch längst nicht alle Einstellungen, die man bei Vivaldi treffen kann, doch mehr dazu im nächsten Abschnitt

Eine Notiz für unterwegs

Die Notizenfunktion ist tatsächlich äußerst praktisch.

Tatsächlich brauche ich, seitdem ich Vivaldi nutze, keine externe Notizenapp mehr, denn Vivaldi hat praktischerweise auf der rechten Seite ein Menü, das viele verschiedene Funktionen aufweist, unter anderem auch eine Notizfunktion. Dort kann ich ziemlich einfach und schnell Dinge, die ich mir merken will, hinzufügen oder sie wieder löschen, wenn ich sie nicht mehr brauche. Gleichzeitig kann ich dort auch meine letzten Downloads verwalten und meine Historie aufrufen, um einen schnellen Überblick zu erhalten oder eben meine Favoriten aufrufen.

Schneller Überblick über eine Seite gefällig? Vivaldi macht es möglich.

Ich kann aber auch selbst dort Webseiten hinterlegen und diese dann in einer Miniansicht anschauen. Will ich also beispielsweise prüfen, was Neues auf dem Palace gepostet wurde, kann ich ziemlich schnell einen Blick drauf werfen, um auf diese Weise nichts zu verpassen. Letzteres ist ein Feature, das ich nicht aktiv nutze, aber zum Beispiel kann ich mir bei Newsnerds wie Manuel vorstellen, dass es einen sinnvollen Nutzen hat.

Die Leiste selbst kann man in den Einstellungen ebenfalls so basteln, wie man sie braucht und so auch entscheiden, ob sie rechts oder links sein sollte. Hier fehlen mir nur tatsächlich noch verschiedene Erweiterungen, sodass man beispielsweise auch eine To Do Liste hinzufügen könnte, um seine Arbeit noch besser und in einem Tool zu strukturieren. Doch dafür gibt es auch die perfekte Lösung: Hat eure normale To Do App eine Browseranwendung, kann man dies dort als Paneel speichern und ganz problemlos auf die Aufgaben zugreifen und diese auch verwalten.

Da Vivaldi auf Chromium basiert, kann man allerdings verschiedene Erweiterungen aus dem Chrome Web Store herunterladen, um den Browser noch weiter anzupassen – falls einem die bereits vorhandenen Einstellungen nicht ausreichen sollten.

Das sind so die groben Grundfunktionen des Browsers, weswegen ich ihn tatsächlich mittlerweile anderen Browsern vorziehe.

Kein Browser für jeden

Im Gegensatz zu den meisten Browsern ist Vivaldi jedoch kein Jedermannbrowser. Allein die Einstellungen am Anfang wirken zum Teil erst einmal wie ein Brett vorm Kopf. Ich wusste mit den Standardeinstellungen nichts anzufangen, weswegen ich ihn anfangs wirklich nur für Kleinkram genutzt habe. Vivaldi ist ein Browser, mit dem man sich beschäftigen muss. Mit “Ich nutze mal kurz nen anderen Browser” ist hier nicht viel, da man ihn wirklich erst an seine eigenen Bedürfnisse anpassen sollte – und dann ist er wunderbar.

Klar, er ist nicht so schnell wie andere Browser und allein beim Schreiben dieses Artikels kommt er ein bisschen an seine Grenzen – oder an die Grenzen meines Laptops, da ich nebenbei noch Musik über Deezer höre. Leider verbraucht er auch ziemlich viel Leistung, gerade wenn man nebenbei Musik im Browser laufen lässt. Aktuell verbraucht er fast 700 MB Arbeitsspeicher – was zwar kaum Auswirkungen auf die CPU (ca. 5 %) hat, aber doch den Speicher belastet, was ich doch stark merke.

Er ist also nicht so schlank im Verbrauch wie andere Browser und hinkt damit ein bisschen hinterher. Dafür ist das Gute am Browser die Tatsache, dass er noch immer regelmäßig weiterentwickelt wurde. Erst jetzt Ende Juli wurde ein neues Update eingespielt, das zwar nur einige Bugs gelöst hat, aber dafür arbeitet man derzeit an der nächsten großen Version des Browsers, ich bin gespannt.

Und dann sind da noch jede Menge Sicherheitseinstellungen, die Tracking und Werbung verhindern sollen, die meine Daten schützen möchten. Bisher macht auch das einen guten Eindruck.

Fazit: Ich bin zufrieden und gespannt

Am Anfang wird man von Vivaldi vor den Kopf gestoßen, weil es einfach so viele Einstellungen gibt und der Browser auf den ersten Blick überladen wirkt, doch hat man sich erstmal reingefuchst, gibt es einfach so viele Möglichkeiten. Wie heißt es so schön im Roman Die Stadt der Träumenden Bücher? Man muss ich erstmal durch 300 Seiten Lanzenpflege quälen und dann wird’s noch gut – so ähnlich ging es mir mit Vivaldi.

Ich liebe am Browser vor allem die Handhabung. Ja, ich musste mich ein bisschen umstellen, was die Nutzung angeht, doch das geht mir mittlerweile so leicht von der Hand, dass ich manchmal in anderen Browsern überfordert bin, weil es diese Funktion dort nicht gibt. Für mich war es die beste Entscheidung, dieses Jahr auf Vivaldi umzusteigen. Aktuell nutze ich ihn nur auf dem Laptop, da ich auf dem Handy bereits den Ecosia Browser habe. Ich kann euch Vivaldi nur wärmstens ans Herz legen, zumindest um mal reinzuschnuppern, wenn ihr einen Browser sucht, den eben nicht jeder nutzt.

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Beatrice Vogt
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